Schule

Rolle rückwärts bei Schulsozialarbeit in Schwelm

Es wird kein eigener Schulsozialarbeiter ans Märkische Gymnasium in Schwelm  kommen.

Es wird kein eigener Schulsozialarbeiter ans Märkische Gymnasium in Schwelm kommen.

Foto: Hans Blossey

Schwelm.   Das Märkische Gymnasium in Schwelm findet keine geeigneten Bewerber nach Stellenausschreibung für die Schulsozialarbeit.

Der Plan war gut, ging aber in die Hose: Das Märkische Gymnasium (MGS) sollte durch Umwandlung einer Lehrerstelle zukünftig dauerhaft eine halbe Stelle für die Schulsozialarbeit zur Verfügung haben. Daraus wird nichts, und der Grund ist auch auf die anderen Schulen übertragbar: Auf mies bezahlte Teilzeitstellen bewerben sich keine erstklassig ausgebildeten Menschen. Und diejenigen, die sich bewerben, erfüllen die Voraussetzungen, um den Anforderungen gemäß mit den Kindern und Jugendlichen zur arbeiten, fast nie.

„Wir bedauern die Situation am meisten“, begann MGS-Leiterin Katharina Vogt, den Politikern des Schul- und Jugendhilfeausschusses zu erklären, warum entgegen der Pläne auch das Gymnasium zukünftig weiter von der Schulsozialarbeit des Kinderschutzbunds partizipieren muss. Ursprünglich sollten die Politiker die neue Verteilung des Stundenvolumens ab dem bevorstehenden Schuljahr auf die vier Grundschulen und die Realschule vorberaten. Nun muss neu geplant werden.

Stellen sind oft lange unbesetzt

Der Plan der MGS-Leitung sah vor, eine Lehrerstelle gegen eine halbe Sozialarbeiterstelle einzutauschen, wie Katharina Vogt erklärt. Die Schule bereitete alles so weit vor, die Ausschreibung lief, es gab eine vielversprechende Bewerberin. „Die hat ihre Bewerbung dann aber kurz bevor wir alles in trockene Tücher packen wollten, zurückgezogen“, sagt Katharina Vogt und weiter: „Dann haben wir entschieden, uns auch zurückzuziehen.“ Die weiteren Bewerber seien schlicht ungeeignet gewesen.

Weil manche Stellen dieser Art auf den einschlägigen Jobportalen seit fast einem Jahr unbesetzt bleiben würden, „sind wir unserer ersten Verantwortung gerecht geworden, haben die Lehrerstelle besetzt und gewährleisten die Unterrichtsversorgung der Schüler“, sagte die Schulleiterin. Der neue Lehrer am Schwelmer Gymnasium habe vor seinem Referendariat drei Jahre in der Schulsozialarbeit in Essen gearbeitet, das wolle das MGS nun für sich nutzen.

Mehr Stunden und mehr Geld

Die Situation am Märkischen Gymnasium scheint keine außergewöhnliche zu sein. Das lässt sich zumindest aus den Worten von Manuela Rahn, Schulleiterin der Grundschule Nordstadt, ableiten: „Es ist generell schwierig, jemand kompetentes für diese Aufgaben in unserer Stadt zu finden.“ Ein Mittel, die Zahl der Bewerber mit entsprechenden Qualifikationen zu erhöhen, sieht Katharina Vogt in der Attraktivität der Stellen: „Ich denke, dass eine Aufteilung einer Stelle auf mehrere Schulen mit einer höheren Stundenzahl und Bezahlung mehr Bewerber anziehen könnte.“

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