Explosion

Schwelm: Unbekannte sprengen Geldautomaten in Commerzbank

Die gewaltige Explosion am Freitagmorgen zerstört neben den beiden Geldautomaten auch das gesamt Foyer der Commerzbank am Schwelmer Neumarkt. Den Tätern gelang die Flucht.

Die gewaltige Explosion am Freitagmorgen zerstört neben den beiden Geldautomaten auch das gesamt Foyer der Commerzbank am Schwelmer Neumarkt. Den Tätern gelang die Flucht.

Foto: Stefan Scherer

Schwelm.   Eine Explosion hat Schwelm am frühen Morgen erschüttert. Geldautomaten sind erneut Ziel von Verbrechern, die Commerzbank ist verwüstet.

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Die Explosion war gewaltig. Sie ließ hunderte Schwelmer am frühen Freitagmorgen aus dem Schlaf aufschrecken und legte den kompletten Selbstbedienungsbereich der Schwelmer Commerzbank in Schutt und Asche. Nach aktuellem Ermittlungsstand hatten es die flüchtigen Täter auf den Inhalt der beiden Geldautomaten abgesehen. Über die Höhe der Beute ist noch nichts bekannt. Besteht ein Verbindung zur versuchten Automatensprengung in der Filiale der Deutschen Bank am 24. April?

Die jetzige Durchführung der Tat hatte auf jeden Fall deutlich mehr Sprengkraft. Die Polizei hätte gar nicht von Anwohnern informiert werden müssen, denn die Beamten des Nachtdienstes auf der Leitstelle im Kreishaus hörten um 4.30 Uhr den enormen Knall selbst laut und deutlich. Sofort schickten sie alle verfügbaren Streifenwagen zum Neumarkt, konnten aber keine Täter stellen. Zeugen meldeten einen mit hoher Geschwindigkeit flüchtenden silber-grauen Audi, der einem der Streifenwagen noch entgegenkam und laut Polizei vermutlich in Richtung Niederlande verschwand. Der Polizeihubschrauber konnte die Verfolgung auch nicht aufnehmen. „Er musste den Flug wetterbedingt abbrechen“, teilt Polizeisprecherin Vera Viebahn mit.

Am Neumarkt waren neben der Polizei auch die Kameraden der Feuerwehr im Einsatz, denn die Vernebelungsanlage, die zum Alarmsystem der Bank gehört, hatte pflichtgemäß ausgelöst.

SB-Bereich vollkommen zerstört

Erst am Mittwoch, 24. April, war ebenfalls ein Audi das vermeintliche Fluchtfahrzeug eines Trios gewesen, das die Polizei unmittelbar nach der versuchten Automatensprengung in der Filiale der Deutschen Bank bei McDonalds festnahm, am nächsten Tag aber wieder laufen lassen musste. Die gebürtigen Osteuropäer hatten feste Wohnsitze in Herne vorweisen können, so dass es keinen zwingenden Grund aus Sicht der Justiz gab, sie in Untersuchungshaft zu stecken. Ob ein Zusammenhang besteht, lasse sich laut Polizei noch nicht sagen.

Während die landesweite Ermittlergruppe, die sich mit Sprengungen von Geldautomaten beschäftigt, sich nun der zweiten Sprengung in Schwelm annimmt, stehen die Mitarbeiter der Commerzbank vor dem Kreditinstitut und erklären einem Kunden nach dem anderen, was passiert ist, wo er nun Bargeld bekommen kann. Dass die Bank voraussichtlich am Dienstag wieder öffnen soll, scheint mit dem Blick auf das Gebäude kaum vorstellbar. Eingangstüren, Zwischentüren, Fensterscheiben, Wandverkleidungen, Lampen, Zwischendecken – der Sprengdruck war derart gewaltig, dass der Schaden enorm ist.

Notbetrieb ab Dienstag möglich

Handwerker arbeiten unter Hochdruck in dem völlig verwüsteten Gebäude daran, dieses zumindest über das Wochenende wieder sicher zu verschließen. Im Innern sollen die Büros bald wieder nutzbar gemacht werden. Wie viel Zeit benötigt wird, bis der Selbstbedienungsbereich mit den beiden zerstörten Automaten wieder hergestellt sein wird, das vermochte vor Ort noch niemand zu sagen. Nur: Ab Dienstag, so hoffe man, könne der Notbetrieb wieder laufen. Auch über die Beute gibt es noch keine genaue Erkenntnis. „Die Täter mussten Bargeld in der Bank zurücklassen“, schreibt die Polizei lediglich in ihrer Pressemitteilung. Zeugen haben das Kennzeichen teilweise abgelesen, dass dies zu einem Ermittlungserfolg führt, ist aber recht unwahrscheinlich, falls es sich um eine überregional agierende Bande handelt.

Familie schlief im Obergeschoss

Tief geschockt sind die Bewohner des Hauses, das noch auf mögliche statische Schäden untersucht werden soll. Die Familie schlief im zweiten Obergeschoss, als die gewaltige Detonation sie aus ihren Träumen riss und das gesamte Haus erzittern ließ. Sie bekamen eine notfallseelsorgerische Betreuung.

Derweil laufen die Ermittlungen der Polizei weiter auf Hochtouren. Vor allem in jüngster Vergangenheit häufen sich die Sprengungen von Geldautomaten im Ennepe-Ruhr-Kreis.

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