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Wachwechsel an der Spitze von AVU Netz in Gevelsberg

AVU-Vorstand Uwe Träris, Hansjörg Sander und Ralf Holtmann (von links) vor der Gevelsberger AVU-Zentrale.

Foto: Klaus Bröking

AVU-Vorstand Uwe Träris, Hansjörg Sander und Ralf Holtmann (von links) vor der Gevelsberger AVU-Zentrale. Foto: Klaus Bröking

Gevelsberg.   Hansjörg Sander geht nach 35 Jahren bei der Gevelsberger AVU zum Jahreswechsel in den Ruhestand. Ralf Holtmann wird sein Nachfolger bei AVU Netz.

Wachwechsel an der Spitze der AVU Netz GmbH. Der Hattinger Hansjörg Sander räumt nach 35 Jahren im Dienst des Energieversorgers am Silvestertag den Chefsessel. Mit 65 Jahren hat er die Altersgrenze erreicht. Ihm folgt der Gevelsberger Ralf Holtmann.

Es hat sich eine Menge geändert in den Jahren, die Sander für die Versorgung mit Strom, Gas und Wasser verantwortlich war. Zum Glück für die AVU und ihre Kunden nicht die Zuverlässigkeit des Netzes, das weniger Ausfallzeiten als im Durchschnitt in der Bundesrepublik aufweist. „Die wesentlichste Änderung war, dass wir uns aus der Fläche zurückgezogen haben“, sagt Sander. Mussten früher die Betriebsstellen mit Mitarbeitern vor Ort sein, um zum Beispiel bei Störungen reagieren zu können, kann heute alles von Gevelsberg aus gesteuert werden.

Fernwärmenetz stillgelegt

Miterlebt hat der noch amtierende Netz-Chef auch, wie aus sozusagen zwei Unternehmen eins geworden ist. Die Bereiche Strom auf der einen sowie Gas und Wasser auf der anderen Seite seien früher strikt getrennt gewesen. Es habe ein paar Jahre gedauert, dies auch in den Köpfen der Mitarbeiter zu ändern.

Noch gut erinnern kann sich Sander, wie die AVU als erster Versorger in Deutschland ein zukunftsträchtiges Fernwärmenetz stilllegen musste, weil durch den Wegfall der Firma Bauknecht als Kunden, die Basis dafür entzogen wurde. „Wir haben aus Fernwärmeleitungen Gasleitungen gemacht. Das wollte uns zuerst niemand glauben, dass das geht.“ Eine Pioniertat der AVU sei es auch gewesen, eine Gasleitung durch den 195 Meter langen Schulenbergtunnel in Hattingen zu legen, weil das die günstigeste Methode gewesen sei, die Höhe zu überwinden.

Einstimmig gewählt

Das sind Aufgaben, die unter der Leitung von Hansjörg Sander gelöst wurden. Sein Nachfolger Ralf Holtmann, der einstimmig vom Aufsichtsrat gewählt wurde, sieht aber genauso spannende Herausforderungen auf sich und seine Mitarbeiter zukommen. Dazu gehöre die Digitalisierung, die Messsysteme möglich mache, die Großkunden helfen, Strom effizienter einzusetzen. Auch der Kostendruck der Bundesnetzagentur steige ständig.

Chance für junge Menschen

Und vor allen Dingen würde die Personal- und Nachwuchsförderung mehr ins Scheinwerferlicht gerückt werden. Dabei kann er jungen Menschen nur raten, zum Beispiel den so nüchtern klingenden Beruf des Elektroanlagen-Installateurs zu ergreifen: „Das ist eine spannungsvolle und zukunftsträchtige Tätigkeit. Wir müssen den Blick nur auf die Elektromobilität richten.“ Auch Ingenieure würden bei dringend gesucht. Keine Probleme mache die erneuerbare Energie. Die Einspeisung von Sonnen- oder Windenergie könne mit dem vorhandenen Netz bewältigt werden. „Da sind wir nicht so betroffen wie andere Gebiete in Deutschland“, sagt Holtmann. Beim Wind ist das vielleicht sogar noch eine gute Nachricht, bei der Sonne auf jeden Fall nicht.

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