Selbstversuch

Meine Gesundheit hat’s getan

Vier Wochen lang hat Redakteur Bernd Richter die Stadt zu Fußerkundet und Termine wahrgenommen.

Vier Wochen lang hat Redakteur Bernd Richter die Stadt zu Fußerkundet und Termine wahrgenommen.

Foto: Bernd Richter / WP

Schwelm.  Schwelm ist die flächenmäßig kleinste Gemeinde in NRW. Termine zu Fuß zu erledigen, ist kein Problem.

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Seit kurzem bin ich stolzer Besitzer einer Fitnessuhr. Damit wird zwar nicht automatisch die persönliche Fitness gesteigert. Doch sie hilft, die Defizite der persönlichen Kondition aufzuzeigen und sie kann zur Motivation dienen. Mein Modell stammt von dem amerikanischen Hersteller, der einen angebissenen Apfel in seinem Logo führt. Täglich begrüßt mich der Multifunktions-Zeitmesser mit drei jungfräulichen Ringen, die ich im Laufe eines Tages möglich schließen soll. Vorgegeben werden Ziele für Bewegung, Training und Stehen.

Rettet das Wohlbefinden

Für einen Büromenschen wie mich ist besonders das Stehziel wichtig. Jede Stunde, und das über die Dauer von zwölf Stunden, soll ich für eine Minute meinen Schreibtisch verlassen. Darüber freut sich mein Rücken, denn wie so viele Schreibtischtäter, meldet sich auch mein Kreuz nach einem langen Büroarbeitstag. Unsere Nachhaltigkeitsserie „Bin eben kurz die Welt retten…“ rettet somit vor allen mein Wohlbefinden. Zur Erinnerung: Vier Wochen lang will ich auch beruflich auf das Auto verzichten und zu Fuß zu meinen Terminen aufbrechen. In der flächenmäßig kleinsten Gemeinde in NRW ist das durchaus zu Händeln, wie ich in den vergangenen Tagen feststellen konnte. Das Ganze hat noch den positiven Nebeneffekt, das ich nicht mehr von Parkplatzsorgen geplagt bin und – wie gesagt – meine persönliche Fitness gewinnt.

Zurück zu meiner Fitnessuhr. Die ist unbestechlich und listet mir akribisch auf, ob ich meine persönlichen Fitnessziele erreicht habe und wo meine Defizite liegen. Als ob das für mich nicht schon blamabel genug wäre, serviert die Uhr mir sogar noch eine Wochenauswertung. Und die sah bis auf zwei Tage nicht gerade vorbildlich aus. Dienstag konnte ich mit 16.080 Schritten mein Bewegungsziel übererfüllen. Und das gleiche gelang mir auch am Donnerstag mit 14.364 Schritten. Am Sonntag verfehlte ich es knapp mit 13.132 Schritten. Zur Erinnerung: Im genannten Zeitraum steuerte ich vergeblich das „Schwelm Classic“-Treffen am Fritz am Brunnen an.

Dennoch bin ich von mir und den Zahlen beeindruckt, die mir die Wochenauswertung liefert. Danach habe ich binnen einer Woche 79.932 Schritte zurückgelegt. Das entspricht einer Wegstrecke von 62,56 Kilometern. Mein durchschnittlicher Verbrauch an Bewegungskalorien betrug 649. Und 879 Höhenmeter habe ich dabei überwunden. Meine Herzfrequenz schwankte zwischen 48 und 153 bpm (Anzahl der gemessenen Schläge pro Minute).

Ob ich mit dieser Leistung die Welt rette, sei dahingestellt. Aber meinem Schuster wird es vielleicht gefallen. Denn die Schuhsohlen und besonders die Absätze werden dies nicht allzu lange ohne Verschleißerscheinungen mitmachen. Mein Beitrag für die heimische Wirtschaft.

Gemischte Bilanz

Wer die Umwelt schonen möchte und auf sein Auto verzichtet, der braucht Zeit. Termine zu Fuß zu erledigen, geht in Schwelm, doch diese Termine sollten auch in der flächenmäßig kleinsten Gemeinde in Nordrhein-Westfalen möglichst redaktionsnah und sonst zeitlich nicht zu nah beieinander liegen. Das ist ein weiteres Ergebnis meines Selbstversuchs, das sicherlich auch meinen Arbeitgeber interessieren wird. Denn Zeit ist bekanntlich Geld. Aber: Unsere Nachhaltigkeitsserie „Bin eben kurz die Welt retten…“ dient ja hauptsächlich dazu, unsere Leser wachzurütteln und für dieses Umweltthema zu sensibilisieren. Und die Serie ist von vornherein mit einer zeitlichen Befristung versehen worden, deshalb ist der finanzielle Einsatz für meinen Arbeitgeber zu verschmerzen. Übrigens: Ich werde auch künftig häufiger das Auto stehen lassen und zu Fuß gehen. Versprochen ist versprochen.

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