Bildung

17-jährige Essenerin ist "Start"-Stipendiatin

Hat einen irakischen und einen deutschen Pass: die Essenerin Marina Al-Butany. Ihre Eltern sind stolz auf die Tochter, die gerne einmal studieren möchte.

Hat einen irakischen und einen deutschen Pass: die Essenerin Marina Al-Butany. Ihre Eltern sind stolz auf die Tochter, die gerne einmal studieren möchte.

Foto: WAZ FotoPool

Essen.  Ihre Familie floh mit ihr aus dem Irak, als sie ein Baby war. Heute lebt Marina Al-Butany in Essen. Die 17-Jährige besucht die Gesamtschule Bockmühle. Und freut sich über ein Stipendium der "Start"-Stiftung. Mit dessen Hilfe sie ihr Ziel, das Abi zu machen und einmal zu studieren, sicherlich erreichen wird.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Seit Oktober ist sie dabei: Marina Al-Butany ist Stipendiatin. Die „Start“-Stiftung hält die Essenerin, die die 11. Klasse der Gesamtschule Bockmühle besucht, für förderungswürdig. Marina, deren Familie mit ihr, als sie noch ein Baby war, aus dem Irak flüchtete, weil sie in ihrem Heimatland als Christen verfolgt wurden. Die 17-Jährige hat ein Ziel, das sie mit dem Stipendium zu erreichen hofft: „Ich möchte das Abi machen, studieren.“ Wenn sie es schafft, wird sie die erste in ihrer Familie sein, die eine Uni besucht.

„Religionswissenschaften interessieren mich“, erzählt Marina, die sich vorstellen könnte, vielleicht einmal als Lehrerin zu arbeiten. Dass Bildung der Schlüssel zu einer glücklichen Zukunft sein kann, davon ist man bei der „Start“-Stiftung in Frankfurt/Main überzeugt. Die größte deutsche Förderinitiative für Schüler mit Migrations-Hintergrund möchte denen, die nicht das Glück haben, privilegiert und gut versorgt ins Leben zu starten, eine Start-Hilfe bieten. Schülern wie Marina, die gerne das Abi oder Fachabi machen möchten, die begabt und engagiert sind und die sich selbst auch für andere Menschen stark machen.

100 Euro im Monat für die Bildung

Marina Al-Butanys Vater hat im Irak Staudämme gebaut. In Essen ernährt er die siebenköpfige Familie mit einem Abschlepp-Dienst.

Seine Tochter wechselte in der neunten Klasse von der Haupt- auf die Gesamtschule, fiel Lehrern auch dadurch auf, dass es sie schon mit 15 in ihrer Freizeit ins Gotthard-Daniels-Haus zog. Ein Alten- und Pflegeheim, wo sie ehrenamtlich, heute noch, Bewohnern das Essen anreicht, mit ihnen Spiele macht. Auch im Franz-Sales-Haus, in dem Menschen mit geistigen Behinderungen leben, ist Marina eine gern gesehene ehrenamtliche Hilfe. Ihr Einsatz für andere war ein Grund dafür, dass sie ein Stipendium von „Start“ erhielt. Damit ist sie eine von 187 Schülern in NRW, die von der Stiftung unterstützt werden.

"In Deutschland ist alles möglich"

100 Euro Bildungsgeld im Monat bekommt Marina. „Davon kaufe ich Material für die Schule, bezahle meine Nachhilfe in Mathe und kann mir auch mal einen Theater- oder Kino-Besuch leisten.“ Mit anderen „Start“-Stipendiaten macht sie Musik in einer Band. „Ich singe und spiele Klavier.“ Man trifft sich auch, um Fußball zu spielen und besucht gemeinsam den Düsseldorfer Landtag. „In den Osterferien werden wir nach Weimar zu einem Theater-Seminar fahren.“ In die Stadt, in der einst Goethe und Schiller lebten.

Marina weiß zu schätzen, was ihr das Stipendium ermöglicht, das sie bis zum Abitur hat. Nicht nur in Sachen Bildung. „Durch ,Start’ habe ich Freunde, die aus der Türkei, aus Marokko und Indien stammen. Ich habe ihre Familien, ihre Kulturen kennengelernt.“ Das alles sei schon ein großes Geschenk, findet die junge Frau. Die auch meint: „In Deutschland ist alles möglich. Ich kann nicht verstehen, wenn Leute hier unzufrieden sind.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben