Sicherheit

Polizeistation wird auf jeden Fall neu gebaut

In der Polizeiwache am Büttenberg herrschen katastrophale räumliche Zustände. An einigen Stellen – zum Beispiel beim fehlenden separaten Eingang für die Gewahrsamszellen –

In der Polizeiwache am Büttenberg herrschen katastrophale räumliche Zustände. An einigen Stellen – zum Beispiel beim fehlenden separaten Eingang für die Gewahrsamszellen –

Foto: Stefan Scherer

Ennepetal.   In der Diskussion um die Neuausrichtung der Polizei in Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal bezieht die Behörde nun Stellung.

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Nach den deutlichen Worten in der Resolution, die Gevelsberg Bürgermeister Claus Jacobi der Politik zur Abstimmung vorgelegt hat (wir berichteten), luden nun Olaf Schade als Chef der Kreispolizeibehörde und Klaus Menningen als Leiter der EN-Polizei in die Wache in Ennepetal ein, um zu erklären, warum es aus ihrer Sicht unumgänglich ist, auch die Polizeiwache in Gevelsberg in einen zentralen Neubau für Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal zu integrieren.

Wache sollte längst geschlossen sein

Die Wache sollte bereits vor 20 Jahren das erste Mal geschlossen werden, „weil sie damals schon aus Polizeisicht nicht optimal war“, wie Menningen sagt, der im Jahr 1997 seinen Dienst bei der EN-Polizei antrat. Einmal zu diesem Zeitpunkt und einmal wenige Jahre später hat allem Anschein nach die Intervention des ehemaligen Gevelsberger Bürgermeisters Dr. Klaus Solmecke bei seinem SPD-Parteifreund, Vorgänger auf dem Chefsessel im Gevelsberger Rathaus und damaligem Landrat Volker Stein, die Schließung verhindert. Beim zweiten Anlauf hat jedoch auch die Tatsache eine Rolle gespielt, dass das angedachte Gebäude zu klein war.

Dies scheint beim aktuellen Vorstoß von Claus Jacobi in Richtung Olaf Schade nicht zu funktionieren. Der Landrat betonte erneut: „Wenn man überall etwas ändern darf, nur nicht in Gevelsberg, dann ist das eine Denkweise, die ich als Landrat für neun Städte nicht haben darf.“ Die Zentralisierung sei Chance für mehr Sicherheit auf den Straßen. „Ein Streifenwagen wirkt da mehr als ein Verwaltungsgebäude, das der Beamte nicht verlassen darf.“

Neben der Tatsache, dass beispielsweise die Gewahrsamszellen in Gevelsberg seit Jahren nicht mehr genutzt werden dürfen, sei es ohnehin der Fall, dass am Strückerberg neu gebaut werde, weil auch in der Wache am Büttenberg katastrophale räumliche Zustände und sogar sicherheitsrelevante Mängel bestehen. Klaus Menningen: „Wir haben von dem Ministerium den klaren Auftrag, neu zu bauen.“ Als er von den Plänen einer neuen Kreisfeuerwehrzentrale erfahren habe, setzte er sich mit Kreisbrandmeister Rolf-Erich Rehm zusammen. „Schnell war klar, dass wir viele Dinge, wie Funkverbindungen und besondere Datenleitungen beide benötigen.“ Unter einem Dach sei dies deutlich günstiger, außerdem seien bei Großschadenslagen die Wege zwischen den Behörden kürzer.

Nachdem diese Idee geboren war, floss das Projekt der neuen Kreispolizeibehörde mit in die Vorlage des Landrats an den Kreistag ein, die die Stadt Gevelsberg nun per Moratorium aussetzen will.

Synergien mit Feuerwehr

Das ist aus Sicht von Schade zwecklos, denn die Kreispolitik entscheidet nur über den Grundstückskauf und die Zentralisierung der Feuerwehr. Die Zukunft der Polizei liege in den Händen des NRW-Innenministeriums und nicht des EN-Kreises. Klar sei: Selbst wenn eine Kombination mit der Feuerwehr nicht zu Stande kommt, werde eine neue zentrale Polizeiwache wohl am Strückerberg entstehen. Auch dann würde die Gevelsberger Wache höchstwahrscheinlich geschlossen.

INFOBOX

Neben den beiden weiteren Wachen in Wetter und Hattingen ist die Polizei an weiteren Standorten vertreten.

Sowohl im Schwelmer Kreishaus, als auch in einem weiteren Gebäude an der Hauptstraße und im Ibachhaus sind Teile der Behörde beheimatet, die zusammengezogen werden sollen.

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