Projekt im kommenden Schuljahr

Stadt Ennepetal will Schüler für Lokalpolitik begeistern

Wie eine Ratssitzung abläuft, aber auch, wie in Fraktionen und Ausschüssen gearbeitet wird, sollen die jugendlichen Teilnehmer des Projekts „Kommunalpolitik in der Schule“, kurz „KidS“, kennenlernen.

Wie eine Ratssitzung abläuft, aber auch, wie in Fraktionen und Ausschüssen gearbeitet wird, sollen die jugendlichen Teilnehmer des Projekts „Kommunalpolitik in der Schule“, kurz „KidS“, kennenlernen.

Foto: Hartmut Breyer

Ennepetal.  Um Jugendliche für die Lokalpolitik zu begeistern, will die Stadt Ennepetal erstmals das Projekt „Kommunalpolitik in der Schule“ durchführen.

Um Jugendliche für die Lokalpolitik zu begeistern, will die Stadt Ennepetal im kommenden Schuljahr erstmals das Projekt „Kommunalpolitik in der Schule – KidS“ durchführen. Zur Teilnahme aufgerufen werden sollen Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen sowie Jugendliche, die die Ennepetaler Jugendeinrichtungen besuchen. Die Verwaltung greift damit einen Antrag der Jusos Ennepetal aus dem Oktober vergangenen Jahres auf. Im Schulausschuss wurden die Grundzüge der Planungen nun vorgestellt.

Bei dem Projekt soll den Schülerinnen und Schülern für einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen ein intensiver Einblick in die kommunalpolitische Arbeit des Rates gegeben werden. Den Teilnehmern wird eine Mentorin oder ein Mentor aus den Fraktionen zur Seite gestellt. Die Mentoren begleiten die jungen Menschen zu Ausschuss- und Fraktionssitzungen und zu Veranstaltungen, die mit der kommunalpolitischen Arbeit in Verbindung stehen. Höhepunkt soll der Besuch einer Ratssitzung sein, wo die Mentoren die inhaltlichen Zusammenhänge erklären sollen. Um keine einseitige Beeinflussung durch eine Partei entstehen zu lassen und die Überparteilichkeit des Projekts zu wahren, so die Jusos, sollten die Jugendlichen nach der Hälfte der Zeit die Fraktionen und Mentoren wechseln.

Mentoren betreuen Jugendliche

Nach Recherchen bei bisherigen Teilnehmerkommunen hatten Vertreter von Jugendamt und Schulverwaltung im April ein Gespräch mit der Juso-Vorsitzenden Janine Schulze geführt und die Vorgehensweise abgestimmt. So soll zunächst eine aussagekräftige Broschüre für Jugendliche und Mentoren erstellt werden. Alle Interessierten werden dann zu einer Auftaktveranstaltung eingeladen. Dabei sollen sich Schüler und Mentoren kennen lernen und bei gegenseitiger Sympathie Teams bilden. Darüber hinaus soll die Verwaltung über kommunalrechtliche Strukturen und allgemeine Gremienarbeit informieren. Die Teams vereinbaren individuell gemeinsame Zeiten des Praktikums (z. B. für die Begleitung in Fraktions- und Ausschusssitzungen).

Da sich der Antrag der Juso als überparteilicher Antrag begreife, habe man angedacht, Jugendorganisationen anderer Parteien in die Planung und Durchführung des Projekts einzubinden, heißt es von Seiten der Verwaltung, die zudem betont: „Für ein Gelingen des Projekts wäre ein möglichst breite Beteiligung aller Fraktionen sowie eine Aufgeschlossenheit der Schulen nicht nur wünschenswert, sondern erforderlich.“

Bei den Mitgliedern des Schulausschusses stießen die Ausführungen der Stadtverwaltung auf positive Resonanz. „Wir begrüßen das Vorhaben. Demokratie braucht Menschen, die sich engagieren“, sagte Dr. Petra Kappe (SPD). „Ich hoffe auf Unterstützung.“

In der Grundschule zu früh

Auf die Frage von Diana Hunold-Heymann (Die Linke/Piratenpartei), ob man auch die Grundschulen einbeziehen könne, antwortete Fachbereichsleiter Michael Schmidt, dass er Bedenken habe, das das Projekt für Neun- oder Zehnjährige nicht zu früh komme – was aus dem Kreis der anwesenden Lehrer bestätigt wurde.

Antje Scherie (AfD) bat darum, dass die Lehrer nicht nur im Politikunterricht, sondern auch bei Elternabenden über das Projekt informieren, damit Eltern ihre Kinder zum Mitmachen animieren könnten. Hildegard Frede (FWE) sagte, dass sie das Vorhaben unterstütze, aber eher in Form von Seminaren. Dem widersprach der Schulausschuss- und CDU-Fraktionsvorsitzende Daniel Heymann. „Es geht in dem Projekt darum, junge Menschen in der Praxis an Politik heranzuführen.“ Und Grundsätzliches, zum Beispiel wie ein Rat funktioniert, sei ein Thema für den Politikunterricht.

„Das Angebot kommt zur richtigen Zeit“, sagte Stefan Mayer-Stoye (Bündnis 90/Die Grünen). Bei „Fridays for Future“ seien auch 13- und 14-Jährige dabei, man sehe deren großes Interesse an Politik.

Der Schulausschuss nahm die Planungen zustimmend zur Kenntnis.

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