Politik

Schwelm braucht neue Feuerwache

Sind die Tage der Feuerwache an der August-Bendler-Straße gezählt? Der Sachverständige empfiehlt auch hier einen Neubau.

Sind die Tage der Feuerwache an der August-Bendler-Straße gezählt? Der Sachverständige empfiehlt auch hier einen Neubau.

Foto: Bernd Richter / WP

Schwelm.  Auf Schwelm kommt ein neues Millionenprojekt zu: der Neubau der Feuer- und Rettungswache und des Gerätehauses in Linderhausen.

Nicht nur „Die Neue Mitte Schwelm“ mit dem Bau von Rathaus und Kulturhaus und die Umsetzung der Pläne für den Bau eines neuen Hallenbads am Ländchen werden die Stadt Millionen kosten. Auch die Feuerwehrgebäude und die Einsatzfahrzeuge sind in die Jahre gekommen. Den Sanierungsstau zu beseitigen, wird eine kostenintensive Angelegenheit. Das wurde deutlich beim Vortrag des Sachverständigen, der den Entwurf des Brandschutzbedarfsplans in einem über einstündigen Vortrag der Politik im Hauptausschuss präsentierte.

Nur am Winterberg Sanierung möglich

Baustellen bei der Feuerwehr gibt es viele. In Schwelm gibt es drei Standorte. Doch nur das Feuerwehrgerätehaus Winterberg lässt sich nach Meinung des Brandschutzsachverständigen, Dipl.-Ing. Jochen Siepe, ertüchtigen. Sowohl die Wache an der August-Bendler-Straße, als auch das Gerätehaus in Linderhausen sollten durch Neubauten ersetzt werden. Im Zusammenhang mit Linderhausen sprach Siepe von „ersten Mängeln in der Bausubstanz“, fehlender Geschlechtertrennung, unzureichenden Lagermöglichkeiten, fehlender Abgasanlage und einer nicht vorhandenen Schwarz-Weiß-Trennung im Umzugsbereich, um sich nach Einsätzen von kontaminierter Schutzkleidung zu trennen.

„Eine Maßnahmenumsetzung am bestehenden Standort scheint schwer umsetzbar bzw. nicht wirtschaftlich zu sein“, führte der Fachmann vor Politik und Verwaltung aus. Gerade acht Jahre ist es her, das die ehemalige Turnhalle der Grundschule Linderhausen zum Feuerwehrgerätehaus umgebaut worden ist. „Was ist damals bei der Planung schief gegangen. Wer ist dafür verantwortlich, dass man da noch nicht einmal ein Löschfahrzeug aus der Halle fahren kann“, wollte Philipp Beckmann (FDP) geklärt wissen, warum nach so kurzer Nutzungszeit ein Feuerwehrgerätehaus wirtschaftlich nicht mehr zu ertüchtigen sei.

Doch auch die Feuer- und Rettungswache an der August-Bendler-Straße ist aus Sicht des Fachmanns nicht zukunftsfähig. Stellplatzgröße und Abstände in den Hallen seien nicht ausreichend für heutige Fahrzeuge, die Schwarz-Weiß-Trennung fehle, es gebe erste bauliche Schäden, unzureichende Sanitäreinrichtungen und mangelnde Lagermöglichkeiten. „Eine bauliche Ertüchtigung ist nach meiner Meinung nicht möglich“, sieht Jochen Siepe einen nennenswerten Handlungsbedarf. „Der Standort Ochsenkamp wäre gut geeignet für einen Neubau“, spricht sich der Dipl.-Ing. für die räumliche Verlagerung der Feuer- und Rettungswache um 750 Meter Luftlinie in einen Neubau auf das 6000 Quadratmeter große Grundstück, das die Stadt in diesem Jahr erworben hat, aus.

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