Brauerei

Parken wird entscheidendes Thema in der Schwelmer Innenstadt

Im Kesselhaus, das das Logo der Brauerei noch ziert, soll Gastronomie einziehen.

Im Kesselhaus, das das Logo der Brauerei noch ziert, soll Gastronomie einziehen.

Schwelm.   Parallel zum Rathausneubau wird die gesamte Schwelmer Innenstadt neu geplant. Patrizierhaus soll in kommendem Jahr vermietet werden.

Auf kaum etwas warten die Schwelmer seit vielen Jahren derart gespannt wie auf die Neubebauung des Brauereigeländes und die damit verbundene Neukonzeptionierung der Innenstadt. Passiert augenscheinlich aktuell recht wenig, wird hinter den Kulissen dennoch kräftig daran gearbeitet, alles auf den Weg zu bringen. Einige Knackpunkte gilt es noch zu lösen, doch der ambitionierte Plan steht: Das erste Leben könnte in die altehrwürdige Brauerei bereits in weniger als einem Jahr einziehen. Allerdings betonen Bürgermeisterin Gabriele Grollmann und der Schwelmer Beigeordnete Ralf Schweinsberg auch: „Wir überdenken Dinge lieber einmal mehr, als nachher mit einem Schnellschuss einer Fehler zu begehen.“

Zeitplan

Die Ausschreibung für die Planungsleistungen für das neue Rathaus und das Kulturhaus, das auf dem Gelände der Villa „Xtradry“ an der Römerstraße entstehen soll, laufen noch bis zum 22. Mai. Zwar hat die Stadt Schwelm im Vorfeld keinerlei Einblick, wer welches Angebot abgibt, „aber die Nachfragen bei der Verwaltung lassen darauf schließen, dass es mehrere Interessenten gibt“, sagt Gabriele Grollmann. Ein positives Zeichen in einer Zeit, in der die Baubranche überlastet ist und dadurch die Preise steigen.

Beide Objekte – Neubau des Rathauses und Abriss der Villa Xtradry inklusive des Neubaus einer neuen Heimat für Musikschule, Bücherei und VHS – sind gesondert ausgeschrieben. Die Verwaltungsspitze macht jedoch keinen Hehl daraus, den Auftrag am liebsten an einen Generalplaner für beide Projekte zu vergeben. Läuft alles optimal, werden sich der oder die Generalplaner in der Sitzung des Schwelmer Stadtrats am 29. November vorstellen. Später entscheidet sich dann, ob die Ausschreibung des eigentlichen Baus für einzelne Gewerke, in Blöcken oder an einen Generalunternehmer stattfindet. „Die Arbeiten könnten Ende 2019, Anfang 2020 beginnen“, sagt Ralf Schweinsberg, und Gabriele Grollmann ergänzt: „Das müssen nicht gezwungener Maßen beide Gebäude sein.“ Ihr sei daran gelegen, vor allem die Musikschule schnell von der Übergangslösung zu befreien.

Gebäude

Auch bei den existierenden Gebäuden ist man einen Schritt voran gekommen. Die drei aktuellen Verwaltungsgebäude müssen verkauft werden, schließlich ist das Gesamtprojekt eine Konsolidierungsmaßnahme. „Für alle Standorte gibt es Interessenten“, sagt die Bürgermeisterin.

Von der historischen Bebauung auf dem Brauereigelände wird als erstes das Patrizierhaus in Angriff genommen. „Das ist ein Juwel, das wir nicht aus der Hand geben wollen“, sagt Gabriele Grollmann und Ralf Schweinsberg ergänzt: „Wir wollen das Patrizierhaus mit Bordmitteln sanieren und es bis Ende des Jahres bezugsfertig für unsere Mieter haben.“ Auch hier gebe es zahlreiche Interessenten, mehr will die Verwaltungsspitze jedoch nicht preisgeben.

Brauereien und weitere potenzielle Betreiber sollen auch für das Kesselhaus schon bei der Stadt Schwelm angeklopft haben. Der Vorteil sei, dass es aus der Zeit, als das Grundstück noch Euroconcept gehörte, bereits Baugenehmigungen für eine Gastronomie mit 500 Quadratmetern Außenfläche gebe.

Parkraumkonzept

In der Politik herrschen durchaus unterschiedliche Meinungen, wie viele Parkplätze benötigt werden. Während einige Fraktionen sowie die Verwaltungsspitze davon überzeugt sind, dass eine eingeschossige Tiefgarage mit maximal 90 Plätze unabdingbar ist, sehen beispielsweise die Grünen dies mit Verweis auf E-Bikes, Drohnen und autonome Fahrkonzepte als überflüssig an. „Die Kosten für ein eingeschossiges Parkhaus sind in den 30 Millionen Gesamtkosten bereits bedacht“, betont Beigeordneter Ralf Schweinsberg. Die Tiefgarage ist mit etwas mehr als zwei Millionen Euro eingeplant. Die Parkraumdiskussion sei ganz entscheidend für die Gesamtentwicklung der Innenstadt und werde sehr akribisch geführt. „Wir wollen ein Konzept entwickeln, das ohne Probleme an zukünftige Entwicklungen angepasst werden kann“, betont Gabriele Grollmann

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