Sicherheit

Bundespolizei will an S-Bahnhöfen in Essen Streife gehen

Diese frischgebackenen Bundespolizisten, die am Dienstag in der Maschinenhalle der Zeche Zollern in Dortmund vereidigt worden sind, werden ihren Dienst in Essen versehen.

Diese frischgebackenen Bundespolizisten, die am Dienstag in der Maschinenhalle der Zeche Zollern in Dortmund vereidigt worden sind, werden ihren Dienst in Essen versehen.

Foto: Dietmar Wäsche

Essen.   Das Essener Revier soll durch 20 neue Bundespolizisten sicherer werden. Dank der Verstärkung kann die Behörde nun mehr Präsenz zeigen.

Die Bundespolizei im Essener Hauptbahnhof wird deutlich verstärkt: 20 zusätzliche Beamtinnen und Beamte, die am Dienstag am Sitz der für Essen zuständigen Inspektion in Dortmund vereidigt worden sind, werden künftig ihren Dienst auf dem Essener Revier versehen. Faktisch ist das nahezu eine Verdoppelung der Kräfte. Zwar fanden sich bislang für Essen 60 Stellen auf dem Papier wieder, tatsächlich waren in den vergangenen Jahren häufig jedoch nur 30 Polizisten vor Ort im Einsatz.

Einen solchen Zuwachs hat es in den vergangenen zehn Jahren nicht mehr gegeben, sagt Bundespolizeisprecher Volker Stall, für den mehr Kollegen naturgemäß auch mehr Sicherheit bedeuten: „Wir können wieder Mütze zeigen“ und zum Beispiel an den S-Bahnhaltespunkten in der Stadt präsent sein, wo über Jahre Beamte nur dann zu sehen waren, „wenn sie zwingend gebraucht wurden“, so Stall. Sprich: Wenn es einen Einsatz gab. Nun sollen die S-Bahnhöfe auch vorsorglich regelmäßig bestreift werden, kündigte der Bundespolizeisprecher gegenüber dieser Zeitung an.

Bis zu acht Uniformierte auf Streife

Nicht nur für die Beamten, sondern auch für die Fahrgäste der Bahn dürfte es künftig ein besseres Gefühl bedeuten, wenn sich in einer Schicht bis zu acht Uniformierte auf Kontrollgang machen können statt derer nur vier. Zeitweise konnte die Bundespolizei kaum mehr als zwei Streifen auf die Beine stellen und das auch nur im Essener Hauptbahnhof.

Zumindest etwas personelle Entlastung hatte es zuletzt Anfang des vergangenen Jahres gegeben, als 150 Kräfte, die an den Außengrenzen der Republik eingesetzt waren, nach NRW zurückkehrten, damit ihre an den Flughäfen Köln und Bonn abkommandierten Kollegen in die angestammten Revier zurück konnten.

Noch mehr Verstärkung kündigt sich nun für den September an: Dann erwartet die für Essen zuständige Bundespolizeiinspektion Dortmund weitere 20 Absolventen des gehobenen Dienstes. In den nächsten vier Jahren soll die Zahl der Beamten Zug um Zug von aktuell 320 auf über 500 anwachsen, so Stall.

Zuletzt 5,5 Prozent mehr Straftaten im Hauptbahnhof

Wie sich das auf die Kriminalität im Essener Hauptbahnhof auswirkt, bleibt abzuwarten. Noch darf die Bundespolizei keine Zahlen der Straftaten im vergangenen Jahr nennen. Fakt ist: Zwischen 2016 und 2017 haben die Delikte am größten Verkehrsknoten der Stadt um 5,5 Prozent zugelegt. Ihre Zahl stieg von 3627 auf 3827. Allerdings gingen die Eigentumsdelikte von 1648 auf 1430 und damit um rund 13 Prozent zurück.

Zieht man davon die 717 Diebstähle in den Läden des „Kaufhauses mit Gleisanschluss“ ab, bleibt unterm Strich nach Überzeugung der Bundespolizei eine vergleichsweise überschaubare Gefahr übrig, als Reisender Opfer von Langfingern oder Räubern im Hauptbahnhof zu werden. Noch geringer sei das Risiko bei Gewaltdelikten. 154 Körperverletzungen wurden der Bundespolizei in 2017 bekannt, wobei sich die allermeisten Attacken in der Drogen- und Trinkerszene abspielten, heißt es.

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