Feuerwehr

Rettungsgasse und Beleidigungen Themen bei Schwelmer Wehr

Beförderungen auf der Jahreshauptversammlung. Die neuen Unterbrandmeister, Brandmeister, Oberbrandmeister und Brandinspektoren bei der Freiwilligen Feuerwehr Schwelm mit Markus Kosch (zweiter von links) und Matthias Jansen  (rechts).

Foto: Charlotte Wegmann

Beförderungen auf der Jahreshauptversammlung. Die neuen Unterbrandmeister, Brandmeister, Oberbrandmeister und Brandinspektoren bei der Freiwilligen Feuerwehr Schwelm mit Markus Kosch (zweiter von links) und Matthias Jansen  (rechts).

Schwelm.   Um das immer wieder groß diskutierte Thema der Rettungsgasse kurz anzuschneiden, sprach der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands, Hartmut Ziebs, auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Schwelm zu seinen Kameradinnen und Kameraden. „Jedes Mal das selbe Szenario: Es kracht, der Notruf geht ein, wir fahren los und an der Autobahn ist Schluss. Dass es dem Großteil der Autofahrer immer noch nicht gelingt, eine Rettungsgasse zu bilden ist mir einfach unerklärlich“, sagte der gebürtige Schwelmer, der in seiner Heimatstadt einmal als stellvertretender Wehrführer tätig war.

Um das immer wieder groß diskutierte Thema der Rettungsgasse kurz anzuschneiden, sprach der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands, Hartmut Ziebs, auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Schwelm zu seinen Kameradinnen und Kameraden. „Jedes Mal das selbe Szenario: Es kracht, der Notruf geht ein, wir fahren los und an der Autobahn ist Schluss. Dass es dem Großteil der Autofahrer immer noch nicht gelingt, eine Rettungsgasse zu bilden ist mir einfach unerklärlich“, sagte der gebürtige Schwelmer, der in seiner Heimatstadt einmal als stellvertretender Wehrführer tätig war.

Dabei ist ist Sachlage laut Ziebs eigentlich ganz einfach: „Liebe Stausteher, wenn wir nicht durchkommen, dauert es länger, wenn die Polizei nicht durchkommt, um die Unfallstelle zu sichern, dauert es noch länger. Kurz gesagt, die Rettungsgasse ist sinnvoll, so löst sich der Stau viel schneller auf.“ Das mangelnde Verständnis dafür, eine Rettungsgasse zu bilden, ist allerdings nicht das größte Problem der Einsatzkräfte. „Es fängt bei verbalen Beschimpfungen an und endet bei Bedrohungen mit – nein, das ist kein Scherz – Schusswaffen“, berichtete der Feuerwehr-Präsident schockiert. Die Strafgesetze wurden dahingehend bereits überarbeitet und verschärft, nun sei die Gesellschaft gefordert. „Solch ein Verhalten darf einfach nicht toleriert werden, die Politik hat alles ihr Mögliche getan, es liegt nun an der Gesellschaft“, appellierte Ziebs.

Ein weiteres Thema, das an diesem Abend in den Reihen der Kameradinnen und Kameraden für Aufruhr sorgte, war ein druckfrischer Beschluss des Europäischen Gerichtshofs. „Seit Dienstag steht alles Kopf: Bereitschaftszeit ist Arbeitszeit“, sagte Hartmut Ziebs. Wer sich in seiner Freizeit ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr engagiert, muss diese Stunden zukünftig nachhalten. Die Arbeitsstunden, die die Ehrenamtlichen in Bereitschaft und Einsätzen verbringen, zählen fortan als Arbeitszeit. „Die Stunden werden vergütet und dürfen nicht zusätzlich im Betrieb abgearbeitet werden“, sagt Ziebs.

„Gott zu Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ – der stellvertretende Kreisbrandmeister Christian Zittlau richtete abschließend noch einige Worte an seine Feuerwehr-Kollegen. „Wir sollten die Augen vor dem Ehrenamt nicht verschließen“, sagte er. Es bringe mehr Sichtweisen in die Arbeit als mit rein kommunal beschäftigten Brandmeistern. „In Dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst“, wiederholte Christian Zittlau das Motto einer Kampagne zur Mitgliederwerbung. Es sei ihm äußerst wichtig, auch in Zukunft viele Ehrenamtliche sowie neue Gesichter bei der Feuerwehr Schwelm begrüßen zu dürfen. „Wir wachsen nur durch unseren Nachwuchs und die weiteren engagierten Menschen, die ihr Leben und ihre Gesundheit hinter die anderer stellen“, sagte Zittlau.

Zu ehren waren bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung fünf Kameradinnen und Kameraden. Daniela Fischer, die seit 25 Jahren aktives Mitglied der freiwilligen Feuerwehr in Schwelm ist, verlieh Feuerwehrchef Matthias Jansen das Feuerwehr-Ehrenzeichen NRW in Silber. „Wir alle sind froh, jemanden wie Daniela in unseren Reihen zu haben. Sie ist immer bemüht sich weiterzubilden und besucht Lehrgänge und Fortbildungen. Besonders für ihre Tätigkeit der psychosozialen Unterstützung unserer Einsatzkräfte sind wir ihr dankbar“, sagte Matthias Jansen.

Frank Kessler, der sich wegen Krankheit entschuldigen ließ, darf sich bei seiner nachgeholten persönlichen Ehrung über das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold für seine 35-jährige Mitgliedschaft freuen. Den Präsidenten des Deutschen Feuerwehr-Verbands, Hartmut Ziebs, ehrten der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Schwelm und sein Stellvertreter für seine 40-jährige Feuerwehrzugehörigkeit. „Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie unfassbar stolz wir darauf sind, dass das Feuerwehr-Oberhaupt Mitglied der Schwelmer Feuerwehr ist“, schwärmte Jansen. Diese Ehre zeige, dass die Kreisstadt besonderer sei als manch einer denke.

Ein halbes Jahrhundert lang ist Edgar Maihöfer mittlerweile Feuerwehr-Kamerad. Für seine 50-jährige Feuerwehrzugehörigkeit ehrten Matthias Jansen und Markus Kosch das Ehrenabteilungs-Mitglied, seinen Feuerwehr-Freunde und -Kameraden war das eine Ovation mit lautstarkem Applaus wert.

Seit 60 Jahren bei der Feuerwehr

Eugen Jager, der wie seine ebenfalls geehrten Kollegen Hartmut Ziebs und Edgar Maihöfer im Verband der Feuerwehren ist, galt der größte Applaus des Abends. „60 Jahre Feuerwehr, das soll dir erstmal jemand nachmachen“, scherzte Matthias Jansen.

Jager sei stets um Kameradschaft und Zusammenhalt bemüht gewesen und ist es noch heute. Selbst in den schlechtesten Zeiten war er derjenige, der allen anderen Mut zugesprochen und sie ermutigt habe, weiterzumachen. „Wir können dich fast als Urvater des Trödelmarkts bezeichnen“, so Jansen lachend. Auch wenn die Lage noch so aussichtslos erschien, war es Eugen Jager, der seine Positivität und Motivation an seine Kameraden weitergab.

INFOBOX

Die Stadt Schwelm beschäftigt zur Zeit 37 hauptamtliche Kräfte auf der Feuer und Rettungswache in der August Bendler Straße.


Die Freiwillige Wehr zählt 110 Aktive im Ehrenamt, 32 Mädchen und Jungen sind in der Jugendfeuerwehr, 24 Musiker hat die Big Band und 26 Mitglieder sind in der Ehrenabteilung.

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