Brauerei Schwelm

Schwelm: Ex-Brauereibesitzer Euroconcept meldet Insolvenz an

So schön hatte sich Euroconcept die Neugestaltung des Brauereigeländes vorgestellt. Die Entwürfe des Schwelmer Architektenbüros Lange werden aber wohl niemals in die Tat umgesetzt.

So schön hatte sich Euroconcept die Neugestaltung des Brauereigeländes vorgestellt. Die Entwürfe des Schwelmer Architektenbüros Lange werden aber wohl niemals in die Tat umgesetzt.

Foto: Architekturbüro Lange

Schwelm/Konstanz.  Ehemalige Besitzer der Brauereibrache hatten Geldprobleme stets bestritten. Schwelm wird online als „abgeschlossenes Projekt“ verkauft.

Die Nachricht, die die Schwelmer vom Bodensee aus erreicht, sorgt für kollektives Aufatmen. Das, was die Stadt Konstanz trifft, ist an den Schwelmern vorübergegangen. Die Firma Euroconcept, von 2014 bis 2017 Besitzerin der Brauereibrache, ist insolvent und hat der süddeutschen Stadt eine Baustelle verschafft, auf der seit Ewigkeiten nichts passiert. Dies vermeldet der Südkurier, in dessen Schilderungen zu den dortigen Ereignissen um Euroconcept viele Parallelen zu Schwelm auftauchen und erneut Anlagebetrug im Raum steht.

Euroconcept und Schwelm – das war von Beginn an eine Liaison, die von vollmundigen Versprechungen durch Geschäftsführer Kurt Breit sowie Euroconcept-Baudirektor Guido Layer geprägt war, von denen die Euroconcept AG mit Sitz im schweizerischen Zug und die für Schwelm zuständige Entwicklungs GmbH nicht eine umsetzten. Mit jeder Ausrede wuchs die Skepsis gegenüber der Firma. Und als diese Zeitung aufdeckte, dass Kurt Breit wegen Anlagebetrugs in Millionenhöhe bereits zweimal rechtskräftig verurteilt wurde und deshalb auch in der Schweiz im Gefängnis saß, schaltete dieser eine Hamburger Kanzlei ein, deren einziges Bestreben es war, die negativen Nachrichten über Breit und Euroconcept, die sich deutschlandweit auch bei anderen Projekten ansammelten, bei Google zu eliminieren. So sollte der demolierten Ruf der Firma und ihrer Chefs im Internet versteckt werden.

Viele vollmundige Versprechen

Doch in Schwelm spitzte sich die Lage für Euroconcept zunehmend zu: Eine Zwangsvollstreckung drohte, Breit und Layer konnten die Kredite für das Grundstück nicht mehr bedienen, das sie mit höchstverzinstem Mezzaninkapital finanziert hatten. „Wir pleite? Da muss ich herzhaft lachen! Euroconcept ging es noch nie so gut wie jetzt“, teilte Kurt Breit damals auf Nachfrage dieser Zeitung mit. Nachdem Euroconcept kolportiert hatte, potente Investoren für das Grundstück und die Pläne stünden Schlange, kaufte die Stadt Schwelm das Areal. Dort wird nun das neue Rathaus errichtet.

Für Euroconcept offenbar kein Problem, denn das Projekt „Neumarkt 1 Schwelm“ ist mit einer der alten Grafiken des nie gebauten Ensembles auf deren Internetseite als abgeschlossen aufgeführt. Davon sehen die Schwelmer zwar noch nichts, aber damit sind sie nicht allein. Offenbar hat Euroconcept es auch andernorts nicht geschafft, die Pläne in die Tat umzusetzen. Seit Wochen läuft gegen die Mutter der Euroconcept-Gruppe – die AG in der Schweiz – ein Konkursverfahren, gegen die drei in Konstanz ansässigen Gesellschaften hat das Amtsgericht Konstanz am 11. Juni das Insolvenzverfahren eröffnet.

Erneut steht Betrug im Raum

Damit dürfen weder Breit noch Layer über ein mögliches Bankvermögen verfügen, ebenso gehen weitere unternehmerische Rechte an den Insolvenzverwalter. Erneut – wie bereits bei den beiden Verurteilungen des Kurt Breit – steht der Betrug von Kleinanlegern im Raum. Einer der mutmaßlich Geprellten sagt dem Südkurier: „Nach drei Monaten Versprechungen, und Lügen warten wir ein paar Tage noch ab; unser Anwalt steht aber schon in den Startlöchern.“ So weit ist es in Schwelm gar nicht erst gekommen. Vorher ist die Stadt eingesprungen.

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