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Schwelmer Feuerwehr-Chefs sind stolz auf ihre Leute

Die Big Band der Schwelmer Feuerwehr, die einen exzellenten Ruf über die Stadtgrenzen hinaus genießt, begleitete den Abend stimmungsvoll mit Musik.

Foto: Charlotte Wegmann

Die Big Band der Schwelmer Feuerwehr, die einen exzellenten Ruf über die Stadtgrenzen hinaus genießt, begleitete den Abend stimmungsvoll mit Musik. Foto: Charlotte Wegmann

Schwelm.  Bürgermeisterin Gabriele Grollmann wirbt auf Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Schwelm für mehr Respekt gegenüber Einsatzkräften.

„Freiwillige Feuerwehr – für mich, für alle“ – dieses Motto ist bei der Freiwilligen Feuerwehr Schwelm Programm. Tag für Tag machen es sich die Mitglieder zur Aufgabe, Menschen zu helfen und dabei ihre eigene Gesundheit zurückzustellen. Bei der Jahreshauptversammlung am Freitagabend im Märkischen Gymnasium ließen sie das Jahr 2017 Revue passieren, gaben Ausblicke und beförderten und ehrten traditionell verschiedene Mitglieder. Die Big Band der Freiwilligen Feuerwehr begleitete den Abend musikalisch mit stimmungsvoller Musik.

„Wir blicken auf viele tolle Aktionen, auf besonders viel Engagement unserer Kameraden und ein erfolgreiches Jahr 2017 zurück“, begrüßte Matthias Jansen, Leiter der Feuerwehr Schwelm, seine Kameradinnen, Kameraden und Gäste. „Es ist nicht immer eine leichte, ungefährliche Aufgabe“, sagte er. „Dennoch sind wir davon überzeugt, das Richtige zu tun, nämlich anderen Menschen zu helfen“. Es sei ihre Aufgabe, auch weitere Menschen dafür zu motivieren und ihnen zu zeigen, wie gut es sich anfühle, Menschenleben zu retten.

Außergewöhnliche Wertschätzung

„Wir freuen uns in diesem Jahr 18 Ausbildungsplätze anbieten zu können, in der Regel gehört dieses Privileg nur den großen Berufsfeuerwehren“, sagte Jansen stolz. Auch das Ehrenamt sei von großer Bedeutung, so lebe das Gemeinwesen unter anderem durch den selbstlosen Einsatz vieler Kameraden, die sich neben ihrem Beruf ehrenamtlich bei der Feuerwehr engagieren. „Das Ehrenamt ist unvergleichlich, es ist etwas ganz Besonderes“, sagte Markus Kosch, stellvertretender Leiter der Feuerwehr.

Neben den tatsächlichen Notrufen, die bei der Feuerwehr Schwelm eingehen, organisierten die Mitglieder zusätzlich verschiedene Übungen, um im Ernstfall gut vorbereitet zu sein. „Sei es das Training der Löschzüge oder Gefahrenguteinsatz-Übungen“, sagte Kosch, „wir versuchen die Übungen so realitätsnah wie möglich zu gestalten, so dass unsere Einsatzkräfte bei Eingang eines Notrufs gleich wissen, was zu tun ist“. Besonders das Training der Jugendfeuerwehr weist Erfolge auf: „Die Jugendlichen knüpfen Kontakte und lernen gemeinsam neue Problemsituationen und Lösungen kennen, das schweißt zusammen und macht Spaß“, erklärte Markus Kosch.

Neben den zahlreichen geplanten Übungen organisierte die Feuerwehr Schwelm auch unangekündigte Übungsaufgaben und das zahlt sich aus: „Obwohl unseren Einsatzkräften oft mit wenig Verständnis, ja sogar mit abwertendem Verhalten begegnet wird, zeigen uns die Opfer teils außergewöhnliche Wertschätzung“, sagte Markus Kosch. Der Besitzer eines Mehrfamilienhauses, in dem im vergangenen Jahr ein Feuer ausbrach, zeigte sich mit Essensgutscheinen für die beteiligten Einsatzkräfte erkenntlich. „Das ist eine Seltenheit, dennoch zeigt es uns aufs Neue, dass das, was wir tun, das Richtige ist und wertgeschätzt wird“, sagte Markus Kosch.

Unerträglich und eine Frechheit

Die Digitalisierung wird zunehmend ein großes Thema bei Rettungskräften. „Seit dem vergangenen Jahr haben wir einen neuen Einsatzwagen, der mit modernster Technik ausgestattet ist“, berichtete Kosch stolz.

Die neuen technischen Möglichkeiten seien eine deutliche Verbesserung für die in Zukunft eingehenden Notrufe. „Früher waren unsere Fahrzeuge nur mit einer Kamera ausgestattet, deren Aufnahmen einen langen Weg vor sich hatten, bis sie verwendet werden konnten. Nun haben wir WLAN, Bluetooth und viele weitere Neuerungen in unserem Einsatzleitwagen“, berichtete Markus Kosch.

Auch Bürgermeisterin Gabriele Grollmann ließ es sich nicht nehmen, den engagierten Feuerwehrleuten ein paar lobende Worte auszusprechen. „Sie leisten eine wichtige, wertzuschätzende Arbeit. Dass Sie bei Einsätzen teils mit wenig Respekt behandelt werden, ist nicht in Worte zu fassen“, sagte die Bürgermeisterin Grollmann. Sie appelliere an all ihre Bürgerinnen und Bürger, Laut zu geben, sobald sich die soziale Ethik verändere und die Einsatzkräfte im Ernstfall bei ihrer Arbeit behindert werden. „Es ist unerträglich und eine ungeheure Frechheit, dass Rettungskräfte immer weniger respektiert werden. Ich verspreche, laut zu werden und ein deutliches Zeichen zu setzen, sollte sich dieser Zustand nicht ändern oder noch verschlimmern“, sagte Gabriele Grollmann. Sie sei stolz auf die Leidenschaft der Feuerwehr- und Rettungskräfte, es mache sie glücklich Menschen wie diese in der Kreisstadt zu haben.

Zahlreiche Beförderungen


Traditionsgemäß standen während der Jahreshauptversammlung der Schwelmer Wehr in der Mensa des Märkischen Gymnasiums am vergangenen Freitag auch zahlreiche Beförderungen auf dem Programm.

Zu Feuerwehrmann-Anwärtern beförderten der Leiter der Feuerwehr zu Schwelm, Matthias Jansen, und sein Stellvertreter, Markus Kosch, die Mitglieder Dennis Hagemann, Thomas Kuhler und Tim Gräfingholt und Sarah Schmidt zur Feuerwehrfrau-Anwärterin.

Nick-Fabrice Höpfer, Niclas Reuter und Justus Wiethoff wurden zu Feuerwehrmännern befördert. Tim Yannik Gaumann, Dominik Jager, Tim Neumann und David Weitschat tragen fortan den Titel des Oberfeuerwehrmanns.

Marc Ottinger, Florian Neubert, Björn Weitschat und Leonard-Maurice Diergarten sowie Natalie Anders dürfen sich dank Beförderung ab sofort Hauptfeuerwehrmann und -frau nennen. Christian Kinzner wurde zum Unterbrandmeister, Nils Abbink zum Brandmeister und Jan Poschmann zum Oberbrandmeister befördert. Jonas Hippler durfte sich über seinen neuen Titel als Brandinspektor freuen.

Sie alle erhielten aus den Händen der Wehrführung ihre Urkunden sowie die neuen Abzeichen für die Dienstkleidung.

INFOBOX

Die Stadt Schwelm hat drei Löschzüge: Stadtmitte, Winterberg und Linderhausen.

Außerdem gehören ihr die Jugendfeuerwehr, die Alters- und Ehrenabteilung sowie die Big Band an.

Dazu kommen noch die hauptamtlichen Kräfte, die ihren Dienst in der Wache an der August-Bendler-Straße versehen.

Viele weitere Informationen über die Schwelmer Wehr gibt es auf www.feuerwehr-schwelm.de.


Weitere Berichterstattung folgt.

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