Arbeitsmarkt

Arbeitsagentur Essen: Keine Signale für einen Abschwung

Metallverarbeitende Betriebe spürten im ersten Halbjahr 2019 die konjunkturelle Eintrübung. Auch in Essen gibt es erste Signale.

Metallverarbeitende Betriebe spürten im ersten Halbjahr 2019 die konjunkturelle Eintrübung. Auch in Essen gibt es erste Signale.

Foto: Nadine Przystow / FUNKE Foto Serivces

Essen.  In manchen Regionen trifft die abflauende Konjunktur bereits den Arbeitsmarkt. In Essen ist dies allerdings noch nicht zu spüren.

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Die Arbeitsagentur in Essen blickt zwar gespannt auf die Entwicklungen in der Wirtschaft, sieht aber noch keinen Abschwung auf dem Arbeitsmarkt. „Für Essener lässt sich keine konjunkturelle Eintrübung feststellen“, betonte die Chefin der Arbeitsagentur, Andrea Demler, mit Blick auf die jüngsten Zahlen aus dem Monat August. Im vergangenen Monat war die Arbeitslosigkeit in Essen um 0,8 Prozent auf 31.108 Arbeitslose gestiegen. Die Quote nahm um 0,1 Prozent auf 10,3 Prozent zu. Auch die Gewerkschaft IG Metall in Essen spricht allenfalls von ersten Anzeichen rückläufiger Aufträge, aber noch keiner großer Besorgnis in den Unternehmen.

„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit um 0,1 Prozentpunkte war – wie erwartet – saisonal bedingt und lässt nicht darauf schließen, dass wir lokal einer Talfahrt entgegensteuern“, sagte Demler. Wie im August üblich sei der Zuwachs zu einem guten Teil darauf zurückzuführen, dass junge Menschen unter 25 nach dem Ausbildungsende noch keine Arbeit gefunden haben und sich deshalb arbeitslos meldeten. Außerdem seien einige Arbeitsgelegenheiten zum Ende der Sommerferien ausgelaufen. Auch bei der Kurzarbeit - eines der wichtigsten Anzeichen für konjunkturelle Probleme in Unternehmen - gebe es keine auffälligen Bewegungen, so Demler.

Unternehmen in Essen suchen weiter Mitarbeiter, aber weniger als im Vorjahr

Sie beobachtet stattdessen, dass die Unternehmen auch weiterhin einstellen. Im August wurden der Arbeitsagentur 1114 offene Stellen gemeldet, ein Plus gegenüber Juli von 314 Jobs. Derzeit kann die Behörde somit 3957 freie Stellen vermitteln. Das sind allerdings doch etwas weniger als zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr, nämlich elf Prozent.

Insgesamt habe Essen im NRW-Vergleich im August gut abgeschnitten. „Mit unserem marginalen Anstieg bewegen wir uns auf niedrigstem Niveau“, so Demler. Die Spannweite lag landesweit zwischen rund 0,5 Prozent bis hin zu fast sechs Prozent. „Vor allem in Regionen, deren Wirtschaftstätigkeit durch verarbeitendes Gewerbe bestimmt wird, stieg die Zahl der Arbeitslosen saisonbereinigt im August über den Vorjahreswert“, so Demler. Die Essener Wirtschaft sei eben nicht so stark von der Automobilzuliefererbranche und dem Maschinenbau geprägt.

IG Metall: Noch keine Kurzarbeit in den Unternehmen

Die Metall- und Elektro-Industrie in Deutschland war im ersten Halbjahr 2019 in eine Rezession geraten. „Es gibt vereinzelt Signale aus Unternehmen, die an der Automobilbranche hängen, dass die Aufträge zurückgehen“, sagte der Essener IG-Metall-Sekretär Markus Ernst. Es herrsche aber auf keinen Fall Panik, dass „jetzt alles einbricht“. Intern spreche die Gewerkschaft zwar schon über Möglichkeiten, wie eine konjunkturelle Talfahrt durch Beschäftigungssicherung abgefangen werden könne. „Aber Kurzarbeit hat noch kein Unternehmen angemeldet“, betonte er.

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