Trödelmarkt

Schwelm: Trödeln passt zur Klima-Diskussion

„Selber gerne in Second-Hand-Läden oder auf Trödelmärkten“: Auch Teresa, Lisa und Omara sind aus Überzeugung dabei (von links).

„Selber gerne in Second-Hand-Läden oder auf Trödelmärkten“: Auch Teresa, Lisa und Omara sind aus Überzeugung dabei (von links).

Foto: Laura Dicke / Westfalenpost

Schwelm.  Tausende besuchen wieder den Schwelmer Trödelmarkt. Warum vor und hinter den Ständen auch Fridays for Future gerade ein großes Thema ist.

Spätestens seit den Klimabewegungen und Protesten wie Fridays for Future gewinnen Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz und ressourcensparendes Verhalten für viele Menschen immer mehr an Relevanz und geben Anlass zum Umdenken - besonders im Bezug auf das eigene Kaufverhalten. Das zeigte sich auch beim großen Trödelmarkt des Stadtmarketing Schwelms, der am vergangenen Sonntag zahlreiche Besucher in die Innenstadt lockte. Wenn auch für die meisten Händler der Spaß am Feilschen, Verkaufen und Handeln im Vordergrund stand, motiviert viele von ihnen vor allem die Weitergabe von gebrauchten Gegenständen und damit auch ein nachhaltiger Gedanke zur Teilnahme mit dem eigenen Verkaufsstand.

Besonders bemerkbar wurde der Hintergedanke Nachhaltigkeit in Bezug auf Kleidung. Günstig und unüberlegt gekauft, landet das neue Shirt oder die Hose meist schnell in der hintersten Ecke des Kleiderschranks. So erging es auch Händlerin Luna Grandematos, die an ihrem Stand zahlreiche solcher kaum getragenen Kleidungsstücke anbot. „Das sind alles noch gute Sachen, teilweise Fehlkäufe, die komplett neu sind. Warum wegschmeißen, wenn jemand anderes vielleicht mehr Freude daran hat“, erklärte Luna Grandematos. Sie selber ist zum ersten Mal als Händlerin dabei gewesen, besucht jedoch auch regelmäßig Trödelmärkte oder Second-Hand-Läden.

Markenklamotten zum kleinen Preis

Genauso die drei Freundinnen Teresa, Omara und Lisa, die nur ein paar Stände weiter zahlreiche Markenklamotten und Schmuck zum kleinen Preis an den Mann oder die Frau brachten. „Wir gehen selber gerne in Vintage und Second-Hand-Läden oder auf Trödelmärkte“, berichteten die drei Freundinnen. Regelmäßig sortieren sie ihren Kleiderschrank aus und was seit einem Jahr nicht mehr getragen wurde, wird konsequent ausgemistet. „Die Sachen sind zu schade für die Altkleiderkiste, um zu Putzlappen verarbeitet zu werden und es gibt nicht schöneres, als jemand anderen damit glücklich zu machen“, erzählten sie.

Einen ähnlichen Hintergedanken hatte auch die Händlerin Regina aus Wuppertal. An ihrem Stand gab es neben Kleidung auch zahlreiche Kleinigkeiten rund um DVD, Deko und Bücher. „Unser Keller musste aufgeräumt werden und zum Wegschmeißen sind die Dinge zu gut erhalten“, berichtete sie. Für die Teilnahme am Trödel entschied sie sich, weil es unkomplizierter und praktischer ist als die Teile zum Beispiel im Internet zu verkaufen. „Es ist zwar etwas anstrengender den ganzen Tag hier zu stehen, doch macht deutlich mehr Spaß“, fügte Händlerin Regina hinzu.

Immer mehr junge Erwachsene

Neben der wachsenden Sensibilität für Nachhaltigkeit, bemerkte Claudia Lipka, Geschäftsführerin des Stadtmarketing Schwelm, dass unter den Besuchern auch immer mehr junge Erwachsene dabei sind. Die meisten Besucher seien jedoch Stammkunden, die auch gezielt bestimmte Händler aufsuchen. Insgesamt fast 900 Meter an Ständen erstreckten sich beim diesjährig letzten Trödelmarkt in der gesamten Innenstadt.

Damit sind es etwas weniger Stände als im Mai gewesen, doch damit rechnete das Stadtmarketing Schwelm aufgrund der Wetterlage bereits vorher. „Im Oktober ist es immer weniger als im Mai, doch insgesamt sind wir zufrieden und auch das Entladen und Aufbauen hat heute morgen deutlich besser geklappt, als letztes Mal“, sagte Claudia Lipka. Für etwas Ärger sorgten allerdings wenige Händler, die die Maße ihres Standes nicht einhielten sowie ein Händler, der eigenmächtig einen Stand aufstellte, ohne die Gebühr zu zahlen. In diesen Fällen musste nachkassiert werden.

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