Gericht

Schwelmerin (24) baut unter Medikamenteneinfluss fast Unfall

Das Schwelmer

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Foto: David-Wolfgang Ebener

Schwelm.   Nach einem Beinahunfall in Schwelm wurden im Blut einer Fahrerin Medikamente nachgewiesen. Jetzt kommt vor Gericht ein weiterer Zeuge ins Spiel.

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Es fehlte nicht viel und eine junge Kradfahrerin hätte am 13. Juli vergangenen Jahres auf der Hattinger Straße beinahe einen dramatischen Unfall gebaut. Bei einer Blutuntersuchung wurden bei ihr ein Antidepressivum und ein Schlafmittel gefunden. Aber eine wichtige Frage konnte nicht geklärt werden und wird das Schwelmer Amtsgericht noch weiter beschäftigen.

Die Angeklagte, eine 24-jährige Schwelmerin, hatte gerade die ersten Meter mit ihrem Krad zurückgelegt, als sie kaum noch lenken konnte, immer weiter auf die linke Spur geriet. Zur selben Zeit bog gerade ein Traktor auf die Straße ein. Weil sie die Kurve nicht mehr halten konnte, wäre die junge Frau fast in den Traktor gekracht.

Vorwurf eingeräumt

Die 24-Jährige räumte den Vorwurf in vollem Umfang ein. Sie habe sich vor dem Beinahe-Crash plötzlich sehr schlecht gefühlt. „Ich habe versucht, rechts ranzufahren, aber es gelang mir einfach nicht mehr.“ Den Grund für die heftige Ausfallerscheinung fanden Ärzte kurze Zeit später bei einem Bluttest: Die junge Frau hatte zwei Substanzen im Blut, ein Antidepressivum und ein Schlafmittel.

„Jeder der Wirkstoffe für sich genommen kann aufgrund der Wirkung als Rauschmittel angesehen werden und zur Fahruntüchtigkeit führen – auch bei sachgemäßer Anwendung“, lautete das Fazit des Gutachtens über die Medikamente.

Die Angeklagte erklärte dazu: „Ich befand mich noch in der Eingewöhnung auf die Mittel. Nach Anweisung nahm ich abends das Schlafmittel und das Antidepressivum morgens. Ich hatte bis dahin noch keine Ausfallerscheinung. Erst als ich auf der Straße fuhr, wurde mir plötzlich schwummrig.“

Staatsanwalt gegen Einstellung

Es sah nach einem glimpflichen Ende des Verfahrens aus. Der Schwelmer Amtsrichter fühlte beim Staatsanwalt vor, wie es mit einer Einstellung aussieht. „Es gibt keine Vorstrafen, keinen Fremdschaden. Das Verschulden ist nicht so groß, dass man es durch ein Urteil beenden muss“, meinte er.

Der Staatsanwalt war aber nicht ganz einverstanden. Und so beschloss das Gericht, den Traktorfahrer als Zeugen zu laden. Der Richter erklärte: „Das Verfahren wird ausgesetzt, um durch den Zeugen zu klären, wie gefährlich der Beinahe-Unfall wirklich war. Es wird entweder einen neuen Termin von Amts wegen geben oder eine Klärung auf anderem Wege.“

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