Neue Mitte

Neuer Anstrich für die Sparkasse Schwelm nach 40 Jahren

Michael Cortes ist der Mann der Farbe. Er verpasst der Fassade des Sparkassengebäudes mit der Spritzpistole einen neuen Farbanstrich.

Michael Cortes ist der Mann der Farbe. Er verpasst der Fassade des Sparkassengebäudes mit der Spritzpistole einen neuen Farbanstrich.

Foto: Bernd Richter / WP

Schwelm.  Schwelm baut an der Neuen Mitte. Die Sparkasse hat ihren Beitrag dazu fast abgeschlossen. Bis zum Jahresende erstrahlt die Fassade im neuen Glanz.

Was haben Wolkenkratzer in aller Welt und das Gebäude der Städtischen Sparkasse zu Schwelm gemeinsam? An ihren Fassaden prangt dieselbe Farbe, die einen selbstreinigenden Lotuseffekt sichert und deshalb die Reinigungsintervalle verlängert. Im Fall des über 40 Jahre alten Sparkassengebäudes müssen deshalb die lackierten Alublechelemente nicht mehr jährlich, sondern nur noch alle drei Jahre einer Grundreinigung unterzogen werden. Damit spart das Kreditinstitut bis zu 30.000 Euro im Dreijahresrhythmus.

Doch das allein war nicht der ausschließliche Grund, warum sich der Vorstand mit Michael Lindermann und Johannes Schulz der Fassadenverkleidung angenommen hat. Seit Einweihung des Verwaltungsgebäudes Ende der 1970er Jahre hat sich die Pflege der Außenhaut auf Reinigungsarbeiten beschränkt. Doch Sonneneinstrahlung und Witterung haben mittlerweile die Farben verblassen lassen. Das Weiß ((RAL 9001) hat seine Strahlkraft eingebüßt und vom einstigen kräftigen Türkisgrün-Farbton RAL 6016 ist nur noch ein mattblasses Grün übrig geblieben.

Dass sich das wieder ändert, liegt in den Händen der C&S Wolff Gebäudereinigung mit Sitz in Ennepetal und insbesondere an Michael Cortes. Sein Spezialgebiet ist die metallische Fassadenpflege. Im Fall der Sparkasse Schwelm trägt der Fachmann aus Düsseldorf mit einer Spritzpistole Fluorpolymerlack direkt vor Ort auf die weißen Aluminiumflächen auf. Die weißen Verkleidungselemente dürfen somit hängen bleiben.

Doch bis es soweit ist, ist viel Handarbeit angesagt. Angefangen haben die Arbeiten am Gebäudeteil an der Hauptstraße. Schon seit Wochen wandert das Gerüst samt Schutzplanen gegen den Uhrzeigersinn um das Gebäude herum. Zunächst müssen die Verkleidungen gereinigt werden. Dann werden sie angeschliffen. Das beseitigt auch die weißen Flecke, die vom „ausblühenden“ Aluminium herrühren und den Gesamteindruck der Fassade unschön bestimmten. In einem letzten Arbeitsgang spritzt Michael Cortes dann mit sicherer Hand den Lack auf.

Der grünen Riegelverkleidung wird eine besondere Behandlung zuteil. Die Alubleche werden Stück für Stück demontiert und mit einer Nummerierung versehen. Dann werden sie in einem Werk neu lackiert und wieder an ihrem angestammten Platz montiert. „Man muss sich das wie ein großes Puzzle vorstellen. Wenn’s gut läuft, halten wir hinterher kein Teil über“, scherzt Martin Wenzel, als Abteilungsleiter für den Bereich Organisation bei der Sparkasse zuständig für die Fassadenaufbereitung. Keine „Altbausanierung“ ohne Überraschung: So war es auch im Fall der Sparkasse. Die Fassadenverkleidung ist mit Kunststoffclips am Gebäudekörper befestigt. Die sind jedoch in die Jahre gekommen, das Material ist über vier Jahrzehnte versprödet, die Clips – eine Spezialanfertigung - brechen gleich reihenweise, wenn die Platten gelöst werden. „Es war eine echte Herausforderung, dieses Problem zu lösen“, erinnert sich Michael Lindermann.

Die Lösung präsentierte schließlich ein Unternehmen, dass die Clips nachfertigte.

Abschluss je nach Wetterlage

Ende des Jahres, je nach Wetterlage eventuell auch erst im Frühjahr, wird die Fassade der Sparkasse jedenfalls wieder komplett im neuen Glanz erstrahlen.

Die Arbeit ist bereits an einigen fertiggestellten Bereichen zu beurteilen. „Ich bin begeistert. So ein gutes Ergebnis hätte ich nicht erwartet“, freut sich Martin Wenzel über den neuen, rund 500.000 Euro teuren Anstrich „seiner“ Sparkasse.

Die nächsten „Baustellen“

In den zurückliegenden Jahren hat die Städtische Sparkasse zu Schwelm bereits viel Geld in die Hand genommen, um ihre Immobilie am Bürgerplatz technisch zu ertüchtigen. Es sind zwei neue Heizkessel angeschafft worden, die Lüftungsanlage und Steuerungstechnik wurde auf den aktuellen Stand gebracht, der Veranstaltungsbereich und auch die Kundenhalle wurden komplett saniert.

Auf der Agenda stehen noch der Umbau der Büroetagen und der Bau einer Photovoltaikanlage. Bevor es damit im Frühjahr los geht, muss noch ein Transformator umgerüstet werden. Die Leistung der Photovoltaikanlage beträgt 99,98 Kilowatt-Peak.

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