Stromanschluss

In Essen-Frintrop herrscht Stromkrise auf dem Marktplatz

Erst Anwohner stellten einen Stromanschluss für die Lichterkette des Frintroper Weihnachtsbaums bereit. Seit der Markt eingestellt ist, fehlt auch dein Anschluss.

Erst Anwohner stellten einen Stromanschluss für die Lichterkette des Frintroper Weihnachtsbaums bereit. Seit der Markt eingestellt ist, fehlt auch dein Anschluss.

Foto: Küpper

Essen-Unterfrintrop.  Beinahe wäre die Tanne auf dem Markt in Unter-Frintrop unbeleuchtet geblieben. Denn der Marktplatz hat ohne Händler keinen Stromanschluss mehr.

Es könnte wie eine Vorstadtposse wirken, doch tatsächlich elektrisiert der fehlende Stromanschluss auf dem Unterfrintroper Marktplatz die Stadtverwaltung. Denn mehrere Ämter und städtische Gesellschaften befassen sich jetzt mit der Frage, warum der Weihnachtsbaum am vergangenen Freitag beinahe dunkel geblieben wäre und 100 Kinder traurig von dannen gezogen wären, wenn nicht ein Anwohner kurzfristig eine Steckdose zur Verfügung gestellt hätte.

Essen-Frintrops Bürgerverein lädt Kinder zum sechsten Mal zum Schmücken ein

Zum sechsten Mal hatte der Bürger- und Verkehrsverein (BVV) Frintrop mit mehreren Partnern Kinder aus Frintrop, Bedingrade und Dellwig eingeladen, den acht Meter hohen Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz am Höhenweg zu schmücken. Wilfried Küpper, der 2. Vorsitzende, wusste allerdings seit wenigen Tagen, dass der Stromanschluss auf dem Marktplatz nicht mehr vorhanden war. Denn bereits beim St.-Martin-Umzug im November konnte die Ehrengarde nur noch mit Hilfe von Anwohnern ihren Glühwein anbieten. Ein dem BVV von der Marktverwaltung EVB zur Verfügung gestellter Schlüssel half nicht mehr weiter. „Denn den Ende 2018 installierten neuen Verteilerkasten gab es nicht mehr, und der alte hatte keinen Zähler mehr“, erzählt Wilfried Küpper.

Den Schuldigen, so glaubt der Frintroper, hat er in der Marktverwaltung EVB (Verwertungs- und Betriebs GmbH) ausgemacht. Diese habe nach der Absage aller Wochenmärkte in Unter-Frintrop die Stromversorgung eingestellt. Wilfried Küpper: „Ohne rechts und links zu gucken. Maifest, Kunterbuntes Sommerfest, Weihnachtsmarkt, St. Martinszug, Weihnachtsbaumaktion – ein Platz ist doch mehr als der eine Markttag wöchentlich“, listet er die vielen Aktionen auf.

Essener Gesellschaft für die Marktorganisation lässt Vorwurf nicht auf sich sitzen

Ein Vorwurf, den EVB-Geschäftsführer Wolfgang Fröhlich nicht auf seinem Bereich sitzen lässt. Nachdem mehrere Versuche, den Wochenmarkt in Unter-Frintop wiederzubeleben, gescheitert seien, habe man auch den Strom abgeschaltet. „Denn der ist für die Markthändler bestimmt.“ Dass der Verkehrsverein in den letzten Jahren den Stromanschluss – ohne Bezahlung – genutzt habe, habe man geduldet. „Aber mein Bereich ist dafür nicht zuständig“, betont Wolfgang Fröhlich. Er habe Wilfried Küpper auf den Marktplatz-Brunnen hingewiesen, der auch einen Anschluss habe. Deshalb kritisiert er auch den BVV-Vorstand: „Auf andere zu zeigen, finde ich nicht gut.“

Jetzt müssen Zuständigkeiten geklärt werden

Wie auch immer: Wilfried Küpper ließ nicht locker, sondern telefonierte sich durch das Rathaus, schrieb sogar einen „Brandbrief“ an den Oberbürgermeister, um die Kinderaktion am Weihnachtsbaum zu retten – die Lichterkette musste schließlich leuchten! Doch so einfach war und ist es nicht, die Zuständigkeiten zu klären: „Die Immobilienwirtschaft ist es jedenfalls nicht, die zwei Tage vor dem Start der Beleuchtung Baustrom anbot. Doch ein Mitarbeiter konnte nicht mehr rechtzeitig einen Verteilerkasten aufstellen.“

Und deshalb sprangen Werner Engels, der Vorsitzende des SC Frintrop und Hausbesitzer am Markt, und Apotheker Ulrich Keßler, ein. Sie stellten eine Außensteckdose zur Verfügung. Mit einem Hubwagen wurde das Stromkabel einen Tag später zum Weihnachtsbaum gelegt – und damit ein neues Problem geschaffen. Denn dem Fahrer des EBE-Schadstoffmobils, das turnusmäßig nach Frintrop kam, war die Durchfahrtshöhe zu gering. Er zog wieder ab und stellte sein Mobil lieber auf den Recyclinghof in Altenessen.

Im kommenden Jahr soll nun der Strom rechtzeitig fließen. Damit das Thema nicht wirklich zur Vorstadtposse wird. Allerdings müssen bis dahin noch die Zuständigkeiten im Rathaus geklärt werden . . .

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