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Vorstand der Gevelsberger Sparkasse schwimmt gegen den Strom

Christian Becke, Michael Hedtkamp und Thomas Biermann (von links) vom Vorstand der Sparkasse Gevelsberg-Wetter zeigen die Innenansicht der „Filiale der Zukunft“, wie sie zuerst am Vogelsang entstehen wird. 

Foto: Klaus Bröking

Christian Becke, Michael Hedtkamp und Thomas Biermann (von links) vom Vorstand der Sparkasse Gevelsberg-Wetter zeigen die Innenansicht der „Filiale der Zukunft“, wie sie zuerst am Vogelsang entstehen wird. 

Gevelsberg  Überall werden wegen des Trends zum Online-Banking die Filialen von Geldinstituten geschlossen – in Gevelsberg modernisiert die Sparkasse.

Überall schließen Geldinstitute ihre Filialen und wollen damit eine Antwort auf das Online-Banking, die Finanzgeschäfte am heimischen Computer, geben. Die Sparkasse Gevelsberg-Wetter geht einen ganz anderen Weg. Sie legt ein klares Bekenntnis zu ihren Filialen ab und setzt mit der Entscheidung für ein Modernisierungs-Programm auch ein sichtbares Zeichen, dass dies kein Lippenbekenntnis ist.

Eine Menge Zukunft in einem Satz

„Mit der Filiale der Zukunft zeigen wir, dass die Filiale in der Zukunft eine Zukunft bei uns hat“, sagt Michael Hedtkamp, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der heimischen Sparkasse. Eine Menge Zukunft in einem Satz, aber das ist Absicht. Ab Juli will die Sparkasse mit dem Umbau ihrer Filiale am Vogelsang beginnen. „Wir wollen das Gespräch von Mensch zu Mensch suchen – und das in einem ansprechenden Umfeld“, sagt Hedtkamp.

Bei den Renovierungen wird die Hauptstelle der Sparkasse an der Mittelstraße als Vorbild genommen. Dort, so Hedtkamp, gebe es sehr viel Kundenverkehr und somit auch Erfahrungen. Die Mitarbeiter sollen sichtbar sein. Die Geldautomaten werden, wie bei der Hauptstelle, in die Filiale integriert. „Wir wollen den Selbstbedienungsbereich aus der Schmuddelecke am Eingang heraus holen“, drückt es Hedtkamp aus. Es wird einen großzügigen Beratungsbereich geben. „Wir werden nach dem Umbau genau so viele Mitarbeiter in unserer Filiale haben wie heute“, versichert der Sparkassen-Vorstand die Renovierungskosten nicht mit Personalabbau zu finanzieren.

Vier Monate wird gebaut

Ergänzt wird das Angebot aber auch mit multimedialen Systemen. Damit können Sparkassen-Kunden zum Beispiel ein Objekt aus dem Immobilienangebot aussuchen und sich schon einmal eine Finanzierung anbieten lassen, bevor der Besucher mit dem Sparkassen-Mitarbeiter ins Detail geht.

Rund vier Monate wird es dauern, bis die Filiale sich in den Augen des Vorstandes des Geldinstituts fit für die Zukunft gemacht hat. In der Zwischenzeit wird ein Doppelcontainer – auch mit Möglichkeiten der Selbstbedienung wie etwa Geldautomaten – am Vogelsang aufgestellt.

Pläne für Hauptstelle in Wetter

„Eigentlich wollten wir gleich mit der Modernisierung von drei Filialen beginnen“, so Vorstandsvorsitzender Thomas Biermann, „aber wir möchten uns auch nicht verzetteln.“ Eine weitere Baustelle gibt es nach der Fusion mit der Hauptstelle in Wetter. Dort teilt sich die Sparkasse einen Gebäudekomplex mit unterschiedlichen Mietern und es gibt außerdem Leerstände. Die Sparkasse lässt nun prüfen, ob sie sich auf den historischen Teil des Komplexes konzentrieren kann. An dem Neubau-Bereich hätte die Stadt Wetter Interesse, bei der die Verwaltung auf verschiedene Gebäude verteilt ist.

„Wir müssen auch daran denken, welche Kapazitäten wir haben“, warnt Vorstandsvorsitzender Biermann davor, dass sich die Sparkasse auch als Bauherr verzetteln könnte. Die Zeit eilt auch nicht. So hässlich sind die alten Filialen nun mal auch nicht. Entscheidend ist die Entscheidung fürs Filial-Konzept in Gevelsberg.

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