Untersuchung

Varianten fürs Schwelmer Bäderkonzept geprüft

Das Schwelmebad wird seit 2008 vom Trägerverein betrieben. Der Pachtvertrag läuft bis zum Jahr 2020. Und was kommt danach?

Das Schwelmebad wird seit 2008 vom Trägerverein betrieben. Der Pachtvertrag läuft bis zum Jahr 2020. Und was kommt danach?

Foto: Bernd Richter

Schwelm.   Das Beratungsunternehmen Ernst & Young legt die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie und Wirtschaftlichkeitsuntersuchung vor.

Wie sieht Schwelms Bäderlandschaft in Zukunft aus? Ende 2016 wurde das Beratungsunternehmen Ernst & Young beauftragt, eine Machbarkeitsstudie und Wirtschaftlichkeitsuntersuchung durchzuführen. Die Untersuchung ist abgeschlossen. Das Ergebnis wird am Donnerstag, 6. Juli, in öffentlicher Sitzung des Rates der Stadt Schwelm vorgestellt. Die Vorlage dient als Grundlage für die Kommunalpolitik, die nun zu entscheiden hat, welche der untersuchten Varianten für Schwelm die beste ist.

Das Hallenbad in der Mittelstraße und das Freibad in der Schwelmestraße sind in die Jahre gekommen und nicht mehr auf dem neuesten Stand. Sollte man in Zukunft noch weiter in den Bestand investieren oder kämen Abriss und Neubau die Stadt auf Dauer nicht günstiger? Wieviel würde eigentlich die umfängliche Sanierung der Bäder kosten? Wie teuer wäre der Bau eines Allwetterbades?

Was die Zukunft der Schwelmer Bäderlandschaft betrifft, ist vieles denkbar. Stadt und Politik haben sich auf neun Varianten verständigt, die dem Beratungsunternehmen Ernst & Young zur Prüfung vorgelegt wurden. Das Ergebnis hinsichtlich u.a. Kosten, der zu erwartenden Besucher und Erlöse sieht wie folgt aus:

Erhalt der Bestandssituation des Hallenbades: Investitionskosten: 2,4 Millionen Euro. Besucherprognose pro Jahr: 47 388 (öffentlich) plus 26 386 (Schulen und Vereine). Erlöse pro Jahr: 178 688 Euro.

Erhalt der Bestandssituation des Freibades: Investitionskosten: 3,5 Millionen Euro. Besucherprognose: 21 305. Erlöse: 170 534 Euro.

Generalsanierung Hallenbad: Investitionskosten: 3,0 Millionen Euro. Besucherprognose: 47 388 (öffentlich) plus 26 386 (Schulen und Vereine). Erlöse: 178 668 Euro.

Generalsanierung Freibad: 4,3 Millionen Euro. Besucherprognose: 21 305. Erlöse: 170 534 Euro.

Neubau Hallenbad („Simply Swimming“): Zur Ausstattung: Schwimmbecken mit fünf Bahnen und Startsockeln, Schwimmbereich und Nichtschwimmbereich mit Hubboden, keine Sauna bzw. Gastronomie; Investitionskosten: 4,3 Millionen Euro. Besucherprognose: 47 338 (öffentlich) und 23 747 (Schulen und Vereine). Erlöse: 168 371 Euro.

Neubau Hallenbad ohne Sauna: Investitionskosten: 9,2 Millionen Euro. Besucher: 54 439 (öffentlich) und 26 386 (Schulen und Vereine). Erlöse: 204 152 Euro.

Neubau Hallenbad mit Sauna:Investitionskosten: 13, 7 Millionen Euro. Besucherprognose: 57161 (öffentlich), 26 386 (Schulen und Vereine) sowie 35 150 (Sauna). Erlöse: 771 584 Euro.

Neubau Freibad mit Sauna: Investitionskosten: 9,1 Millionen Euro. Besucherprognose: 39 600 (öffentlich) und 10 400 (Sauna). Erlöse: 373 061 Euro.

Neubau Ganzjahresbad: Investitionskosten: 16,2 Millionen Euro. Besucherprognose: 133 050 (öffentlich), 26 386 (Schulen und Vereine) und 35 150 (Sauna). Erlöse: 1,18 Millionen Euro.

Einschätzung

Unter Berücksichtigung von Vermögenswert, Abschreibung, Bilanzeffekt und Restnutzungsdauer stellen sich laut Ernst & Young die Neubauvarianten für die Stadt Schwelm grundsätzlich wirtschaftlicher dar als der Erhalt bzw. die Sanierung der Bäder. Im Vergleich aller Neubau-Varianten wird wiederum das Ganzjahresbad als am wirtschaftlichsten bewertet.

Die Politik wird die Ergebnisse in nächster Zeit beraten, um nach der Sommerpause in die Diskussion zur Beschlussfassung zu gehen. Die Modellrechnungen von Ernst & Young gehen von einer Planungsphase ab 1.1.2018 aus (im Falle des Ganzjahresbades). Sollte sich die Politik dafür entscheiden, müsste ein Beschluss spätestens zum Jahresende getroffen werden.

Kritik am Untersuchungsverfahren kommt indes vom Trägerverein Schwelmebad. Es sei nur das geprüft worden, was sich die Politik gewünscht habe. Vorsitzender Ernst-Walter Siepmann hat das Gefühl, dass die betroffenen Vereine in dem Beteiligungsverfahren nur Staffage sind. Es gäbe Kräfte in der Stadt, die partout fürs Ganzjahresbad sind, und das werde jetzt durchgedrückt.

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