Kleiderkammer

Die Kleiderkammer Wichtelfarm kämpft weiterhin ums Überleben

Im Laden an der Schwanenkampstraße bietet Daniel Splettstößer Kinderkleider für bedürftige Familien an.

Im Laden an der Schwanenkampstraße bietet Daniel Splettstößer Kinderkleider für bedürftige Familien an.

Foto: Kerstin Kokoska

Essen-Westviertel.  Trotz einiger Spenden sorgt sich der Betreiber der Wichtelfarm um das Angebot für Bedürftige. Er bleibt selbst weiterhin auf Hilfe angewiesen.

Daniel Splettstößer ist immer noch mit vollem Herzblut dabei, wenn es um seine Wichtelfarm geht. Der 46-Jährige, hat eine Kinderkleiderkammer aufgebaut, die Familien in Not hilft. Nach dem Umzug ins Westviertel im Frühjahr 2018, musste Splettstößer Miete für die neuen Räumlichkeiten zahlen. Zudem waren die 70 Quadratmeter für die vielen Möbel zu klein. Deswegen hat Splettstößer Lagerräume dazu gemietet. Aus den Mitteln des Verein war das aber nicht zu stemmen. Deswegen schoß er seine Reserven hinzu. Ohne fremde Unterstützung geht es für den Helfer und sein Team nicht weiter.

Dank einiger Unterstützung hat sich die Lage ein wenig entspannt, gerettet ist die Wichtelfarm aber noch lange nicht. Inzwischen wurde das Möbellager abgegeben, um Kosten für zwei Lagerhallen zu sparen. Mit dem ASB hat Splettstößer einen Partner gefunden, der die Möbel einlagert und so den Service weiter anbietet. Dank einiger Einzelspenden konnte der Rückstand zu Dreivierteln beglichen werden. „Unter anderem die Sparda-Bank hat uns 1000 Euro gespendet. Aus dem Gröbsten sind wir damit erstmal raus.“ Am letzten Wochenende fand zudem ein gespendeter Auftritt des Kindermusikers Volker Rosin in der Christuskirche statt.

Frührente aus gesundheitlichen Gründen

Splettstößer gründete den gemeinnützigen Verein im Oktober 2016, als er aus gesundheitlichen Gründen in Frührente gehen musste. Die Idee dazu kam ihm eines Tages auf einem Kinderkleiderflohmarkt, wo er einen Spendenstand entdeckte. Er wollte noch etwas Erfüllendes machen und brauchte ein Ziel. Im Internet und in Kleinanzeigen suchte er nach der Beschriftung „kostenlos für Selbstabholer“ und sammelte Kinderkleidung, Wickelkommoden und Spielzeug ein. Durch zusätzliche private Spender, die gut erhaltene Kinderkleidung an ihn weitergaben, füllten sich die Regale schnell.

In Rüttenscheid wurde dem Holsterhauser ein Raum in der Vöcklinghauser Straße kostenfrei zur Verfügung gestellt. Trotz weniger Quadratmeter erfüllt der Laden seitdem seinen Zweck. Zahlreiche Familien aus Steele, Altendorf, Borbeck und anderen Stadtteilen kommen zur Wichtelfarm.

Bei weiteren Problem wird die Reißleine gezogen

Dennoch fehlen Mittel, um die laufenden Kosten von monatlich 1100 Euro für Miete, Lagerräume, Fahrzeug und Anhänger sowie Versicherungen zu zahlen. „Ohne einen festen Sponsor können wir so nicht weiter machen“, sagt Splettstößer. Der vierfache Familienvater ist enttäuscht von der fehlenden Unterstützung für seinen Verein: „Große Stiftungen und auch die Ämter tun sich schwer, uns zu helfen. Wir bekommen lauter Absagen. Das macht so keinen Spaß.“ Eine dauerhafte Unterstützung ist daher nicht in Sicht.

Bis Ende des Jahres braucht die Wichtelfarm Planungssicherheit. „Denn ohne Unterstützung bekommt der Verein ähnliche Probleme wie zuletzt“, prognostiziert der Vorsitzende. „Dann müssen wir die Reißleine ziehen und unser Angebot einstellen. Ich kann und will dem Vermieter so eine Situation nicht noch einmal zumuten.“

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