13. Infotag für Senioren

13. Informationstag für Senioren im Bahnhof Essen-Borbeck

Luise Zimmermann (95) lässt sich gemeinsam mit Tochter Sonja Zimmermann, von Astrid Köhne (CSE) und Edeltraut Höll (von links) beraten. Der 13. Borbecker Informationstag lockte viele ältere Bürger und ihre Angehörigen in den Bahnhof Borbeck.

Luise Zimmermann (95) lässt sich gemeinsam mit Tochter Sonja Zimmermann, von Astrid Köhne (CSE) und Edeltraut Höll (von links) beraten. Der 13. Borbecker Informationstag lockte viele ältere Bürger und ihre Angehörigen in den Bahnhof Borbeck.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen-Borbeck.  Seit zehn Jahren informieren Vereine, Verbände, Firmen und die Stadt über die Angebote für Senioren im Stadtbezirk Essen-Borbeck.

Erika Ortmann (87) und ihre Schwester Annemarie Rudnicki (83) schlendern gemütlich durch die Bahnhofshalle in Borbeck. Der 13. Informationstag für Senioren interessiert sie, speziell die Hausnotruf-Systeme. Wie wichtig solch ein Hilfsmittel werden kann, wissen sie bestens: Ihre Mutter Maria Schäfer ist schließlich 106 Jahre alt geworden. Erika Ortmann fühlt sich trotz ihres Alters in ihrer Frintroper Wohnung noch wohl und sicher. „Weil ich das Glück habe, dass noch junge Leute bei mir wohnen“, lacht sie. Aber was bedeutet jung? „Der Nachbar oben ist 58, die beiden unten 57 und 63“, zählt sie auf. Mit anderen Worten: Es kommt auf die Sichtweise an.

Vor zehn Jahren knüpften die Anbieter in Essen-Borbeck ein Netzwerk

Für Kirstin Siemes ist die Sichtweise klar. Die 58-Jährige arbeitet in der Awo-Begegnungsstätte Wilhelm-Heine-Haus am Butzweg in Borbeck und beobachtet seit Jahren: „Es gibt viele Dienste und Dienstleistungen, aber viele alten Leute kennen ihre Möglichkeiten nicht, sei es das seniorengerechte Wohnen oder der Hospizdienst.“ Deshalb blieben viele Senioren einfach allein zu Hause: „Doch Einsamkeit macht krank.“

Das Problem war schon vor zehn Jahren bekannt, deshalb kam damals ein kleiner Kreis von Borbecker Akteuren zusammen, um ihre Arbeit zu vernetzen und gemeinsam bekannter zu machen: Der Info-Tag war geboren. Dass es am Freitag bereits zum 13. Mal „Älter werden in Borbeck“ hieß, hat einen einfachen Grund, wie Ulrich Buddenberg, Seniorenbeauftragter der Bezirksvertretung, erläutert: „Früher fand der Tag zweimal im Jahr statt. Aber der Aufwand war zu groß, so dass wir ihn nur noch einmal veranstalten.“

Hörgeräteakustiker informiert künftig im Bethesda-Altenheim

So hilfreich wie der Tag für die Information suchenden alten Borbecker ist, so sinnvoll ist er auch für die Aussteller. Bianca Herden-Rosin etwa führt Hörgeräte vor. Ihre Auswahl gleicht eher einer Schmuckkollektion voller schicker Kreationen, „aber trotzdem sind Hörgeräte noch tabu“, sagt sie. Dabei gäbe es schon tolle Lösungen für alte und noch nicht ganz so alte Menschen. „Schwerhörigkeit beginnt schon Mitte fünfzig“, weiß sie. Praktische Geräte mit Akkus oder auch Ankoppelungen ans Handy erleichterten die Benutzung.

Darüber werde ihr Arbeitgeberin Andrea Schiemenz künftig im Bethesda-Altenheim auf der Wüstenhöferstraße informieren. „Wir haben heute eine Kooperation verabredet, um unseren Service im Rahmen von Sprechstunden anzubieten“, freut sich Bianca Herden-Rosin.

Förderung der Zusammenarbeit steht im Mittelpunkt

Die Förderung der Zusammenarbeit – im Borbecker Bahnhof waren 17 Anbieter vertreten – ist auch das Ziel von Organisatorin Kirstin Siemes: „Für uns ist es die Arbeit einfacher, wenn man Kollegen kennt. Es waren wieder einige von ihnen erstaunt, wie viele Angebote es gibt.“

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