Ennepetal

Parkraumkonzept für die Innenstadt wird überarbeitet

Das Parkhaus an der Südstraße wird möglicherweise aufgrund gesetzlicher Vorgaben künftig nicht mehr frei zugänglich sein. Momentan prüft die Verwaltung noch, wie die Vorschriften umgesetzt werden können.

Foto: Hartmut Breyer

Das Parkhaus an der Südstraße wird möglicherweise aufgrund gesetzlicher Vorgaben künftig nicht mehr frei zugänglich sein. Momentan prüft die Verwaltung noch, wie die Vorschriften umgesetzt werden können. Foto: Hartmut Breyer

Ennepetal.   Im Falle einer Öffnung der Fußgängerzone könnten zwischen 20 und 30 neue Stellplätze für Pkw als Kurzzeitparkplätze eingerichtet werden.

Im Falle einer Öffnung der Fußgängerzone könnten zwischen 20 und 30 neue Stellplätze für Pkw eingerichtet werden. Diese sollen überwiegend als Kurzzeitparkplätze ausgewiesen werden. Das geht aus einem Arbeitspapier der Verwaltung zur Fortschreibung des Parkraumkonzepts für die Innenstadt hervor. Allerdings könnte eine gesetzliche Vorgabe dazu führen, dass das Parkhaus Südstraße (Fitnesstudio/Ärztehaus) künftig nicht mehr allgemein zugänglich ist. Dadurch würden 110 öffentliche Stellplätze wegfallen.

Aufgrund von Vorgaben der Sonderbauverordnung sind allgemein zugängliche geschlossene Großgaragen durch Aufsichtspersonal oder eine Videoüberwachung zu kontrollieren. Dadurch soll die Sicherheit für Frauen erhöht werden. Das gesamte Parkhaus Südstraße fällt unter diese Vorgabe, während beispielsweise das Parkhaus am Markt aufgrund der offenen Bauweise davon nicht berührt ist.

Stellplatzzuwachs seit 2014

Entweder müsste nun für das Parkhaus Südstraße eine der Überwachungsvarianten eingerichtet werden oder es beispielsweise durch Installation einer Schrankenanlage gesichert werden. Sobald eine Großgarage nicht mehr frei zugänglich ist, entfällt die Überwachungspflicht. „Wir müssen überlegen, ob wir das Parkhaus dann nicht gegen Geld bewirtschaften“, erklärte Fachbereichsleiter Stephan Langhard im Ausschusses für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung. Als eine denkbare Variante nannte er das so genannte „Handyparken“, bei dem Nutzer ihren Stellplatz per Smartphone zahlen können. Auch ein Zugang per Karte sei möglich.

Die Verwaltung hatte Ende 2014 ein Parkraumkonzept für die Innenstadt erstellt, das einen Überblick über die Parkplatzsituation im Bereich zwischen dem Heilenbecke Center und der Kreuzung Voerder Straße/Neustraße/Milsper Straße gibt. Da sich Anzahl und Verteilung der Stellplätze seitdem zum Teil verändert haben und sich weitere Veränderungen eben insbesondere durch eine mögliche Bewirtschaftung des Parkhauses Südstraße sowie eine mögliche Befahrbarkeit der Voerder Straße abzeichnen, arbeitet die Verwaltung nun an einer Fortschreibung des Konzepts. „Es ist bisher nur ein Arbeitspapier, weil wesentliche Fragen noch offen sind“, betonte Stephan Langhard in der Ausschusssitzung. Vor allem die Frage, ob die Voerder Straße wieder für den Verkehr freigegeben wird oder nicht, ist zunächst zu entscheiden.

Dem Papier zufolge hat sich die Stellplatzzahl im Vergleich zum Jahr 2014 von 1471 auf 1509 erhöht. Das gehe im wesentlichen auf die Errichtung der „Parkpalette“ an der Südstraße im Zuge der Eröffnung des Berlet-Elektrofachmarkts zurück. 941 Stellplätze sind privat zugänglich, 568 öffentlich. Zeitlich unbeschränkt sind 434 Plätze (davon 149 kostenpflichtig), zeitlich beschränkt 1075 (der bei weitem größte Teil davon auf zwei oder drei Stunden).

Einer Erhebung im Juni 2017 zufolge lag der Anteil freier Parkplätze im Innenstadtbereich tagsüber bei 63 Prozent. Sollte das Parkhaus Südstraße als öffentlich zugänglicher Parkraum entfallen wären es rechnerisch nur noch 58 Prozent. Wenn das Parkhaus künftig bewirtschaftet und die Fußgängerzone nicht geöffnet werden, dann müssten dem Arbeitspapier zufolge Kompensationen geschaffen werden. Eine denkbare Möglichkeit wäre die Aufstockung der „Parkpalette“ neben Berlet um eine Etage. Diese Option war bei der Planung berücksichtigt worden.

INFO:

Das „Arbeitspapier zum Entwurf der Fortschreibung des Parkraumkonzepts 2018 Innenstadt Ennepetal“ beinhaltet auch die Empfehlung, das bestehende Parkplatzangebot durch ein statisches Parkleitsystem zu unterstützen. Es erleichtere den zum Einkaufen kommenden Ortsfremden und Touristen das Auffinden geeigneter Parkmöglichkeiten.

Der Ausschuss gab einstimmig der Verwaltung den Auftrag, nach einer Entscheidung über die Öffnung der Voerder Straße für den Individualverkehr und die Klärung der Situation Parkhaus Südstraße das Parkraumkonzept fertigzustellen.

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