Workcamp in Kenia

Unbeschreibliche Herzlichkeit, tolle Eindrücke

Die Teilnehmer des Workcamps, das von Anika Zerkowski (Zweite von rechts) geleitete wurde, machten auch einen Abstecher zum Äquator.

Die Teilnehmer des Workcamps, das von Anika Zerkowski (Zweite von rechts) geleitete wurde, machten auch einen Abstecher zum Äquator.

Foto: WP

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Ennepetal.  „Das ist eine Erfahrung, die man für das Leben mitnimmt.“ Johanna Brinkmanns Augen leuchten, wenn sie von ihrem Aufenthalt in Kenia berichtet. Die Gastfreundschaft und die Herzlichkeit der Menschen, die ihr begegnet sind, haben die 18-jährige Ennepetalerin sehr beeindruckt. Für vier Wochen lernte sie in einem Workcamp in Lwak die Kultur und das alltägliche Leben in dem afrikanischen Land kennen. Geleitet wurde das Camp, dass die Kolping-Jugendgemeinschaftsdienste veranstalteten, ebenfalls von einer Ennepetalerin. Für Anika Zerkowski war es bereits der zweite Besuch in der dortigen Missionsstation.

Ende Mai hatte unsere Zeitung über Anika Zerkowskis bevorstehende Reise berichtet – und dass sie noch Workcamp-Teilnehmer sucht. Der Aufruf brachte zwar keinen Erfolg mehr, aber Johanna hatte sich ohnehin schon angemeldet. „Nach Kenia wollte ich immer mal“, erklärt die RGE-Abiturientin, die auf Gut Braband wohnt. „Mein Vater war vor fünf Jahren einmal in Kenia und in Tansania.“ So ergriff sie die Gelegenheit und wagte die abenteuerliche Reise. „Ich habe versucht, meine Erwartungen zurückzuschrauben. Ich wollte die Kultur kennen lernen und das Land sehen“, erklärt sie.

Gemeinsam mit vier weiteren Workcamp-Teilnehmern ging es Anfang Juli für die beiden Ennepetalerinnen nach Lwak in Westkenia. Dort gibt es eine von Franziskanern geführte Missionsstation.. „Wir sind ziemlich gut untergekommen“, erzählt Anika. Es habe eine Dusche, fließendes Wasser, ein richtiges Klo und einigermaßen europäisch geprägtes Essen gegeben. In der ersten Woche stand für die Gruppe das Kennenlernen der Station auf dem Programm.

„Wir haben erst einmal alles kennen gelernt und wurde abends auch überall eingeladen“, berichten die beiden. Unter anderem ging es in die Schulklassen. Zum Beispiel begleiteten sie eine High-School-Gruppe, die für einen internationalen Tanz- und Musikwettbewerb übte. Sie lernten den Deutschlehrer kennen und begleiteten Father Matthews, den Pater, der die Mission leitet. In den folgenden beiden Wochen konnten Anika, Johanna und die anderen Teilnehmer dann überall mitmachen und -helfen – je nachdem, was sie interessierte. Deutsch unterrichten in der Schule, Helfen im Krankenhaus und anderes mehr waren möglich. „Es geht um interkulturellen Austausch, nicht um einen Arbeitseinsatz“, erklärt Anika. „Wir haben aber auch gelernt, wie man ein Haus verputzt.“ Ansonsten habe es viel Freiraum gegeben. Und das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft schauten sie in der nahe gelegenen Großstadt Kisumu, Kenias drittgrößter Stadt.

Viel erlebte die Gruppe auch außerhalb der Station. Bei einem Ausflug in den Regenwald ging das Auto kaputt. Aus einigen Stunden wurden am Ende zwei Tage – bis die Reparatur erfolgreich war. „Wir haben die Nacht auf Stühlen im Hotel verbracht, weil wir nicht noch mehr zahlen wollten, neben der Reparatur“, erklärt Anika. Doch durch Erfahrungen wie diese, hätten sie auch gemerkt, wie unglaublich gastfreundlich die Kenianer sind – nicht zuletzt diejenigen, die selbst nichts haben. „Erst ist man misstrauisch, bis man merkt, dass sie das ganz ehrlich meinen“, so Johanna. Die Menschen würden sich viel Zeit nehmen, überhaupt sei der Zeitbegriff ein anderer. „Ich habe gelernt: Pläne machen funktioniert dort nicht.“

Eines habe sie besonders beeindruckt, mein die 18-Jährige, die gerade erst ihr Abitur am Reichenbach-Gymnasium gemacht hat. Das sei der Besuch mit ihrem Pater einer kenianischen Hochzeit gewesen, bei der sie herzlich willkommen waren. Auf einer weiteren Hochzeit eines britisch-kenianischen Paares, organisiert von Briten, seien sie dagegen rausgeflogen. „Wir seien ja nicht eingeladen, hieß es“, erzählt Johanna. Auch so werden kulturelle Unterschiede deutlich.

Safari Tour und Äquator-Besuch

Die Verabschiedung in der Station in Lwak habe sie auch sehr berührt, meint Johanna. „Diese Herzlichkeit ist unbeschreiblich.“ Viele weitere kleine Momente blieben bei den beiden Ennepetalerinnen haften. Die Safari Tour bei Sonnenaufgang durch den Masai Mara Nationalpark, die sie in der letzten Woche bei einer Rundreise machten, gehörte dazu. Tausende Gnus beobachteten sie bei der Wanderung, Zebras, Giraffen. Löwen, eines von nur acht dort lebenden Nashörnern, Flusspferde, Löwen, Antilopen, Geparde und viele Tiere mehr sahen sie. Auch der Victoriasee und der Regenwald gehörte zu ihren Zielen, ebenso Nairobi und der Traumstrand Diani Beach. Die Massai lernten sie kennen und den Äquator steuerten sie an.

Nach vier Wochen ging es wieder zurück in die Heimat. Anika wird ihr Studium der Psychologie in Nimwegen fortsetzen. Und Johanna möchte ein Lehramtsstudium beginnen. „Ich denke, dass ich auf jeden Fall noch einmal ein Workcamp leiten werde. Ich war auf jeden Fall nicht das letzte Mal in Kenia“, meint Anika. Und Johanna hat ebenfalls Geschmack gefunden: „Ich habe gemerkt, dass mich an dere Kulturen sehr interessieren.“

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