Neue Mitte Schwelm

Parkfrage in Schwelm ist Dreh- und Angelpunkt

Rund um den geplanten Neubau der Rathauses wird die Innenstadt ihr Gesicht in den nächsten Jahren total verändern.

Rund um den geplanten Neubau der Rathauses wird die Innenstadt ihr Gesicht in den nächsten Jahren total verändern.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Schwelm.  Der Kraftfahrzeugverkehr in den Innenstädten verliert an Bedeutung. Nicht für die Werbegemeinschaft Schwelm. Sie hält an Parkplätzen fest.

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Die Kreisstadt versucht sich gerade in der Quadratur des Kreises. Es wird ein neues Rathaus auf der Brauerei-Brache gebaut, es gibt ein neues Kulturhaus an der Römerstraße, und dadurch bekommen die Bürger auch gleich die Neue Mitte Schwelm mit total sanierter Innenstadt quasi auf dem Silbertablett präsentiert. Damit soll die Stadt für die nächsten Jahrzehnte fit gemacht werden. Doch allen können es Politik und Verwaltung sicherlich nicht Recht machen.

Um für das Jahrhundertprojekt Fördergelder abgreifen zu können, hat das Rathaus ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept für die Schwelmer Innenstadt, kurz ISEK genannt, erarbeiten lassen. In dem 131 Seiten starken Papier ist so ziemlich alles zusammengetragen worden, was für den Bau an der Neuen Mitte Schwelm Relevanz hat, angefangen von den Handlungsfeldern Städtebau und Wohnen, öffentlichen Raum und Verkehr, Einzelhandel, Dienstleistung und Gastronomie, Ausflugsziele, Kultur, Freizeit und Soziales. Eben alles ist berücksichtigt, was eine Stadt lebenswert und ausmacht. Das ISEK ist damit sozusagen für die nächsten acht Jahre der „Rote Faden“ für den Umbau der Innenstadt.

Die Interessenlagen sind wie eingangs erwähnt eben sehr vielschichtig. Auch die Werbegemeinschaft wurde von den Fachleuten der Planungsgruppe Stadtbüro und der Planersocietät nach ihren Wünschen befragt. Diese Informationen sind neben den vielen anderen Anregungen mit in das ISEK eingeflossen. Für die Einzelhändler ist die gute Erreichbarkeit der Geschäfte in der Innenstadt Dreh- und Angelpunkt aller Betrachtungsweisen. Und dazu gehört eben immer noch ausreichend Parkraum. Und genau der wird nach dem Umbau der City zur Mangelware, befürchten die Geschäftsleute.

„Die Parkplätze in der Innenstadt sind besonders am Freitag gut ausgelastet. Und der Parkdruck wird sicherlich größer, wenn das Rathaus und das Kulturhaus fertig sind“, sagt Daniele Weithe. Als Vorsitzende der Werbegemeinschaft Schwelm (WGS) vertritt sie die Interessen der aktuell 95 Mitgliedsunternehmen. Gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Birgit Wrobbel hat Daniela Weithe das ISEK und damit die Entwicklungen um die Neue Mitte Schwelm fest im Blick.

Bessere Erreichbarkeit der Innenstadt

Von auswärtigen Kunden hört die Geschäftsfrau, die in der Gerichtstraße einen Weinhandel betreibt, immer wieder Klagen über die schlechte Erreichbarkeit der Innenstadt. Einmal habe sogar ein Polizeiwagen aus Dortmund direkt vor ihrem Geschäft gehalten und ein ratloser Beamter sie gefragt. „Halten Sie mich nicht für blöd. Aber wie komme ich zum Kreishaus?“ Man fahre als Fremder an der Innenstadt vorbei, sagt Weithe mit dem Verweis auf ein nicht funktionierendes Parkleitsystem und bringt die Öffnung der Diagonalsperre zwischen Bahnhofstraße und Altmarkt ins Spiel.

Die autolose Innenstadt mit Parkplätzen am Hallenbad ist für die Werbegemeinschaft indiskutabel. Eine Bewirtschaftung der Parkplätze mit zwei Stunden kostenfreiem Parken findet sie gut. Und der Supermarkt im Schwelm-Center sei auch ein Frequenzbringer für die Innenstadt. „Man darf die Bedürfnisse der Schwelmer nicht außer acht lassen. Sonst fahren sie nach Gevelsberg, dort können sie überall parken“, so Daniela Weithe.

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