Wirtschaft

Rossmann zieht ins Schwelm-Center ein

„Die Resonanz auf unsere Einladung zeigt, dass es großen Gesprächsbedarf gibt

„Die Resonanz auf unsere Einladung zeigt, dass es großen Gesprächsbedarf gibt

Foto: SIHK

Schwelm.   Bürgermeisterin Gabriele Grollmann hat beim SIHK-Wirtschaftsgespräch über aktuelle Entwicklungen in der Kreisstadt informiert.

Mehr als 120 Gäste, darunter zahlreiche Unternehmerinnen und Unternehmer waren zum Wirtschaftsgespräch in das Restaurant „Die Turnhalle“ nach Schwelm gekommen, zu dem die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) eingeladen hatte. „Die Resonanz auf unsere Einladung zeigt, dass es großen Gesprächsbedarf gibt. Daher haben wir auch den Austausch zu wichtigen Themen hier in Schwelm in den Mittelpunkt gestellt“, begrüßte SIHK-Präsident Ralf Stoffels die Anwesenden im Veranstaltungsraum des neu eröffneten Restaurants am Westfalendamm.

Unternehmen in Region zufrieden

Zunächst berichtete Stoffels, zugleich Schwelmer und Geschäftsführender Gesellschafter der biw Isolierstoffe GmbH in Ennepetal, aus der aktuellen Konjunkturumfrage der SIHK. „Aktuell zeigen sich die Unternehmen in unserer Region mit ihrer Geschäftslage sehr zufrieden. Die Erwartungen der Unternehmen über ihre zukünftige Geschäftsentwicklung haben sich jedoch eingetrübt. Erstmals seit zehn Jahren öffnet sich die Schere zwischen der aktuellen Lage und den Erwartungen, was unter anderem an den sinkenden Exporterwartungen liegt“, so Stoffels.

Aber auch der Fachkräftemangel und die steigenden Rohstoff- und Energiepreise machten den Unternehmen Sorgen. „Trotzdem kann man beim heimischen Mittelstand nicht von mangelnder Investitionsbereitschaft sprechen. Wir lassen uns von der ein oder anderen Rahmenbedingung nicht verschrecken, am Standort zu investieren, wenn es der Weltmarkt hergibt“, betonte der Kammerpräsident.

Ein Dauerbrenner im Ennepe-Ruhr-Kreis sei aktuell und in Zukunft auch das Thema Verkehr. „Wir haben im Frühjahr mit den IHKs Wuppertal und Dortmund das Aktionsbündnis A1 gegründet, mit dem Ziel, die Baustellen entlang der A1 besser zu koordinieren.“ Auch für den Erhalt des stündlichen ICE-Haltes in Hagen auf der Strecke Köln-Berlin habe man sich – gemeinsam in einem breiten Bündnis aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft – erfolgreich eingesetzt.

Neben dem Verkehr auf der Schiene und der Straße muss auch der Verkehr im Datennetz laufen. „Aktuell geht es uns um die Anbindung auch des Ennepe-Ruhr-Kreises an das 5G-Mobilfunknetz. Wir brauchen bei uns ein solches Netz, um bei Zukunftsthemen wie Industrie 4.0 nicht abgehängt zu werden. Auch mit Blick auf die Attraktivität als zukunftsfähiger Lebensraum für dringend gesuchte Fachkräfte muss die Region an die Infrastrukturen der Zukunft angebunden werden“, so Stoffels. In Richtung Bürgermeisterin Gabriele Grollmann richtet er vor allem zwei Fragen: Wie sieht es aus mit den Gewerbeflächen im Ennepe-Ruhr-Kreis und welche Fortschritte macht die interkommunale Zusammenarbeit?

Hier konnte das Stadtoberhaupt auf abgeschlossene und bevorstehende Projekte verweisen. „Das Gewerbegebiet Bahnhof Loh ist vollständig vermarktet. Zudem wissen wir noch nicht, was mit dem Gebiet bei Avery Dennison wird. Auch hier werden neue Flächen entstehen. Wir sind auch in Gesprächen mit der Stadt Sprockhövel, um bei dem Thema interkommunal was auf die Beine zu stellen. Wenn die Politik mitspielt, werden wir als Verwaltung es auch zukünftig befürworten, Gebiete auf Vorrat zu kaufen. Das hat sich beim Bahnhof Loh auch als die richtige Strategie erwiesen. Zudem wird es zu Beginn des neuen Jahres eine Stabsstelle Wirtschaftsförderung inklusive Gewerbeflächenmanagement geben, die bei mir angesiedelt ist. Wir haben aktuell 33 hochkarätige Bewerbungen und werden noch im Oktober in die Bewerbungsgespräche gehen.“

Interkommunale Zusammenarbeit

Gut aufgestellt sei nun auch mit der neuen Geschäftsführerin Claudia Lipka und ihrem Team das Stadtmarketing in Schwelm. Weiterhin werde es mittelfristig auch beispielsweise bei den Themen Datenschutz und Rechenzentrum eine stärkere interkommunale Zusammenarbeit geben.

Auch bezüglich der „bedauerlichen Entwicklung der Hebesätze von Grund- und Gewerbesteuer“, wie Ralf Stoffels es formulierte, konnte die Bürgermeisterin vorsichtig Entwarnung geben. „Wir sind optimistisch, dass wir den Hebesatz halten können. Sowohl bei der Grundsteuer B als auch bei der Gewerbesteuer.“ Aktuell liegt der Hebesatz in Schwelm für die Grundsteuer B bei 742 Punkten und bei der Gewerbesteuer bei 495 Punkten.

Ebenso konnte Gabriele Grollmann in Bezug auf das Schwelm-Center positive Nachrichten vermelden. „Rossmann hat unterschrieben und auch mit Rewe wird es einen langfristigen Vertrag geben.“ Überhaupt sei Schwelm in vielen Dingen auf einem guten Weg. „Bedauerlich ist leider weiterhin unser Bahnhof. Die Verwaltung tut alles, was in ihrer Macht steht, aber leider gehört uns das Gebäude nicht.“

Bei so viel Optimismus, was die lokale Entwicklung angeht, forderte Ralf Stoffels von der Stadt am Ende des Wirtschaftsgesprächs für die Zukunft ein regelmäßiges „follow up“ der dargestellten Maßnahmen, „um den hoffentlich erfolgreichen weiteren Verlauf nachverfolgen und ggf. korrigieren und anpassen zu können.“

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