Brand

Nach Feuer in Schwelmer Altstadt: Probleme bei Ermittlung

Das Haus Kölner Straße 24, in das Feuer ausgebrochen war, ist bereits abgerissen. Ob das Nachbarhaus noch gerettet werden kann, ist unklar.

Das Haus Kölner Straße 24, in das Feuer ausgebrochen war, ist bereits abgerissen. Ob das Nachbarhaus noch gerettet werden kann, ist unklar.

Foto: Stefan Scherer / Stefan Scherer / WP

Schwelm.  Beim Brand in der Schwelmer Altstadt am Samstag haben zahlreiche Anwohner der Kölner Straße ihr Zuhause verloren. Die Ermittlungen laufen.

Immer wieder greift die Baggerschaufel zu: Bereits am Montagvormittag ist bis auf den Keller nichts mehr von dem fast 300 Jahre alten Haus an der Kölner Straße übrig, in dem am Samstag ein verheerendes Feuer ausgebrochen war (wir berichteten). Ob das Nachbarhaus, auf das die Flammen übergegriffen hatten, ebenfalls abgerissen werden muss, wird ein Experte noch klären müssen.

Mehr als 100 Feuerwehrleute waren 30 Stunden lang vor Ort gewesen und verrichteten einen der schwierigsten Einsätze in der Geschichte der Stadt Schwelm. Die Altstadt ist eng bebaut, die hunderte Jahre alten Häuser entsprechen nicht im Ansatz modernen Brandschutzbestimmungen. „Dieser Einsatz war extrem schwierig. Es ist unfassbar, was alle Beteiligten seit Samstag hier geleistet haben“, sagt der Schwelmer Feuerwehrchef und Einsatzleiter Matthias Jansen.

Wehr arbeitet bis zur Erschöpfung

Er selbst war von Samstag, 15 Uhr, bis Sonntag, 23 Uhr, fast ununterbrochen an der Einsatzstelle. „Ich war eine gute Stunde zwischendurch zu Hause, um zu duschen“, sagt er und betont, dass die Schwelmer Wehrleute sowie die zur Hilfe geeilten Kollegen aus Gevelsberg, Ennepetal, Sprockhövel, Wuppertal und Dortmund und die THW-Leute aus der Region samt und sonders bis zur Erschöpfung daran gearbeitet haben, dass niemand verletzt wird und der Schaden im historischen Teil Schwelms so gering wie möglich ausfällt. Ein Übergreifen auf weitere Häuser hätte verheerende Auswirkungen haben können.

Sogar die Ehrenabteilung der Wehr zeigte volles Engagement. „Sie haben gemeinsam mit dem DRK dafür gesorgt, dass die Einsatzkräfte verpflegt werden“, sagt Matthias Jansen. Gleichzeitig habe die Bevölkerung während des Einsatzes Getränke gebracht.

Während ein Experte für Fachwerkhäuser noch prüfen muss, ob das Nachbarhaus, auf das der Brand sich ausgedehnt hatte, gerettet werden kann, ermittelt die Kriminalpolizei zur Brandursache. „Wir können derzeit nichts ausschließen“, sagt Polizeisprecherin Sonja Wever vor Ort. Von den Zeugenaussagen, dass ein Hausbewohner mit einem Brenner auf dem Balkon gearbeitet haben soll, habe sie gehört. „Wir haben den Hinweis auf Schweißarbeiten auf dem Balkon erhalten, ermitteln aber natürlich auch noch in alle Richtungen.“

Ermittlungen sind schwierig

Die Ermittlungen gestalten sich jedoch nicht so ganz einfach, denn von dem Haus Kölner Straße 24, in dem das Feuer ausgebrochen war, ist so gut wie gar nichts mehr übrig, nachdem der Abrissbagger seine Arbeit verrichtet hat. „Daher sind wir natürlich vorwiegend bei unseren Ermittlungen auf Zeugenaussagen und Vernehmungen angewiesen“, sagt Sonja Wever.

Die Brandstelle selbst und damit große Teile der Altstadt sind derzeit abgesperrt. Viele Schwelmer schauten am Montag in der Kölner Straße vorbei, um sich ein Bild des Ausmaßes zu machen, das das Feuer hinterlassen hat. Ebenso sprachen Polizei, Feuerwehr, Ordnungsamt und Bürgermeisterin Gabriele Grollmann-Mock, die am Montag zur Einsatzstelle kam, mit den betroffenen Bewohnern, die aktuell alle bei Freunden und Verwandten untergekommen sind.

Klarheit gibt es erst in ein paar Tagen

Vor allem die Bewohner des Hauses 22 hoffen darauf, dass sie eventuell wieder in ihre Wohnungen dürfen. Das Dachgeschoss ist allerdings komplett ausgebrannt, in der unteren Etage hat das Löschwasser die Lehmdecke des Fachwerkhauses einstürzen lassen. Ein Ergebnis wird wohl einige Tage auf sich warten lassen, ebenso wie die endgültige Klarheit darüber, wie es am Samstag überhaupt zu dem Feuer in der Altstadt kommen konnte, das zu einem der schwierigsten Einsätze in der Geschichte der Schwelmer Feuerwehr werden sollte.

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