Leben ruiniert

Spielsucht: Gevelsberger stiehlt Freundin 15.000 Euro

Die Spielsucht hat das Leben des 31-jährigen Gevelsbergers ruiniert. Dafür bekam er nun vor Gericht die Quittung.

Die Spielsucht hat das Leben des 31-jährigen Gevelsbergers ruiniert. Dafür bekam er nun vor Gericht die Quittung.

Foto: David-Wolfgang Ebener / dpa

Gevelsberg.  Seine Spielsucht hat sein Leben ruiniert: Ein 31-jähriger Gevelsberger stiehlt sogar seiner Freundin 15.000 Euro.

Ein Gevelsberger hatte seiner Freundin 15.000 Euro gestohlen. In Spielhallen verzockte er das Geld. Vor dem Schwelmer Amtsgericht bereute der 31-Jährige die Taten und den massiven Vertrauensbruch, mit dem er die Beziehung zerstört hat.

Es sei kein Geheimnis gewesen, dass seine Freundin 15.000 Euro angespart und an einem versteckten Platz im Schlafzimmer aufbewahrt hatte, erzählte der Angeklagte, als er die Diebstähle gestand. „Sie hat mir vertraut. Ich hatte einen Schlüssel zu ihrer Wohnung, denn wir wollten zusammenziehen.“ Während sie auf der Arbeit war, durchsuchte er das Schlafzimmer und stieß bald auf den Geldvorrat. Getrieben von seiner Spielsucht bediente er sich zwischen Januar und September vergangenen Jahres immer wieder an dem Bargeld. „Ich glaube, ich nahm jedes Mal ungefähr 1000 Euro raus. Aber ich weiß es nicht mehr“, meinte der Mann. Zehn Mal – so schätzte er – sei er an das Geldversteck gegangen, bis seiner Freundin auffiel, dass das Geld fehlte. Ihr war das Verschwinden des Geldes unerklärlich, sie ging zur Polizei.

Angeklagter als Zeuge bei der Polizei

Auch der Gevelsberger kam mit für eine Zeugenaussage. „Da habe ich die Karten auf den Tisch gelegt und den Beamten gestanden, dass ich der Dieb war.“

Als der Fall nun als gewerbsmäßiger Diebstahl vor dem Schwelmer Amtsgericht verhandelt wurde, war die Beziehung längst zerbrochen. Der Angeklagte übernahm die volle Verantwortung – auch und gerade, was seine Spielsucht anging. Er schilderte dem Gericht, wie die Sucht alles ruiniert hat. Schulden und Geldsorgen sind seine ständigen Begleiter: „Ich hatte alles vor die Wand gefahren. Lange Zeit habe ich meine Gläubiger hingehalten oder mit Geld bedient, wenn ich welches hatte. So habe ich viel abgebaut, aber es war immer noch viel da.“ Unter anderem auch mithilfe eines Schuldenberaters sei er von insgesamt 35.000 Euro Schulden auf 17.000 Euro heruntergekommen. Nun sprach er von seinen weiteren Plänen. „Das war ein Riesenknall in meinem Leben. Ich hab’s angepackt. Wenn ich mein Leben wieder in die richtige Bahn gelenkt habe, will ich eine Therapie machen.“

Rückzahlung in Raten

Der Mann hat begonnen, das Geld in monatlichen Raten von 100 Euro an seine Ex-Freundin zurückzuzahlen. „Ich bin zahlungswillig“, sagte er vor Gericht.

Das Gericht verurteilte den bisher völlig unbescholtenen Gevelsberger zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe. Ein Bewährungshelfer soll ihm auch zur Seite stehen, denn: „Diese Leute sind gut vernetzt und können Ihnen helfen bei der Suche nach einem Therapeuten und nach Selbsthilfegruppen“, sagte die Richterin in der Urteilsbegründung. Der 31-Jährige nahm das Urteil an und verzichtete auf Rechtsmittel.

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