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Projektsteuerer für Rathaus-Neubau in Schwelm stellen sich vor

Die Brauereibrache: Hier wird einmal das neue Rathaus stehen.

Foto: Hans Blossey

Die Brauereibrache: Hier wird einmal das neue Rathaus stehen. Foto: Hans Blossey

Schwelm.   Im kommenden Jahr wollen die Projektsteuerer die ersten Zahlen auf den Tisch legen, was der Neubau eines Rathauses die Schwelmer kosten wird.

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Wenn der Rat der Stadt zusammenkommt, brauchen sich die Vertreter der Fraktionen für diesen Abend in der Regel nichts Weiteres mehr vorzunehmen. So war es auch diesmal. Insgesamt 23 Tagesordnungspunkte im öffentlich Teil galt es zu den fünf weiteren, nicht öffentlich diskutierten Punkten abzuarbeiten. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass mit einer möglichen „Neuerrichtung des Ibach-Stegs“ (Antrag Linke), die Bewirtschaftung der Sportanlage „An der Rennbahn“ und die Fortschreibung des Einzelhandelsgutachtens drei Themen in die Fachausschüsse zurückverwiesen wurden.

Zu Beginn der Sitzung ehrte Bürgermeisterin Gabriele Grollmann zwei Mitglieder des Rats. Gerd Philipp (SPD) gehört dem Gremium bereits seit 20 Jahren an. Sein liberaler Kollege Michael Schwunk vertritt seit 15 Jahren die Interessen der Bürger der Stadt und der FDP im Rat. „Schön, dass Sie so viele Jahre durchgehalten haben“, gab Schwelms Erste Bürgerin Michael Schwunk mit auf den Weg. Bürgermeisterin-Stellvertreter, der Beigeordnete Ralf Schweinsberg, hatte danach die neuesten Nachrichten im Zusammenhang mit dem Bahnhof-Umbau: Der Innenausbau ist noch nicht abgeschlossen, am 20. Oktober sei die Bauabnahme für das Gebäude angepeilt.

„Zeit, Farbe zu bekennen“

Auf die Kür folgte die Pflicht und mit der Zentralisierung der Stadtverwaltung am Standort „Alte Brauerei“ ein gewichtiges Thema, bei dem, trotz mehrheitlichem Bekenntnis für den Rathaus-Neubau in der Innenstadt (wir berichteten), die Meinungen besonders wegen der noch nicht feststehenden Kosten für das Projekt konträr sind. Grüne und die Wählergemeinschaft SWG/BfS sind für ein „Ja, aber...“ und für einen Plan B, FDP-Fraktionschef Michael Schwunk lehnt das Projekt als „falsch und völlig risikobehaftet, was die Finanzlage der Stadt angeht“, ab. Für Neubau-Befürworterin Johanna Burbulla (Die Bürger) sei die Ratssitzung „heute der Tag, Farbe zu bekennen“, sonst sei es nicht sinnvoll, einen Projektsteuerer zu beauftragen. Zustimmung bekam sie durch CDU-Mann Oliver Flüshöh („Irgendwann muss man sich entscheiden.“) und SPD-Fraktionschef Hans-Werner Kick („Mit dem Bürgerbegehren und durch die öffentliche Meinung ist der Standort Gustav-Heinemann-Schule sowieso tot.“).

Die Fraktion Die Linke, deren zwei Ratsmitglieder der Sitzung entschuldigt ferngeblieben waren, schob die Stellungnahme schriftlich nach. Ortssprecher Jürgen Senge dankte vor allen den Initiatoren der Bürgerinitiative und den Bürgern, die durch ihre Unterschrift die Neubau-Pläne am Standort der ehemaligen Hauptschule zu realisieren, zunichte gemacht hatten: „Endlich hat die Vernunft gesiegt, das Rathaus nicht am Rande der Stadt zu errichten.“ Die zweite Ortssprecherin Petra Bartnik hofft auf ein neues Rathaus, „welches der Stadt zur Zierde gereicht und zur Verschönerung Schwelms beiträgt. Verwaltungskästen mit dem Charme der 60er Jahre sind das Letzte, was unsere Innenstadt braucht.“

Eine kleinen Ausblick, wie es mit dem Rathaus-Projekt auf dem Brauerei-Gelände weitergeht, folgte beim darauffolgenden Tagesordnungspunkt. Die Projektsteuerer der beauftragten „Assmann-Gruppe“, Linda Zimmer, Stefan Selle und Olaf Bruske, hatten im Ratssaal das Wort. Die Assmann-Gruppe gehört nach eigener Aussage zu den führenden Planungs- und Beratungsgesellschaften mit Standorten in Dortmund, Frankfurt, Stuttgart, Dresden, Berlin und Münster. Es ist ein Inhaber geführtes Unternehmen in der dritten Generation und zählt zurzeit 191 Mitarbeiter. Auftraggeber ist zu 70 Prozent die öffentliche Hand, 20 Prozent kommen aus dem gewerblichen Bereich und der Industrie. Wie zu hören war, übernimmt die Assmann-Gruppe auch für den Ennepe-Ruhr-Kreis die Projektsteuerung bei den anstehenden Bauprojekten.

Anforderungskatalog festlegen

Stadt und Projektsteuerer sind seit zwei Wochen im Gespräch. Jetzt gilt es, den Anforderungskatalog festzulegen: Was möchte Schwelm, was braucht Schwelm, und was kann sich Schwelm überhaupt leisten? „Wir planen nicht, wird beraten und sagen, was nicht passt“, so Olaf Bruske vor dem Rat. „Wann werden wir konkrete Zahlen haben, was das Projekt kostet?“, stellte Jürgen Kranz (SWG/BfS) die Frage, die allen Fraktionen unter den Fingernägeln brennt. „Wenn Sie uns sagen, was Sie möchten und das wird 2018 sein“, lautete die „erschöpfende“ Antwort von Olaf Bruske.

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