Konzertgesellschaft

Meisterliches zum Start der Meisterkonzerte in Gevelsberg

Ein würdiger Start in die neue Saison: Die Meisterkonzerte starten mit einem Gastspiel der

Ein würdiger Start in die neue Saison: Die Meisterkonzerte starten mit einem Gastspiel der

Foto: Lilo Ingenlath-Gegic

Gevelsberg.   Die Konzertgesellschaft begrüßt Westdeutsche Sinfonia. Ein Abend mit Musik von Mozart und Beethoven im Zentrum für Kirche und Kultur

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Die Konzertgesellschaft lud zum ersten Meisterkonzert der Saison ins Zentrum für Kirche und Kultur und das Publikum bekam von der Westdeutschen Sinfonia wahrhaft Meisterliches geboten.

Den Anfang machte die Ouvertüre zu Mozarts Oper „Le nozze di Figaro“. Mit der Ouvertüre ist der Oper ein Meisterwerk von knapp fünf Minuten Länge vorangestellt, das die Musiker der Westdeutschen Sinfonia, unter der Leitung von Dirk Joeres, mit fein modelliertem Orchesterklang zu voller Geltung brachten. Rasante Tempowechsel und angeregte Betriebsamkeit durch siebenachtel Klänge schufen die perfekte atmosphärische Einstimmung auf diesen Abend mit Musik von Mozart und Beethoven.

Einführende Worte vom Dirigenten

Dirk Joeres erhöhte mit seinen prägnanten einführenden Worten zu jedem Werk noch den Musikgenuss. Es folgte das Konzert in A-Dur KV 622 für Klarinette und Orchester von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791). Die Klarinette war zu der Zeit äußerst modern und Mozart setzte sie in seinen Spätwerken gern im Orchester ein. Das dargebotene Konzert in A-Dur ist aber das einzige, das Mozart für die Klarinette schrieb. Wolfgang Esch, seit 1984 Soloklarinettist der Düsseldorfer Symphoniker und auch Gründungsmitglied der Westdeutschen Sinfonia, spielte den Solopart.

Das Orchester eröffnete das Allegro mit der Darstellung des Hauptthemas und ließ jede Klangfarbe deutlich hervortreten. Esch spielte die rasanten sechzehntel Läufe gut kontrolliert, aber so, dass sie spielerisch leicht klangen und die Klarinette tänzelte. Dirigent Dirk Joeres sorgte für perfekt abgestimmte Tempi zwischen Solist und Orchester und ließ die Musiker die ausgeprägte Dramatik des Werks in allen Facetten ausbreiten. Im Adagio ließ Esch die Klarinette geradezu schweben, während die Streicher einen wunderbar zarten Klangteppich ausbreiteten. Orchester und Klarinette entwickelten einen immer emotionaler klingenden Dialog, bis der Satz in tiefer Ruhe ausklang. Im dritten Satz, dem tänzerischen und kontrastreichen Rondo, gestalteten die Musiker die unterschiedlichen Stimmungen mal heiter, mal melancholisch, bis das Orchester mit einem strahlenden Tutti das Werk beendete. „Mozart macht glücklich“, dieser Satz war in der Pause im Publikum zu vernehmen.

Nach der Pause trugen die einführenden Erläuterungen von Dirk Joeres wieder zusätzlich zum Genuss der Sinfonie Nr. 7 in A-Dur von Ludwig van Beethoven (1770-1827) bei. Die „Siebte“ vollendete Beethoven 1812 und schuf damit etwas völlig Neues: eine ungeheuer energiegeladene sinfonische Komposition.

Zuhörern stockt beinah der Atem

Beginnend mit der ungewöhnlich langen, langsamen Einleitung zum ersten Satz kristallisiert sich ein tänzerischer Rhythmus heraus. Den zweiten Satz könnte man als einen Schreittanz aus alten Zeiten interpretieren.

Das fünfteilige Scherzo wirkt mit seiner wirbelnden Motorik temperamentvoll und geradezu übermütig. Das Finale schließlich drängt vehement nach vorn. Die 37 Musikerinnen und Musiker der Westdeutschen Sinfonia spielten auf beeindruckendem Höchstniveau und bauten eine so große Spannung auf, dass den Zuhörern beinahe der Atem stockte.

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