Neuer Kiosk in Voerde

Vom Brummifahrer zum Kioskbesitzer

Driton Murati  hat  sich einen Traum erfüllt und sich im Alter von 42 Jahren mit einem eigenen Kiosk selbstständig gemacht. Seine Familie hilft mit, den kleinen Laden Am Westfeld 6 zu betreiben. Wie Schwägerin Naime, die großes Geschick beim Backen hat.

Driton Murati hat sich einen Traum erfüllt und sich im Alter von 42 Jahren mit einem eigenen Kiosk selbstständig gemacht. Seine Familie hilft mit, den kleinen Laden Am Westfeld 6 zu betreiben. Wie Schwägerin Naime, die großes Geschick beim Backen hat.

Foto: Carmen Thomaschewski

Ennepetal.   Driton „Toni“ Murati eröffnet einen Laden Am Westfeld 6 und wagt mit 42 Jahren einen Neuanfang

20 Jahre lang ist er Lkw gefahren, vor fünf Tagen hat er einen Kiosk in Voerde eröffnet. „Einmal im seinem Leben muss man was riskieren“, sagt Driton Murati. Das hat er vor zwei Jahren getan, als er das Haus am Westfeld 6 in Voerde kaufte, schräg gegenüber vom Kirmesplatz. Er sah in dem Gebäude nicht nur ein neues Zuhause für ihn und seine Familie, sondern auch eine neue berufliche Zukunft.

Immer wieder ist er auf seinen Touren daran vorbei gefahren und hatte lange darüber nachgedacht, ob er den Schritt wagen sollte. Die Lage für einen Kiosk sei perfekt. „Ich kenne hier quasi jedes Haus“, sagt er. Und die Leute kennen ihn. „Man nennt mich Toni, den Container-Mann“, sagt er und lacht. Er arbeitete viele Jahre für den Entsorger AHE - und das sehr gerne. „Es war eine der schwersten Entscheidungen überhaupt, die Kündigung zu schreiben“, sagt er. Doch den Kaufvertrag zu unterzeichnen, zählt er zu seinen besten. Und jetzt hofft er, dass er sich einen Namen mit seinem eigenen Kiosk macht.

Seine Familie an seiner Seite

Schon jetzt hat er viel Arbeit in seinen Traum gesteckt. „Es war hier viel zu tun, ich musste das Haus entkernen, alles renovieren.“ Zum Glück habe er handwerkliches Geschick und seine Familie an seiner Seite, seine Frau, die beiden Jungs, seine Tochter. Auch die Schwägerin hilft mit. Nicht nur ihnen, sondern auch den Voerdern will er danken, dafür dass er so herzlich aufgenommen worden sei.

Es stehen mehrere Blumensträuße im Schaufenster, Nachbarn hätten sie ihm gebracht und Glück gewünscht. Jeden Tag würden mehr Leute bei ihm - in dem Kiosk am Westfeld - vorbei schauen. Besonders freut er sich darüber, dass er auch schon Stammkundschaft hat. „Wenn die Leute wieder kommen, dann sind sie zufrieden“, sagt er und dann sei er es auch.

Auf die Idee für einen eigenen Kiosk ist er auch während seiner Zeit im Lkw gekommen. „Wer hier zu bestimmten Zeiten frische Brötchen braucht, der musste bisher weit fahren.“ Alt eingesessene Voerde hätten ihm erzählt, dass es vor 20 Jahren - genau an dieser Stelle - eine Frau gegeben hätte, die Milch, Brot und Joghurt verkauft hätte. Bei ihm gibt es alles, was man in der Küche braucht, dazu noch Genussmittel wie Alkohol und Zigaretten. Vor allem die frisch gebackenen Sachen kämen bei den Kunden gut an.

Direkt gegenüber ist eine Bushaltestelle, deshalb würden auch viele Schulkinder kommen. Für sie möchte er ein gesundes Morgenmenü anbieten – und das für kleines Geld, wie er sagt, falls die Eltern mal keine Zeit hätten, ein Frühstück vorzubereiten.

Vor allem aber für die Senioren in Voerde will er etwas tun. Auf die Idee dazu, hätten ihn Kunden gebracht. „Viele sind nicht mehr so gut zu Fuß unterwegs, können nicht so viel tragen“, weiss Driton Murati. Für sie plant er eine Art Lieferservice nach Hause, wenn für mindestens 10 Euro eingekauft wird. Anfragen hätten es schon einige gegeben, jetzt überlegt er, wie er das am besten organisieren kann.

Mit offenen Armen empfangen

Auch bei den Mitarbeitern von Dorma kommt der Kiosk an. Für sie habe er auch die langen Öffnungszeiten eingerichtet. Von Montag bis Freitag von 5 bis 23 Uhr. Um 22 Uhr sei Schichtwechsel, Teilchen und Brötchen seien dann heiß begehrt, sagt er.

Wer am Wochenende frisches Backwerk haben will, der bekommt am Samstag ab 6 Uhr welches, sonntags werde ausgeschlafen, sagt Driton Murati. Dann öffnet der Kiosk um 8 Uhr. An diesem Tag schließt er auch etwas früher, nämlich um 21 Uhr und nicht wie an allen anderen Tagen um 23 Uhr.

Sein neuer Job macht ihm viel Spaß, mehr als er vorher dachte. Der 35 Quadratmeter große Kiosk und sein neues Heim habe viel Zeit und Geld gekostet, aber es habe sich gelohnt, da ist er sich schon jetzt sicher. „Die Voerder haben mich mit offenen Armen empfangen. Ich fühle mich hier wohl.“ Am 24. Februar hat Driton Murati Geburtstag. Er wird nicht nur 43 Jahre alt, er feiert auch einen ganz neuen Lebensabschnitt.

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