Geldsegen

Stiftung sorgt für unverhofften Geldsegen

Eine Tafel am Haus Wilhelmstraße 21, direkt neben dem Kino,  weist auf Emil Reifenberg hin. Seine Stiftung verfügt über Immobilienbesitz, zu dem auch die Räumlichkeiten gehören, in denen das Kino heute ist. 

Eine Tafel am Haus Wilhelmstraße 21, direkt neben dem Kino, weist auf Emil Reifenberg hin. Seine Stiftung verfügt über Immobilienbesitz, zu dem auch die Räumlichkeiten gehören, in denen das Kino heute ist. 

Foto: Bernd Richter / WP

Schwelm.  Die Reifenberger Stiftung fördert Projekte der Jugend- und Seniorenarbeit in Schwelm, die die Caritas, Diakonie und die Stadt benennen kann.

Die Stadt Schwelm, der Caritasverband Ennepe-Ruhr für den Bereich Schwelm und die Diakonie in der Stadt Schwelm haben ein Luxusproblem: In einem Brief wurden sie am Dienstag darüber informiert, das jeder von ihnen bis zu 45.000 Euro für Projekte ausgeben kann, die der Jugend- und der Altenhilfe in der Kreisstadt zuzurechnen sind. Voraussetzung ist, sie weisen für die Projekte eine Bedürftigkeit nach und die entsprechenden Ansprüche sind bis zum 31. August anmelden worden.

In entsprechenden Schreiben hat die Reifenberg Stiftung die Berechtigten am Dienstag über den unverhofften Geldsegen informiert.

Erste Ausschüttung der Stiftung

Möglich macht diesen unverhofften Geldsegen die Reifenberger Stiftung in Schwelm mit Sitz in der Wilhelmstraße. Die Reifenberger Stiftung ist neu im Kreis der gemeinnützigen Stiftungen. „Die Bezirksregierung in Arnsberg hat die Stiftung am 27. Juni 2018 anerkannt und die Finanzverwaltung NRW in Münster ihre Gemeinnützigkeit festgestellt“, teilt der Stiftungsvorstand um den Vorsitzenden Peter Erne in einer Erklärung unserer Zeitung mit. Weitere Vorstandsmitglieder sind Dr. Heino Bickenbach und Lars Erne. Geschäftsführerin ist Susanne Konrads.

Für die nun anstehende erste Ausschüttung kann die Stiftung, wie geschrieben, jedem Berechtigten bei Bedürftigkeit bis zu 45.000 Euro für Projekte zur Verfügung stellen. Ausgeschüttet werden die Erträge, nicht das Stiftungsvermögen. „Das Stiftungsvermögen besteht in erster Linie aus Immobilien, dazu kommen Aktien. Ich rechne mit einer jährlichen Ausschüttung von 100.000 Euro“, sagt Peter Erne. Der Reifenberger Stiftung gehört in Schwelm der Häuserzug an der Ecke Wilhelmstraße/Moltkestraße einschließlich der Räumlichkeiten, in denen sich das heutige Kino befindet.

Testamentarische Verfügung

Die Gründung der Reifenberger Stiftung hat Emil Reifenberger, genannt Klaus, testamentarisch verfügt, da er keine lebenden Angehörige mehr hatte. Der gebürtige Schwelmer ist am 30. Mai 2017 verstorben. Klaus Reifenberger wurde am 26. Juni 1928 in der Kreisstadt geboren. Als 16-Jähriger wurde er 1944 noch eingezogen und kam erst mit den letzten Soldaten 1945 über das brennende Chemnitz zurück in seine Heimatstadt. Bis zum Beginn seines Ingenieurstudiums in Frankfurt macht er im Schwelmer Baugeschäft seines Vaters eine Lehre als Maurer. Nach Abschluss seines Studiums wurde er Architekt und trat in die Firma seines Vaters ein, die fast ausschließlich in Schwelm vom Krieg zerstörte Häuser und Fabriken wieder aufbaute. Später unterhielt er zusätzlich zwei Kinos, erst in Wuppertal und später in Schwelm. Mit Partnern hatte er in den siebziger Jahren einen kleinen Film-Verleih in Düsseldorf. Engagements im nationalen und internationalen Filmhandel folgten. Bis im hohen Alter war er an diesem Metier interessiert und aktiv tätig. Sein Hobby war die Tierbeobachtung und die Jagd, besonders im südlichen Afrika. In Namibia unterstützte er eine Schule für geistig Behinderte Kinder von schwarzen Farmarbeiten. Klaus Reifenberger starb am 30. Mai 2017. Testamentarisch verfügte er die Gründung der gemeinnützigen Reifenberger Stiftung, die die Jugend und Altenhilfe in der Stadt Schwelm unterstützt.

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