Frist endet

Nächstes Kapitel der Posse um die Schwelmer Brauerei

Vor fünf Jahren wurden die neueren Brauerei-Gebäude abgerissen. So lange dauert schon das Possenspiel um das Gelände.

Foto: Walter Betz

Vor fünf Jahren wurden die neueren Brauerei-Gebäude abgerissen. So lange dauert schon das Possenspiel um das Gelände. Foto: Walter Betz

Schwelm.   Die Entscheidung über die Zukunft der Brauerei-Brache und damit der Schwelmer Innenstadt naht, aber immmer noch sind eine Menge Fragen offen.

Keine zwei Wochen mehr, dann läuft die Fristverlängerung der Politik für den Verkauf der Schwelmer Brauerei aus. Am 27. April wollen die Politiker des Stadtrats entscheiden, ob die Stadtverwaltung auf dem Brachengelände im Herzen der Stadt zentralisiert wird. Voraussetzung: Die aktuelle Eigentümerin Euroconcept hat das Grundstück an einen Investor verkauft, der dazu bereit ist, das Rathaus dort gemeinsam mit der Stadt Schwelm zu realisieren.

Unterschrift beim Notar geplatz

Nachdem der Verkauf am Tag der geplanten Unterschrift beim Notar geplatzt war, herrschte zunächst Entsetzen. Beide Parteien – sowohl die Euroconcept wie auch der potenzielle Käufer aus Niedersachsen sollen dem Beigeordneten der Stadt Schwelm – Ralf Schweinsberg – gegenüber jedoch signalisiert haben, weiterhin Interesse an dem Geschäft zu haben.

Weiterer Verhandlungstermin

Nach Informationen dieser Zeitung soll es zu einem weiteren Verhandlungstermin zwischen den Parteien gekommen sein. Philipp Webler, Pressesprecher von Euroconcept, spricht jedoch davon, dass die aktuelle Eigentümerin offensichtlich andere Pläne mit dem Grundstück und den gleichzeitig zum Verkauf stehenden Planungen und rechtlichen Voraussetzungen hat: „Nachdem das Geschäft geplatzt war, haben sich bei der Euroconcept vier Interessenten gemeldet, die das Gesamtprojekt kaufen und das Rathaus realisieren wollen“, teilt der Unternehmenssprecher auf Nachfrage dieser Zeitung mit.

Zum Verkauf ausgeschrieben

Die Euroconcept habe den Verkauf ausgeschrieben, unmittelbar vor Ostern sei diese Ausschreibung ausgelaufen, man wolle sich nun überlegen, an wen man veräußern wolle, so Webler, der gleichzeitig betont, dass die vom potenziellen Käufer angemahnten Unterlagen mittlerweile von einem Makler komplettiert und für eine professionelle Vermarktung auf Vordermann gebracht worden seien. „Noch in der Woche nach Ostern könnte es zum Notartermin kommen. Hier wollen wir auch keine unverbindlichen Zusagen mehr, im Sinne der Stadt Schwelm muss nun schnell reagiert werden“, sagt der Euroconcept-Sprecher, der weiterhin betont: „Wir haben kein Kapitalproblem und könnten rein monetär das Projekt auch selbst realisieren.“ Das gilt aber als ausgeschlossen. Die Schwelmer Politik hatte sich nach den Querelen der vergangenen Monate eindeutig gegen eine weitere Zusammenarbeit mit Euroconcept ausgesprochen.

Investor weilt im Urlaub

Der betreffende Vorstand beim potenziellen Investor weilt leider im Urlaub, die Firma hat auf Nachfrage dieser Zeitung aber ein zeitnahes Gespräch zugesagt.

Und was passiert nun in Schwelm? Zunächst einmal bleibt Politik und Verwaltung nicht viel mehr übrig, als zu darauf zu hoffen, dass ein Verkauf doch noch über die Bühne geht. Sollte dieser scheitern, müssen sich die Verantwortlichen für die Zentralisierung anderweitig Gedanken machen. Denn: Die Verwaltungsstandorte zusammenzufügen, ist elementarer Bestandteil des Konsolidierungsplans, auf dessen Einhaltung die Bezirksregierung Arnsberg als Aufsichtsbehörde gesteigerten Wert legt.

Auch Hallenbad im Gespräch

Dann würde eventuell das Bürgerbegehren doch noch vor Gericht verhandelt, zunächst aber würde der Ratsbeschluss gelten, die Verwaltung in der ehemaligen Gustav-Heinemann-Schule zu zentralisieren. Zudem hatte die FDP unlängst den jetzigen Standort des Hallenbads für einen Rathausneubau ins Spiel gebracht.

Die Schwelmer dürfen gespannt sein, was sich in den kommenden beiden Wochen noch tut.

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