Friday for Future

Mädchengymnasium in Essen-Borbeck erlaubt den Klimastreik

Matthias (26, seinen Nachnamen nennt er nicht) vom Essener Organisationsteam „Friday for Future“ informierte die Schülerinnen über den Aktionstag am 29. November.

Matthias (26, seinen Nachnamen nennt er nicht) vom Essener Organisationsteam „Friday for Future“ informierte die Schülerinnen über den Aktionstag am 29. November.

Foto: Rüdiger Hagenbucher

Essen-Borbeck.  Der 29. November wird ein weltweiter Aktionstag aus Anlass der UN-Klimakonferenz. Das Mädchengymnasium in Essen-Borbeck erlaubt die Teilnahme.

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Respekt – darum dreht sich in diesem Schuljahr alles am Mädchengymnasium Borbeck. Respekt vor der Frauenbewegung, Respekt und Höflichkeit im Umgang miteinander, aber auch Respekt vor der Umwelt. Und weil diese in Gefahr ist, stehen die Schülerinnen vor wichtigen Wochen in Sachen Klimaschutz. Höhepunkt wird die Demonstration am Freitag, 29. November, auf dem Viehofer Platz sein. Wenn die Borbecker Schülerinnen möchten, dürfen sie komplett an diesem weltweiten Klimaaktionstag teilnehmen.

Arbeitsgemeinschaft „You think green“ wurde bereits 2012 in Essen-Borbeck gegründet

Bereits vor acht Jahren hat das Mädchengymnasium die Arbeitsgemeinschaft „You think green“ ins Leben gerufen. Mal gedieh sie gut – zwei Schülerinnen flogen 2012 sogar zum Klimagipfel nach Rio de Janeiro. Mal drohte sie einzugehen – doch seit einem Jahr blüht sie regelrecht auf. Inzwischen treffen sich 15 Mädchen nahezu jede Woche, gern auch mal in der Mittagspause außerhalb des Unterrichts, um über Umweltthemen zu sprechen. „Die AG ist jetzt aktiver geworden“, freut sich Martina Brick, Lehrerin für Biologie und Chemie. Nachhaltigen Eindruck habe der Besuch bei Greenpeace in Hamburg gemacht.

Im Zuge der „Friday for Future“-Kampagne bekommt nicht nur die Arbeitsgemeinschaft, sondern die gesamte Schule einen Schub. „Wir sind unserer Schulleiterin Frau Reimann dankbar, dass sie uns die Teilnahme an der Demonstration gestattet“, lobte gestern Lehrerin Mareike Lüttmann ihre Chefin. Zur Einstimmung sahen die Schülerinnen die ZDF-Dokumentation „Klimawandel – Die Fakten mit Harald Lesch“, die auch in der Mediathek abgerufen werden kann.

Anschließend betrat ein Vertreter der Essener „Friday-for-Future“-Gruppe die Bühne und klärte die Schülerinnen über die bevorstehende Demonstration unter dem Motto „Wir streiken, bis ihr handelt“ auf. Es ist für eine Schule organisatorisch und rechtlich nicht einfach, den Schülerinnen ab Klasse 9 die Teilnahme zu ermöglichen. Deshalb bekamen alle Mädchen einen Brief an „liebe Eltern“ in die Hand, der ihnen die Hintergründe erläutert. „Die Klimakrise stellt die größte Bedrohung für Menschheit und Ökosysteme im 21. Jahrhundert dar“, heißt es gleich zu Beginn.

Manche Schülerin im Zwiespalt zwischen Streik und Pflicht

Aber nicht jede Schülerin ist überzeugt, dass sie damit zuhause durchdringt und von ihren Eltern die Genehmigung zur Teilnahme an der Exkursion zum Viehofer Platz erhält. Was soll man da machen? „Wir können uns nicht darüber hinwegsetzen“, gab die Lehrerin zu – dann sei eben normaler Unterricht angesagt.

Im Zwiespalt fühlt sich eine andere Schülerin, weil eine Leistungskurs-Klausur genau am Demo-Termin geschrieben wird: „Entweder man möchte das Abitur schaffen oder eine Zukunft haben.“ Auch da bleibt dem Mädchengymnasium nicht viel Spielraum, zumal die Termine mit dem Gymnasium Borbeck abgesprochen sind.

Trotzdem deutet sich am 29. November ein großer Tross in Richtung City an – zumal viele Eltern ihre Teilnahme schon zugesagt haben.

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