Sport

Zeitdruck beim Kunstrasenbau in Schwelm

Das Mehrzweckfeld ist ohnehin stark sanierungsbedürftig und soll in einem zweiten Bauschnitt ertüchtigt werden. Was hier genau entsteht. soll mit den Bürgern und Vereinen abgesprochen werden

Das Mehrzweckfeld ist ohnehin stark sanierungsbedürftig und soll in einem zweiten Bauschnitt ertüchtigt werden. Was hier genau entsteht. soll mit den Bürgern und Vereinen abgesprochen werden

Foto: Stefan Scherer

Schwelm.   Zumindest der Kunstrasenplatz und die Tartanbahn sollen auf der Anlage An der Rennbahn bis Herbst fertig gestellt sein.

Nachdem der Zeitplan der Schwelmer Stadtverwaltung, mit dem Bau des Kunstrasenplatzes an der Rennbahn erst im März kommenden Jahres zu beginnen, für mächtig Ärger gesorgt hatte (wir berichteten), will Bürgermeisterin Gabriele Grollmann nun alles daran setzen, dass zumindest die Spielfläche und die Tartanbahn im Herbst fertiggestellt sind.

„Der Kunstrasenplatz wird kommen. Wichtigstes Ziel ist es, dass der Spielbetrieb Ende Oktober starten kann“, teilt sie mit, nachdem die Vereine erbost waren und die Politiker des Stadtrats die entsprechende Verwaltungsvorlage einstimmig vertagt hatten, weil sie diese als „nicht entscheidungsfähig“ bewerteten. Gleichwohl betont der Beigeordnete Ralf Schweinsberg die Abhängigkeit von Dingen, die die Schwelmer selbst nicht beeinflussen können, die aber möglicherweise den Zeitplan zunichte machen.

„Wenn wir – übertrieben gesagt – im September Schnee schüppen müssen, kann der Platz nicht fertiggestellt werden.“ Zudem müsse abgewartet werden, wie schnell es möglich sei, die Schlackeschicht abzutragen, damit der Kampfmittelräumdienst die Fläche untersuchen kann, bevor mit dem Bau der Drainage begonnen werden kann.

Kunstrasenplatz

Bürgermeisterin und Beigeordneter sichern zu, dass alle notwendigen Arbeiten, zum Beispiel für die Ausschreibung, im Hintergrund im Rathaus erledigt würden, um sofort loslegen zu können, wenn der Kampfmittelräumdienst grünes Licht für den Bau erteilt. Am Mittwoch, 10. Mai, befassen sich die Teilnehmer des „Runden Tisches Sport“ mit weiteren Abstimmungen hinter verschlossenen Türen, bevor der Umbau der Rennbahn am Montag, 15. Mai, in einer gemeinsamen Sondersitzung von Finanz-, Sport- und Liegenschaftsausschuss bestimmendes Thema werden wird. Ziehen alle an einem Strang, soll der Rat der Stadt Schwelm in seiner Sitzung am Donnerstag, 18. Mai, den Weg für den Bau und die Finanzierung ebnen.

Hierzu hat die FDP-Fraktion bereits einen Antrag gestellt, der sich mit der Vorstellung der Verwaltung deckt, den Bau der eigentlichen Spielfläche und der Tartanbahn vorzuziehen. Im Gesamten soll an der Rennbahn eine so genannte Kampfbahn Typ B entstehen. Die beinhaltet: ein Kunstrasen-Großspielfeld, sechs Rundlaufbahnen und das Westsegment in Tartan, acht Kurzstreckenlaufbahnen, im Ostsegment ein DFB-Mini-Kicker-Spielfeld in Kunstrasen, eine Stabhochsprunganlage, eine Weit- und Dreisprunganlage sowie eine Hochsprunganlage.

Mehrzweckfeld

Das Mehrzweckfeld ist ohnehin stark sanierungsbedürftig. So will die Verwaltung beide Maßnahmen zusammenführen und somit das gesamte Umfeld deutlich aufwerten, inklusive der Wegeverbindungen. Auf diesem Platz unter der Hochspannungsleitung sollen acht Weitsprungbahnen entstehen, dazu eine Kugelstoßanlage mit vier Ringen. Zusätzlich ist eine Fläche für Volleyball, Handball und Basketball angedacht.

Hier sind die Pläne aber noch nicht abschließend erstellt. Dies thematisiert die FDP auch in ihrem Antrag: Freizeitangebote wie ein Beachvolleyballfeld sollen demnach in Absprache mit den Sportvereinen und Bürgern entstehen. Auch Sponsoren und Fördergelder sollten nach dem Dafürhalten der Liberalen gefunden werden.

Gebäude

Ob hier ein Sportlertreff entsteht, ist unklar. Im Bestand sollen die Mindestanforderungen der Vereine umgesetzt werden: vier Umkleidekabinen mit Duschen und Sanitäreinrichtungen, zwei separate Schiedsrichterkabinen mit Sanitäreinrichtungen sowie Schulungs- und Aufenthaltsräume für die Vereine. In der ersten Etage befindet sich eine Bestandswohnung, die bis vor einigen Jahren an die Platzwartin vermietet war. Was in diesen Räumen entstehen soll, muss noch abschließend beraten werden.

Zudem müssen diverse Sportgeräte wie Hürden und Bälle untergebracht werden. Die Verwaltung geht davon aus, dass dafür drei Garagen ausreichen. Es soll geprüft werden, ob die drei vorhandenen dafür genutzt werden können.

Bewirtschaftung

Die Verwaltung setzt für die Gesamtmaßnahme 2,48 Millionen Euro an. Dies ist der Politik zu viel (wir berichteten). Ebenso ungeklärt sind noch die Kosten für die notwendige Pflege und Bewirtschaftung der neuen Anlage.

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