Kultur

Schwelmer lehrt seit 40 Jahren in Musikschule Ennepetal

Auf der Bank sitzend Jubilar Stefan Wiesbrock, eingerahmt von Bürgermeisterin Imke Heymann und Musikschulleiter Kai Stubenvoll. Stehend von links: Personalratsvorsitzender Michael Eichmann, Personalchef Tim Strathmann und Kulturabteilungsleiterin Bianca Euterneuer.

Auf der Bank sitzend Jubilar Stefan Wiesbrock, eingerahmt von Bürgermeisterin Imke Heymann und Musikschulleiter Kai Stubenvoll. Stehend von links: Personalratsvorsitzender Michael Eichmann, Personalchef Tim Strathmann und Kulturabteilungsleiterin Bianca Euterneuer.

Foto: Hans-Jochem Schulte

Ennepetal.  Der Schwelmer Stefan Wiesbrock gehört quasi zum Inventar der Musikschule in Ennepetal. Er ist dort seit 40 Jahren Gitarrenlehrer.

Das kommt wohl selten vor. Über eine Stunde lang wird im Besprechungszimmer der Bürgermeisterin im Rathaus über Musik gesprochen. Alle lauschten am Donnerstag Stefan Wiesbrock (61): Bürgermeisterin Imke Heymann, Erster Beigeordneter Dieter Kaltenbach, Personalchef Tim Strathmann, Kulturabteilungsleiterin Bianca Euteneuer, Musikschulleiter Kai Stubenvoll, Personalratsvorsitzender Michael Eichmann und Pressesprecher Hans-Günther Adrian. Das hatte seinen Grund. Stefan Wiesbrock, der Schwelmer, ist seit 40 Jahren nebenamtlicher Lehrer an der Musikschule der Stadt Ennepetal.

Er unterrichtet an zwei Nachmittagen in der Woche das Gitarrenspiel und das, wie Kai Stubenvoll sagte, mit Leidenschaft. Mit Stefan Wiesbrock hat die Musikschule einen Lehrer, der bei Musikfreunden in der ganzen Republik geschätzt wird. Man kann sagen: Er ist ein Multitalent. Lehrer, Musiker, Songwriter, Singer, Entertainer mit komödiantischem Talent. Radio und Fernsehauftritte sind ihm nicht fremd und -zig CD’s mit und ohne Gruppe hat er schon veröffentlicht.

Eine Art Fragestunde

Kein Wunder, dass aus der vorgesehenen Feierstunde für den Jubilar Stefan Wiesbrock eine Art Fragestunde wurde. Und Wiesbrock hatte für fast jede Frage ein Bonmot im petto, und so erfuhren alle auch von dem Lampenfieber, das ihn immer wieder bei Soloauftritten plage. Als Lehrer stehe er bei Vorspielen seinen Schülern bei. „Keiner soll dabei baden gehen“, sagt der Pädagoge Wiesbrock und erzählt, wie er einmal bei einem Soloauftritt den Anfang der 3. Strophe eines Liedes vergessen hatte. „Erst beim dritten Anlauf hat es funktioniert! Ich glaube, soviel Beifall habe ich noch nie bekommen“, erzählt er. „Seit dieser Zeit habe ich immer ein Smartphone mit dem Text bei Auftritten neben mir liegen!“ Seine Eltern hätten seine Musikbegeisterung gefördert. „Meine Mutter spielte Klavier, mein Vater wollte Sänger werden, wurde dann aber doch Arzt. Sie hatten Verständnis für mich. Drei Jahre lernte ich erst Trompete, dann Cello, bis ich mir selbst das Gitarrenspielen beibrachte!“ Der junge Wiesbrock hatte sein Instrument gefunden. Schon als 15-Jähriger habe er an der Musikschule in Schwelm Gitarre unterrichtet. „So etwas geht heute nicht mehr.“

Nach Abitur und Studium an der Musikhochschule Rheinland kam der junge Stefan Wiesbrock zur Ennepetaler Musikschule. Gestern sagte er: „Ich komme gerne von Schwelm hierhin.“ In der Kreisstadt lebt er mit seiner Familie- und die ist auch musikalisch. Drei Kinder haben die Wiesbrocks. Mit Joschi, Luka und Anna sowie Ehefrau Anke stand er auch schon auf der Bühne. Eine wichtige Aussage des Jubilars: „Die Gitarre hat mich immer geerdet, auch in schlimmen Situationen!“

Die „Farfarello“-Zeit mit dem Teufelsgeiger Neumann sei vorbei, aber für viele Menschen unvergessen. Mit Ulli Brand bildet er das Gitarrenduo Strinx. Wenn es „Meet the Beatles“ heißt, dann erobert Stefan Wiesbrock die Herzen von Jung und Alt. „Was wünscht sich der Künstler und Musikschullehrer?“, fragte Hans-Günter Adrian. Die Antwort überraschte: „Einen Auftritt mit ,Meet the Beatles’ auf der Ennepetaler Stadtfete.“ Als der Personalratsvorsitzende Michael Eichmann gratulierte, wurde so nebenbei bekannt, dass seine Tochter Nina Carolin bei Wiesbrock das Gitarrenspiel gelernt hat. Die 23-Jährige ist heute eine ausgebildete Schauspielerin.

Musikschullehrer Stefan Wiesbrock erhielt Blumen vom Personalrat und von Bürgermeisterin Imke Heymann einen Ehrenteller aus süßen Sachen.

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