Schneeballschlacht-WM

Niemand wirft Schneebälle besser als der Schwelmer Uwe Jöns

Das Finale der Schneeballschlacht-WM  spielt das heimische Team „Hau do Jus“ in der Arena auf Schalke vor 45 000 Zuschauern. Die Weltmeisterschaft ist seit dem Jahr 2014 in die Biathlon Word Challenge eingebettet. Seitdem hat nie ein anderes Team den Titel gewonnen.

Das Finale der Schneeballschlacht-WM spielt das heimische Team „Hau do Jus“ in der Arena auf Schalke vor 45 000 Zuschauern. Die Weltmeisterschaft ist seit dem Jahr 2014 in die Biathlon Word Challenge eingebettet. Seitdem hat nie ein anderes Team den Titel gewonnen.

Foto: Fabian Strauch

Schwelm/Gelsenkirchen.   Der Schwelner Uwe Jöns hat sich bei der Schneeballschlacht-WM in der Arena auf Schalke mit seinem Team den vierten Titel in Folge gesichert.

Patsch! Patsch! Patsch! Alle 2,3 Sekunden schlägt ein Schneeball auf die Gegner ein. Die Scheinwerfer sind nur auf das kleine Spielfeld gerichtet. 45 000 Zuschauer feuern die sechs Spieler frenetisch an. Die kämpfen erbittert gegeneinander, die Kräfte schwinden langsam, doch immer wieder formen sie den Schnee und feuern. Dann ist Schluss, die neuen und alten Weltmeister reißen die Arme in die Luft. Einer von ihnen: der Schwelmer Uwe Jöns.

Der 46-Jährige hat mit seinen beiden Kumpels Holger Schultheis aus Wuppertal und Uwe Aßmann aus Remscheid bereits zum vierten Mal den WM-Thron der Schneeballwerfer bestiegen. „Wir kennen uns im Prinzip schon seit der Kindergartenzeit und unternehmen seitdem regelmäßig etwas miteinander“, sagt Uwe Jöns. Er erinnert sich, wie Uwe Aßmann im Jahr 2008 mit der Idee um die Ecke kam, doch bei der WM, die damals noch in Winterberg stattfand, teilzunehmen. Ein fünfter und zwei dritte Plätze sprangen für das Trio heraus, bevor die Veranstaltung drei Jahre lang pausierte.

Die Neuauflage dann im Jahr 2014, angegliedert an die Biathlon World Challenge in der Arena auf Schalke. Keine Frage für die Drei, dass sie sich erneut anmeldeten. „Wir wollten auf dem Treppchen schon ein wenig höher klettern“, sagt Uwe Jöns. Dass es seitdem keinen anderen Titelträger in der Arena auf Schalke gegeben hat, hätten sie sich damals nicht erträumt. Vierfach-Weltmeister laufen in Schwelm schließlich auch nicht so ganz viele herum.

Die Augen immer auf den Gegner

Finden die Spiele bis einschließlich des Halbfinals im Schalker Winterdorf vor der Arena statt, steigt das Finale dann in der Arena. Das Team um Uwe Jöns tritt unter dem Namen „How do Jus“ an und zehrt mittlerweile vor allem von seiner Erfahrung. „Uns standen Handball-Weltmeister von 2007 gegenüber und aktuelle Handball-Bundesliga-Spieler“, sagt der Schwelmer, der betont, dass die Drei noch nie gezielt trainiert haben. Das Erfolgsrezept: Augen immer auf den Gegner – auch beim Formen der Schneebälle – die Schwächen der anderen blitzschnell analysieren, ausnutzen und diese in einer möglichst hohen Frequenz abschießen.

Wer sich das anschaut, kommt nicht auf den Gedanken, dass das körperliche Höchstleistungen sind, doch die einmal fünf Minuten in den ersten Spielen und die zweimal drei Minuten im Finale fordern die Kondition extrem. „Nach 20 bis 30 Sekunden ist der Puls auf seinem Maximum und geht auch nicht mehr runter“, sagt Uwe Jöns, der zwar davon ausgeht, dass das erfolgreichste Team der bislang sieben Schneeballschlacht-Weltmeisterschaften auch im kommenden Jahr antritt, um seinen Titel zu verteidigen, aber schon kräftig daran werkelt, würdige Nachfolger zu installieren.

Drei Gevelsberger Teams am Start

Denn: Uwe Jöns ist auch Trainer der U19 des FSV Gevelsberg und erzählt seinen Fußballern seit Jahren davon, wie toll die Schneeballschlacht-WM ist. Mittlerweile haben seine Jungs auch das Mindestalter der Teilnahme von 16 Jahren überschritten, so dass gleich drei Nachwuchsteams aus Gevelsberg antraten: Während für die Gevelsberger Dastards schon in der Vorrunde Feierabend war, schieden Phönix Gevelsberg und die U19 Rockets FSV Gevelsberg im Viertelfinale aus. Letztere mussten sich ihrem eigenen Coach und seinen beiden Mitstreitern aus Wuppertal und Remscheid geschlagen geben.

Die marschierten unaufhaltsam weiter, siegten im Finale schließlich mit 114:93 Treffern und wurden zu Stars in der Arena. ZDF, Sky, RTL, Kika und sogar ein kanadischer Fernsehsender wollten Interviews haben – kurz nachdem Holger Schultheis, Uwe Aßmann und Uwe Jöns alle 2,3 Sekunden ihre Gegner abschossen. Patsch! Patsch! Patsch!

INFOBOX

Insgesamt treten 32 Teams bei der Schneeballschlacht-Weltmeisterschaft an.

Sie spielen in der Vorrunde zunächst in acht Gruppen gegeneinander, nur die jeweils Gruppenersten qualifizieren sich für das Viertelfinale.

Ab September läuft die Anmeldung für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr. Für eine Teilnahmegebühr von 50 Euro kann sich jeder anmelden.

Die amtierenden Weltmeister werden aber zumeist vom Veranstalter gefragt.

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