Wohnungsbau

Neubaupläne am Kraienbruch in Essen-Dellwig nicht ohne Tücke

Das Grundstück Kraienbruch 45 sowie 41 und 43 in Delwig, aufgenommen am Donnerstag, 24.10.2019 in Essen. Hier plant Allbau ein Neubauprojekt . Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Das Grundstück Kraienbruch 45 sowie 41 und 43 in Delwig, aufgenommen am Donnerstag, 24.10.2019 in Essen. Hier plant Allbau ein Neubauprojekt . Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Essen-Dellwig.  Der Abriss dreier alter Immobilien und Neubau von Mehrfamilienhäusern sind am Kraienbruch in Dellwig geplant. Aber auch das hat seine Kehrseiten.

Über Wohnungsbauprojekte wird besonders in den nördlichen Stadtteilen, aber zum Beispiel auch aktuell in Haarzopf, kontrovers diskutiert. In diesem Zusammenhang wird häufig gefordert, anstatt in die Freifläche zu gehen lieber alte Gebäude abzureißen und die Grundstücke neu zu bauen. Auf dem Kraienbruch in Dellwig könnte genau dies nun geschehen. Im Gespräch sind Mehrfamilienhäuser auf den Grundstücken 41 bis 45, nördlich der Eisenbahn-Unterführung. Noch stehen hier ein großes Mehrfamilienhaus mit Ladenlokal, ein kleines Wohnhaus sowie im hinteren Bereich eine Werkstatt mit Lagerflächen.

Mehrfamilienhäuser in Essen-Dellwig geplant

Die Firma Brockhoff & Partner gibt jetzt bekannt, dass auf dem rund 1.800 Quadratmeter großen Grundstück Kraienbruch 45 ein Neubauprojekt mit drei Mehrfamilienhäusern entwickelt werden sollte. Dann habe sich aber die Möglichkeit ergeben, auch die Nachbargrundstücke Kraienbruch 41 und 43 zu erwerben. Brockhoff Invest habe dann den Verkauf aller drei Grundstücke mit einer Gesamtfläche von rund 3.500 Quadratmetern an die Allbau AG vermittelt. Diese habe bereits mit der neuen Planung für eine Bebauung mit Mehrfamilienhäusern begonnen.

Bei der Allbau AG ist man über diese Veröffentlichung nicht sehr glücklich. Denn die Grundstücke gehören noch einem anderen Unternehmen. Mit diesem sei wohl ein Kaufvertrag vereinbart worden, „doch der steht noch unter aufschiebenden Bedingungen“, teilt Allbau-Sprecher Dieter Remy mit. Die Frist laufe erst zum Jahresende aus, so dass Näheres jetzt noch nicht mitgeteilt werden könne.

Zwei Firmen sind vom Verkauf betroffen

Betroffen von dem Verkauf der Immobilien sind die Firmen Elektro Lindacker mit fünf Mitarbeitern und der Malermeisterbetrieb von Maximilian Nowakowski mit zehn Mitarbeitern. Sie hatten in einem flachen Anbau ihre Geschäftsräume. Gemeinsam haben sie aber bereits eine neue Heimat an der Bentheimer Straße 10 in Frohnhausen gefunden.

Gerne hätten sie Dellwig nicht verlassen, sagt Roland Kramer, Eigentümer von Elektro Lindacker. Denn ein Umzug sei nie schön, weil er unter anderem zusätzliche Kosten verursache. Doch rein rechtlich sei gegen die Kündigung nichts einzuwenden gewesen, betont er. Allerdings hätten beide – verwandtschaftlich verbundenen – Betriebe auch Glück gehabt, so schnell eine neue Halle gefunden zu haben, die ihren Bedürfnissen entspricht.

Härter getroffen habe es allerdings ein Senioren-Ehepaar, das nach vielen Jahrzehnten am Kraienbruch sein kleines Wohnhaus verkaufen und sich neu orientieren musste. Rechtlich sei aber auch dieser Vorgang nicht zu beanstanden gewesen.

Der Dellwiger Grundstücksverkauf zeigt, dass Abriss einer alten Immobilie und ein Neubau leicht gefordert werden kann, aber im Einzelfall auch schwierig umzusetzen ist.

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