Ruf nach Konsequenzen

Schaf muss nach Hundeattacke in Ennepetal getötet werden

Besser als Halter vorsichtig sein: Selbst die Polizei verordnet ihren Hunden Maulkörbe.

Besser als Halter vorsichtig sein: Selbst die Polizei verordnet ihren Hunden Maulkörbe.

Foto: Markus Weißenfels

Ennepetal.   Erneut gibt es Ärger um freilaufende Vierbeiner: In Ennepetal haben Hunde ein Schaf so zugerichtet, dass es erschossen werden musste.

Erneut gibt es Ärger um freilaufende Vierbeiner und wird der Ruf nach Konsequenzen laut. Der aktuelle Fall: Im Ennepetaler Ortsteil Homberge haben Hunde ein Schaf angegriffen und so zugerichtet, dass es erschossen werden musste.

Der Vorfall ereignete sich bereits am Mittwoch vergangener Woche. Offenbar waren drei Hunde vormittags vom eingezäunten Grundstück ihrer Halterin ausgerissen. In der Nachbarschaft überwanden sie einen Zaun, hinter dem vier Kamerunschafe grasten, die Anwohnerin Monika Voß auf ihrem Grundstück am oberen Rottenberg hält. Die Hunde – eine Windhundart – griffen ein Tier an und verletzten es schwer.

Schaf leidet unter Qualen – Polizistin greift zur Dienstwaffe

Monika Voß war zu dem Zeitpunkt der Attacke unterwegs. Ein Mieter, der das Geschehen beobachtet hatte, rief die Polizei und sorgte dafür, dass Monika Voß verständigt wurde, die sofort nach Hause eilte. Da das Schaf große Qualen litt und man nicht noch auf einen Jäger warten wollte, erlöste eine Polizeibeamtin das schwer verletzte Schaf mit einem Schuss aus ihrer Dienstpistole.

Da die Hunde, die schon auf dem Weg zu den Schafen einen Hund einer Passantin attackiert haben sollen, von der Halterin bereits wieder eingefangen worden waren und es sich bei dem Vorfall nicht um einen Straftatbestand gehandelt habe, hätten die Polizisten dafür gesorgt, dass Schaf- und Hundehalterin ihre Personalien austauschten und anschließend ihren Einsatz beendet, erklärte die Sprecherin der Kreispolizeibehörde, Sonja Wever, auf Anfrage dieser Zeitung.

Nach Attacke: Besitzer behalten Hunde unter Auflagen

Das Ordnungsamt, das für das Thema Hundehaltung zuständig ist, wurde eingeschaltet. Es seien Sofortmaßnahmen ergriffen worden, erklärte der Pressesprecher der Stadt Ennepetal, Hans-Günther Adrian. Die Hunde seien zunächst bei der Besitzerin verblieben, ihr seien aber Auflagen für die Haltung gemacht worden.

„Es kommt nun auch zu einem Verfahren“, so Adrian. In dessen Rahmen würden die Hunde einem Wesenstest unterzogen. Bei einem solchen Test durchlaufen Hunde ein genau festgelegtes Verfahren, durchgeführt wird er von einem geprüften Sachverständigen, der das betreffende Tier mit verschiedenen Alltagssituationen konfrontiert. Der Experte bewertet das an den Tag gelegte Verhalten nach einem Punktesystem, auf Basis seiner Beurteilung werden dann gegebenenfalls Maßnahmen – zum Beispiel Maulkorbpflicht bis im Extremfall zur Beschlagnahme des Hundes – durch das Ordnungsamt ergriffen. Das Hundegesetz NRW regelt, wann Hunde als „gefährlich“ einzustufen sind und welche Auflagen in einem solchen Fall für deren Halter gelten.

Monika Voß ist nach dem Vorfall, der eines ihrer Schafe das Leben kostete, immer noch geschockt. Sie appelliert an alle Hundehalter, im Bereich des Rottenbergs und der Rüggeberger Straße besondere Vorsicht walten zu lassen. „Ich will so etwas nicht noch einmal erleben“, sagt sie und fordert Konsequenzen. Es dürfe nicht sein, dass die betreffenden Hunde andere Tiere angreifen. Das Ordnungsamt müsse handeln, bevor noch Schlimmeres passiere.

Hinweis aus Schwelm: Hunde jagen hinter Rehen her

Freilaufende Hunde und mögliche Folgen beschäftigen die Menschen nicht nur in Ennepetal. Aktuell liegt der Redaktion ein Hinweis aus Schwelm vor.

Ein Leser, der anonym bleiben möchte, weist darauf hin, dass er im Wald auf dem oberen Weg des Wildeborns schon öfter beobachtet habe, wie große Hunde hinter Rehen herjagen.

„Mir ist unverständlich, dass die Besitzer diese Hunde nicht an der Leine halten“, schrieb er. „Es ist ein Wunder, dass nicht schon Rehe totgebissen wurden.“ Auch er appelliert an die Hundebesitzer, ihre Tiere dort, wo es nötig ist, an der Leine zu lassen.

Die Stadt Schwelm teilte auf Nachfrage mit, dass dazu folgende Regelung gilt: Außerhalb des Ortskernes dürfen Hunde auf Waldwegen freilaufen, sofern sie im Wirkungsbereich des Halters bleiben. Anders ausgedrückt: Hunde, die beim Anblick eines Rehs nicht parieren und das Tier jagen, müssen angeleint bleiben.

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