Wilder Müll

Altenessener sprechen „Griller“ im Kaiserpark an

Tina Endruschat (li.), Thomas Rüth (2. v.l.) und Vanessa Gremer (re.) sprechen mit Grillern im Altenessener Kaiserpark.

Tina Endruschat (li.), Thomas Rüth (2. v.l.) und Vanessa Gremer (re.) sprechen mit Grillern im Altenessener Kaiserpark.

Foto: Foto: Socrates Tassos

Essen.  Der Kaiserpark ist ein beliebter Ort zum Grillen – und übersät mit Müll. SPD und Aktionsbündnis setzen auf bessere Einsicht bei den „Grillern“.

Wenn es ums Grillen im Grünen geht, dann ist der Kaiserpark in Altenessen einer der „Hotspots“ in dieser Stadt. Spielt das Wetter mit, bleibt auf den Wiesen kaum ein Plätzchen frei. Die Begleiterscheinungen sind weniger schön. Müll und erkaltete Holzkohle bleiben liegen, Abfalleimer quellen über. Auch den SPD-Ortsverein Altenessen erreichten darüber immer wieder Beschwerden, berichtet Tina Endruschat vom Vorstand, die deshalb die Initiative für eine nicht alltägliche Aktion ergriff. Gemeinsam mit Vertretern des Aktionsbündnisses Arbeiterwohlfahrt und des Instituts für Stadtteilentwicklung an der Uni Duisburg-Essen suchten Mitglieder des Ortsvereins am Sonntag das Gespräch mit jenen, die im Kaiserpark zum Grillen ihre Decken aufschlagen.

Initiatoren wollen nicht mit erhobenem Zeigefinger belehren, sondern für Verständnis werben

„Wir reden immer über die Menschen, aber wir reden viel zu selten mit ihnen“, beschreibt Tina Endruschat ihre Motivation. „Und wir wissen eigentlich gar nicht, wer die Leute sind.“ Am Sonntag waren es allesamt Menschen mit Migrationshintergrund, wie so oft. Familien aus Vietnam, Sri Lanka und mit arabischen Wurzeln. Wie Tina Endruschat zur eigenen Überraschung erfuhr, wohnten die allermeisten gar nicht in Altenessen, sondern in anderen Stadtteilen. Zum Beispiel in Altendorf, wo das Grillen im Krupp-Park verboten ist.

Der Grill soll nicht unter Bäumen stehen, seinen Müll sollte man mitnehmen

Und wie haben die Leute reagiert? „Alle waren sehr freundlich und aufgeschlossen“, berichtet Thomas Rüth vom Aktionsbündnis. Er habe auch erfahren, dass es zwischen verschiedenen Gruppen schon zu Konflikten gekommen sei.

Polizei und Ordnungsamt hielten sich diesmal bewusst im Hintergrund, während die Stadtverwaltung laut über Beschränkungen und die Einrichtung von Grillzonen nachdenkt. Die Initiatoren der Aktion wollten aber weder drohen noch mit erhobenem Zeigefinger belehren. Sie wollten für Verständnis werben und auf Regeln hinweisen, die es bitteschön einzuhalten gilt. Der Grill sollte nicht unter Bäumen stehen, seinen Müll sollte man mitnehmen. „Denn das ist auch unser Park“, formulierte Tina Endruschat stellvertretend für alle Bürger in Altenessen.

Diejenigen, die man angesprochen habe, seien natürlich nicht die, die ihren Müll einfach liegen lassen; zumindest sagten sie das von sich selbst, erzählt Tina Endruschat. Sie setzt darauf, dass die Aktion dennoch ihre Wirkung nicht verfehlt hat. In Kürze will man wieder kommen, sagt Thomas Rüth am Nachmittag, als es langsam immer voller wird auf den Wiesen im Kaiserpark…

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