Grundstück an Voerder Straße

Neues Mehrgenerationenhaus für Ennepetal in Planung

Das neue Mehrgenerationenhaus soll an der Voerder Straße 123 entstehen. Das Grundstück mitsamt dem Gebäude, in dem früher ein China-Restaurant beheimatet war, gehört bereits der Stadt. Der Neubau wird auf der Fläche, auf der derzeit noch Garagen stehen, errichtet. Im Hintergrund ist – etwas hinter Bäumen verborgen – das Haus Ennepetal zu sehen.

Foto: Hartmut Breyer

Das neue Mehrgenerationenhaus soll an der Voerder Straße 123 entstehen. Das Grundstück mitsamt dem Gebäude, in dem früher ein China-Restaurant beheimatet war, gehört bereits der Stadt. Der Neubau wird auf der Fläche, auf der derzeit noch Garagen stehen, errichtet. Im Hintergrund ist – etwas hinter Bäumen verborgen – das Haus Ennepetal zu sehen. Foto: Hartmut Breyer

Ennepetal.   Die Stadt befasst sich derzeit mit dem Raumbedarf, der baulichen Gestaltung und der Art des Planungsverfahrens für das neue Mehrgenerationenhaus.

Wie wird das neue Mehrgenerationenhaus aussehen? Welchen Raumbedarf gibt es? Welches Verfahren wird für die Planung gewählt? Mit diesen Fragen befasst man sich derzeit im Ennepetaler Rathaus. Im Frühherbst sollen der Politik das Anforderungsprofil und Vorschläge zum Verfahrensablauf vorgelegt werden.

Klar ist seit einem Jahr, dass das Haus Ennepetal abgerissen und durch zwei Gebäude ersetzt wird: ein Veranstaltungszentrum und eben ein neues Mehrgenerationenhaus (MGH). Dieses soll auf dem benachbarten Grundstück Voerder Straße 123 entstehen. Das darauf stehende Haus, in dem aktuell Wohnungen für Flüchtlinge zur Verfügung stehen, wurde samt Grundstück bereits erworben. Die Kosten für einen MGH-Neubau wurden auf etwa 11,5 Millionen Euro beziffert – abzüglich zu beantragender Fördermittel.

Kita soll viergruppig werden

Hinsichtlich der Raumplanung habe man bereits ein Anforderungsprofil erstellt, erklärt Michael Schmidt, Leiter des Fachbereichs Jugend, Soziales und Bildung. Demnach benötige man im neuen MGH 2400 m². Bisher standen 2200 m² zur Verfügung. Vorgesehen ist, das bislang dreigruppige städtische Familienzentrum auf vier Gruppen zu erweitern. Noch zu klären ist die Frage, ob die Volkshochschule Ennepe-Ruhr-Süd in das MGH mit einzieht. Dafür müsse man auch noch das Votum der Politik einholen. Derzeit nutzt die Bildungseinrichtung mehrere Räume an unterschiedlichen Orten im Stadtgebiet. Allerdings werden die Räume in der Harkortschule aufgrund des Platzbedarfs für den OGGS-Betrieb der Katholischen Grundschule nicht mehr lang zur Verfügung stehen. „Mit der VHS wird es noch Gespräche geben“, erklärt Michael Schmidt. Diese sollen heute beginnen. Zu klären sei u. a., „inwieweit räumliche Synergien gehoben werden können“, sprich: ob Zeiten so zu koordinieren wären, dass Räume über den Tag verteilt von mehreren Nutzern belegt werden können. Das sei wahrscheinlich eher weniger möglich, so Schmidt, der betont, dass es sich bei der Raumplanung noch um „absolut unverbindliche Vorüberlegungen“ handele.

Die Herausforderung bei der Gestaltung des neuen MGH liegt darin, die Ansprüche der Nutzergruppen unter ein Dach zu bekommen. So müssten Kinder und Jugendliche ihre eigenen Bereiche haben, zugleich soll aber eine Durchlässigkeit gegeben bleiben. Treffen interkultureller Gruppen, Beratungsangebote, Veranstaltungen, Bewegungsangebote, Bildungsangebote für Familien und Erwachsene, Treffpunkte für Kinder und Jugendliche und generationsübergreifende Angebote sollen im MGH ermöglicht werden können.

Während Michael Schmidt mit seinem Fachbereich die Funktion des MGH in den Vordergrund stellt, ist Stephan Langhard, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Bürgerdienste mit seinen Mitarbeitern mit der städtebaulichen Seite befasst. Innerhalb des „Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts“ (ISEK) sei die Gestaltung des „Stadtportals Innenstadt Ost“ ein Projekt. Das Gebiet umfasst den Bereich vom Berlet-Markt über das Haus-Ennepetal-Gelände, die Zuwegung zur Kluterthöhle, den geplanten Ennepegarten bis hin zum künftigen MGH-Gelände. Derzeit sei man noch bei der Erarbeitung der Grundlagen, erklärt Stephan Langhard. Die Beteiligung privater Investoren, die Beauftragung möglicherweise eines Generalunternehmers, die Konkretisierung der Kosten – all das sei zu erörtern. Eine wesentliche Frage ist die nach dem Verfahren. Langhard befürwortet einen städtebaulichen Wettbewerb, in dem Entwürfe für den gesamten Bereich gefragt wären. Auf diese Weise wurde das Verfahren für die Neugestaltung des Hülsenbecker Tals durchgeführt.

Ob das städtische Haus Voerder Straße 123 integriert und dann nur teilweise neu gebaut wird, oder ob es bei der Planungen für das neue MGH außen vor bleibt, sei noch offen, so Langhard. Einen Abriss befürworte er aber nicht, da das Gebäude mit dem Nachbarhaus zusammen ein beachtenswertes städtebauliches Ensemble bilde.

Im Laufe des Verfahrens ist ebenfalls noch zu klären, inwieweit die Stadt Fördermittel für das Vorhaben erhalten kann. Grundsätzlich, so Langhard könnten Projekte im Rahmen des ISEK zu 60 Prozent vom Land gefördert werden.

Zeitplan hat sich nicht geändert

Allerdings könnten gegebenenfalls andere Förderungen greifen, so für den Kita-Bau. „Und in der Vergangenheit war es so, dass Bund und Land Mehrgenerationenhäuser auch bei Investitionsmaßnahmen nennenswert gefördert haben“, sagt Michael Schmidt.

Am vor einem Jahr kommunizierten Zeitplan habe sich trotz der vielen noch zu klärenden Fragen nichts geändert, betont Stephan Langhard: Die konkrete Planung für den MGH-Neubau ist für das Jahr 2019 vorgesehen, 2020/21 soll gebaut werden. Nach Fertigstellung kann das Haus Ennepetal abgerissen werden. Auf der freiwerdenden Fläche soll dann ein – kleineres, zweckorientiertes – Veranstaltungszentrum entstehen.

INFO:

Als erste Einrichtung aus dem Haus Ennepetal hat die Stadtbücherei bereits eine neue Heimat gefunden. Sie wird – gemeinsam mit dem Bürgerbüro, das derzeit noch an der Voerder Straße 78 zu finden ist – in die obere Etage der Passage am Markt einziehen (wir berichteten).

Ein Bauantrag soll in Kürze eingereicht werden. Bis Ende August sollen die Förderanträge für die Einrichtung der neuen Bücherei gestellt werden. Der Umzug ist zum 1. April 2019 geplant.

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