IHK

Essen schmiedet an einem Masterplan Industrie

Erstmals gemeinsam vor der Presse: IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Püchel und IHK-Präsidentin Jutta Kruft-Lohrengel.

Erstmals gemeinsam vor der Presse: IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Püchel und IHK-Präsidentin Jutta Kruft-Lohrengel.

Foto: WAZ FotoPool

Essen.  Die Wirtschaftsförderung Essen schmiedet derzeit an einem Masterplan Industrie. Zusammen mit Partnern – der Industrie- und Handelskammer und dem Unternehmensverband – soll eine Strategie entwickelt werden, wie die Industriebetriebe in der Stadt gehalten und neue angelockt werden können.

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Wie wichtig die nach dem Strukturwandel verbliebene Industrie für den Standort Essen ist, haben in der jüngsten Vergangenheit schon viele betont. Doch nun sollen aus den Lippenbekenntnissen, Taten werden. Die Wirtschaftsförderung Essen schmiedet derzeit an einem Masterplan Industrie. Zusammen mit Partnern – der Industrie- und Handelskammer und dem Unternehmensverband – soll eine Strategie entwickelt werden, wie die Industriebetriebe in der Stadt gehalten und vielleicht auch neue angelockt werden können. Es geht dabei um Themen wie Flächenentwicklung, die häufig konfliktträchtig ist, und Arbeitskräftesicherung. „Wir brauchen eine neue Willkommenskultur für die Industrie, auch in den Stadtverwaltungen“, forderte gestern IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Püchel auf der Jahrespressekonferenz der Kammer in Essen.

In dem neuen Masterplan soll u.a einfließen, wie viele neue Industrieflächen in Zukunft gebraucht werden und auch wo diese sein könnten. „Da müssen möglichst konkrete Inhalte rein“, so Püchel. Der Plan soll anschließend nicht in irgendwelchen Schubladen verschwinden, sondern vom Stadtrat als politischer Auftrag verabschiedet werden. Die Wirtschaftsförderung will ihre Ideen dazu in wenigen Wochen vorstellen.

Die Konkurrenz im Umland schläft nicht

Aus Sicht der IHK ist die Industrie nach wie vor ein wichtiger Arbeitsplatzgarant für Essen. Denn an ihr hingen oft weitere Arbeitsplätze im Handwerk und im Dienstleistungsbereich. „Städte wie Essen haben sich fast gottergeben mit ihren hohen Arbeitslosenquoten abgefunden“, kritisierte Püchel. Dabei könne gerade die Industrie einen wichtigen Beitrag leisten, um diese Menschen in Lohn und Brot zu bringen. Püchel warnte jedoch vor vorschnellen Erwartungen: „Das geht nicht von heute auf morgen. Aber man muss mal beginnen.“ Zudem schlafe die Konkurrenz im Umfeld nicht, werbe teils aggressiv um Unternehmen.

In Essen gibt es im engeren Sinne noch 170 größere Industriebetriebe mit 18.000 Mitarbeitern. Zählt man das gesamte produzierende Gewerbe, zu dem auch Energie, Wasserwerke, der Bau und das produzierende Handwerk gehören, sind es 40.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze.

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