Konzert

Bonnie Tyler nimmt Fans mit auf eine musikalische Zeitreise

Bonnie Tyler kam ganz in Schwarz auf die Bühne im Colosseum und nahm die Besucher mit auf eine musikalische Zeitreise.

Bonnie Tyler kam ganz in Schwarz auf die Bühne im Colosseum und nahm die Besucher mit auf eine musikalische Zeitreise.

Foto: Stefan Arend

Essen.   Rockröhre Bonnie Tyler singt ihre Hits aus den vergangenen 40 Jahren im Colosseum in Essen. Gut gelaunt plaudert sie aus ihrem Leben.

Ein Energiebündel ist sie mit 66 Jahren noch immer, und auch die Reibeisenstimme klingt wie in den 80ern. Die britische Rock- und Popsängerin Bonnie Tyler macht auf ihrer aktuellen Tour im Colosseum Station und hat die Fans – größtenteils in ihrem Alter – fest im Griff. Die Künstlerin nimmt sie mit auf eine weitgehend chronologische Reise durch gut vier musikalische Jahrzehnte, steigt dabei deutlich vor ihrem wohl bekanntesten Hit „It’s a Heartache“ ein, dessen 40-Jähriges sie feiert.

Spätestens bei ihrem ersten Hit „Lost in France“ von 1976 stehen die Besucher, kommen teils durch den Mittelgang nach vorn und feiern mit der Sängerin gemeinsam. Die genießt ganz offensichtlich den unmittelbaren Kontakt zu den Fans. Zwischen den Songs, die Erinnerungen an Sendungen wie Musikladen oder Disco wach werden lassen, erzählt die Britin ausführlich über die Stationen ihrer Karriere, berichtet von ersten Singversuchen mit 16 im Schlafzimmer mit der Haarbürste als Mikrofon-Ersatz. Damals sang sie besonders gern Lieder von Tina Turner wie „River deep, mountain high“ – was sie auch am Sonntagabend zur Freude des Publikums tut. Dreimal bedient sich die Waliserin eines Medleys, um auf die 70er, 80er und 90er Jahre zurückzublicken und so in geraffter Form an ihre unbekannteren Songs zu erinnern.

Sängerin stellt Ehemann auf der Bühne vor

Auch die Geschichte ihrer Stimmband-OP in der 70er Jahren darf nicht fehlen. Sechs Wochen soll sie damals nicht reden. Natürlich schafft sie das nicht – und ruiniert ihre Stimme, die dann aber ihr Markenzeichen wird. Alles richtig gemacht, lässt sie die Fans wissen.

„Ich freue mich, euch singen zu hören“, setzt sie auf die Textsicherheit des Publikums. Im schwarzen Outfit mit viel Glitzer gibt sie sich sexy mit einem Schuss Selbstironie, tätschelt mit einem „Danke, Gott, für Botox“ die Wangen. Bonnie Tyler kann aber auch gefühlvoll. Sie holt, schon traditionsgemäß, ihren langjährigen Ehemann Robert auf die Bühne und küsst ihn. Mit Blues-Songs à la Janis Joplin geht nach anderthalb Stunden ein eher kurzes, aber intensives Konzert zu Ende.

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