Kultur

Sextett begrüßt das Neue Jahr in Schwelm mit Musik

Auch wenn es das erste gemeinsame Konzert der Musiker war: Das neu formierte Sextett begeisterte das Publikum mit seinem Zusammenspiel im Haus Martfeld.

Foto: HB

Auch wenn es das erste gemeinsame Konzert der Musiker war: Das neu formierte Sextett begeisterte das Publikum mit seinem Zusammenspiel im Haus Martfeld.

Schwelm.   Ensemble aus Wuppertaler Sinfonikern begeistert mit Neujahrskonzert das Publikum im Haus Martfeld.

Wer in das Neue Jahr beschwingt und heiter starten wollte, der war am Neujahrstag im ausverkauften Haus Martfeld am richtigen Ort. Die Musiker, die sich alle von den Wuppertaler Sinfonikern kennen, begrüßten mit den Musikliebhabern das Neue Jahr auf ihre eigene Art und Weise. Sogar das Publikum durfte beim „Das Pfeifen“ mit pfeifen – egal ob ein Ton oder gleich mehrere. Es war Live Musik vom Feinsten angesagt – ein bunter Strauß von Operette, Musical, Melodien aus der gesamten k. u. k. Monarchie mit Rumänien, Tschechien. Zu hören gab es einschmeichelnde Potpourris aus „My Fair Lady“, „Gräfin Mariza“, den Werken von Franz Lehar, den „Frühlingsstimmen-Walzer“ und „Auf der Jagd“ von Johann Strauß.

Meisterhaft umgesetzt

Für das traditionelle Neujahrskonzert der professionellen Spitzenklasse sorgten: Johannes Pell, Liviu Neagu-Gruber, Axel Hess, Nina Popotnig, Hyeonwoo Park und Andrew Lee.

Dieses Ensemble, was so zauberhaft miteinander harmonierte, ist doch tatsächlich noch namenlos. Für die Sechs war das Zusammenspiel ein Experiment, was sicherlich als gelungen bezeichnet werden kann. Das erste Zusammenspiel hat nicht nur den Musikern sehr viel Freude gemacht und wie es hieß, „wir denken nach, unserem Ensemble einen Namen zu geben.“ Namensvorschläge werden von dem Sextett gerne entgegengenommen. Christa aus Schwelm urteilte restlos begeistert nach dem Konzert: „Die können auf Tournee gehen.“

Christiane Sartor, die im Namen der Stadt die Neujahrsgrüße ausrichtete und die Veranstaltung betreute, stellte mit Blick auf den Primarius Liviu Neagu-Gruber anerkennend fest: „Wir haben nun auch einen Martfelder Teufelsgeiger.“ Und insgesamt betrachtet resümierte sie: „Jeder ist ein Meister seines Instrumentes“. Der 1. Kapellmeister der Wuppertaler Sinfoniker, Johannes Pell, übernahm nicht nur den Flügel, sondern auch die Moderation. Der junge Österreicher brachte in seiner charmanten Art nicht nur die exzellent ausgewählten Musikstücke den Zuhörern näher, er verriet auch vieles über die Komponisten. So erfuhr das Publikum, dass Franz Lehar als Orchestergeiger in Wuppertal-Elberfeld angefangen habe, Johann Strauß sich bestens selbst vermarktete und sein separates Zimmer mit seinen Auszeichnungen als „Rumpelkammer seiner Beliebtheit“ bezeichnete. Er verriet auch, dass es sich bei dieser Suite aus der Rumänische Folklore um in Musikerkreisen genannten „Fitzelkram“ handele: „Ganz viele kleine Noten, die in wenig Zeit gespielt und dabei ein elegantes Gesicht gemacht werden müsse.“

Dies gelang den Künstlern aber mit Leichtigkeit, oft blinzelte sogar ein Lächeln durch. Die Anstrengung war nicht zu bemerken. Hier spielte jung und alt zusammen. Die Fingerfertigkeiten waren atemberaubend, da wurde der Kontrabass nicht nur gestrichen, sondern auch gezupft und die Bögen sausten nur so über die Saiten. Carolina, aus Holland nach Schwelm gezogen, genoss das Konzert in dem wunderschönen Ambiente und freute sich, was ihre neue Heimatstadt alles zu bieten habe.

Dabei war die räumliche Situation für die Musiker gewiss nicht immer die ideale. Für ein gelungenes Zusammenspiel ist es wichtig, dass alle sich sehr gut hören können. Die 1. Violine und der Flügel wurden fast durch eine ganze Raumbreite getrennt. Neagu-Gruber gestand nach dem Einspielen „manchmal höre ich den Flügel nicht“ und schmunzelte: „Zum Glück kennen wir die Stücke.“

Aber von dieser akustischen Herausforderung war dann – insbesondere bei dem sehr schwierigen Part im berühmten Csardas von Vittorio Monti - nichts mehr zu bemerken geschweige denn zu hören. Es waren eben Profis an den Instrumenten zu hören, was vom Publikum mit dem angemessenen Applaus lang gewürdigt wurde.

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