Innenstadt

Oldtimermeile eine Riesen-Werbung für Ennepetal

Cabrio-Fahrer kennen kein schlechtes Wetter. Unbeeindruckt von ein paar Regentropfen ist dieses Paar.

Cabrio-Fahrer kennen kein schlechtes Wetter. Unbeeindruckt von ein paar Regentropfen ist dieses Paar.

Foto: Hans-Jochem Schulte / Westfalenpost

Ennepetal.  Tausende Besucher strömen zur Premiere der Oldtimermeile in Ennepetal. Die Liebe zu alten Schätzchen erweist sich als Super-Werbung für die Stadt.

Drohende Wolken, kurze Regenschauer - Tausende von Besuchern waren von dem wechselhaften Wetter nicht beeindruckt, sondern strömten am Sonntag in die Fußgängerzone und auf den Milsper Markt, genossen einen Tag zwischen alten und noch älteren Autos. Die 1. Oldtimermeile, veranstaltet vom Verein „My City“, war mehr als nur ein Erfolg, sondern eine große Werbung für Ennepetal. Die Überraschung begann schon am Morgen. Die historischen Fahrzeuge sollten in der Fußgängerzone beidseitig abgestellt werden. Aber der Platz reichte nicht. Einige fuhren mit ihren „Schätzchen“ wohl wieder nach Hause oder nutzten eine Parkmöglichkeit im Berlet-Parkhaus.

Kaum hatte Helma Sperling, die Motorjournalistin und Moderatorin, von der Bühne auf dem Milsper Marktplatz, ein „herzliches Willkommen“ ausgesprochen, da standen die Besitzer und Fahrer am ADAC-Stand Schlange, um sich anzumelden. Die mit historischen Autos voll gestellte Fußgängerzone war schon recht früh voller Menschen, die immer wieder an den Autos vorbei flanierten, oft einen Blick unter die Motorhaube wagten und nach PS und Höchstgeschwindigkeit fragten. Einige der Aussteller hatten Campingstühle und – tische zwischen den Autos aufgestellt, frühstückten so und hielten ein Schwätzchen mit Frauen und Männern vom Nachbarauto. Viele kannten sich von Oldtimertreffen.

Pulk von Menschen

In Höhe des Marktplatzes bildete sich immer wieder ein Pulk von Menschen. Hier stand das älteste in Ennepetal präsentierte Auto. Ein Ford Speedster Tin Lizzie, Fahrer Hans-Walter Möller aus Ennepetal, kurvte fast majestätisch in der gelben Blechliesel über den Marktplatz und musste immer für ein Foto anhalten. Neben ihm saß Barbara Mittag, die umtriebige Vorsitzende des veranstaltenden Vereins „My City“. Wo der offene zweisitzige Ford auch anhielt, gab es Beifall für Fahrer, Beifahrerin und Auto. Der historische Wagen, dessen Motor angekurbelt wird, hat nur eine kleine Windschutzscheibe auf der Fahrerseite, aussehend wie ein Monokel. Das Auto wurde am Nachmittag auch als „schönster Oldtimer“ in der Kategorie Pkw ausgezeichnet. Die Besucher der Oldtimermeile hatten das Fahrzeug des Ennepetaler Ehepaares Möller per Abstimmung als Sieger auserkoren.

Keine Frage, die Automeile war ein Event für Jung und Alt. Das Flanieren vorbei an chromblitzenden Autos, an zwei- oder vierrädrigen Raritäten machte den Besuchern Freude. Zu bestaunen gab es auch zwei Feuerwehr-Oldtimer. Der von der Ennepetaler Wehr wurde vom Ehrenstadtbrandmeister Rainer Kartenberg präsentiert, der auch fleißig Flyer von der Freiwilligen Feuerwehr verteilte. Einige Aussteller sorgten für Aufsehen, sie waren zu ihrem Auto passend gekleidet, oft elegant. So stolzierte ein Paar durch die Fußgängerzone, die Frau im Kostüm und Strümpfen mit Naht, er im dunklen Anzug mit Einstecktuch steckend.

Zurück zu den Fahrzeugen: VW-Käfer gab es mehrmals, Borgward war mit zahlreichen Typen dabei, präsentiert vom Ennepetaler Jürgen Schäfer. Als er mit seinem Pullmann (Schäfer: „Mein Traumauto“) sich den Fragen von Helma Sperling stellte, bedauerte er, dass so ein Fahrzeug sich nicht als Staatskarosse durchsetzte. „Schließlich wurden die mit dem Stern genommen!“ Ein Fahrer einer Limousine machte es deutlich: „Gangsterauto“ war an seinem Gefährt zu lesen.

Ein kleiner Oldtimer bahnte sich den Weg durch die Besuchermassen in der Fußgängerzone, sprich Oldtimermeile. Was entdeckten die Menschen? Aus dem Rückfenster grüßte ein Wackeldackel. Moderatorin Helma Sperling entlockte manchem Oldtimerbesitzer schöne Geschichtchen. Eine Fiat-Fahrerin hatte zur Hochzeit das Auto aus Sizilien geschenkt bekommen. Heute kurvt die Familie mit Wohnanhänger am Fiat durch Europa.

Organisatoren zufrieden

Ein 85-jähriger BMW-Fahrer berichtete: „Hier dran wurde verarbeitet, was zum Auto passt, auch von einem Dixie!“ Beim ADAC konnte man auf dem Kopf stehen, angeschnallt in einem fahrzeugähnlichem Gerät, das sich mehrmals überschlug. Als nach dem „Abenteuer“ Bärbel Mittag und der örtliche Euronics Berlet Marktleiter Oliver Tiemann (Hauptsponsor) aus dem „Auto“ stiegen, entfleuchte es der „My City“-Vorsitzenden: „Was ist das geil gewesen!“

Was machte den Besuchern noch Spaß? Die jungen besuchten die Hüpfburg, ließen beim ACAS die Carrera-Bahn-Autos sausen und die großen lauschten der Musik der „mobilen Band“, nahmen an Gewinnspielen teil oder testeten ihr Reaktionsvermögen bei der AOK.

Bevor die Sieger geehrt wurden, dankte City-Manager Olaf Dau dem ADAC, der zahlreiche Helfer für die Veranstaltung abstellte. „Ohne sie hätte es so nicht funktioniert!“ sagte Dau, der in Ennepetal zum ersten Male so eine große Veranstaltung organisierte. Er dankte auch den Sponsoren. Oliver Schulte, 2. Vorsitzender des ACAS, stand mit seinem Team auf der Bühne und versprach weitere gute Zusammenarbeit. Sehr zufrieden ist auch der Rot-Weiß Rüggeberg. Der Verein war mit einem Imbissstand vor Ort. Den ganzen Tag über standen dort Besucher an.

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