Mallorca-Mord: Erstes Urteil vom Gericht exakt bestätigt

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Wuppertal/Schwelm. Von seinen Bekannten ließ sich der Beyenburger Torsten T. früher gern Balu nennen. Wie der Dschungelbuch-Bär: faul, dickleibig, gemütlich und völlig harmlos. ...

... Doch in der Justizvollzugsanstalt Schwerte nannte man den 43-Jährigen "Das Monster von Mallorca". Von André Eggert Torsten T. ist Schuld am Tod der 15-jährigen Lüdenscheiderin Stefanie Rüggeberg.

Überraschend hat die 3. Strafkammer des Wuppertaler Landgerichts bereits gestern Nachmittag das Urteil gegen den 43-Jährigen gesprochen.

Körperverletzung mit Todesfolge: Acht Jahre Haft, unter Einbeziehung weiterer Vorstrafen neuneinhalb Jahre unter dem Strich, da er ohne Tötungsabsicht die Schülerin im Sommer 2002 auf Mallorca im gemeinsam bewohnten Appartement im Haus ihrer Mutter mit Chloroform umgebracht habe.

Exakt das Urteil, das bereits vor anderthalb Jahren gesprochen wurde. Damals kippte der Bundesgerichtshof nach Revision der Verteidigung den Richterspruch, da er sich auf ein Geständnis stützte, das ein polizeilicher verdeckter Ermittler abgerungen hatte. Nicht verwertbar, so der BGH.

Diesmal stützten sich die Wuppertaler Richter auf eine "wasserdichte Indizienkette", so das Gericht.

Torsten T., der nur einen Steinwurf entfernt zur Stadtgrenze Schwelm aufgewachsen ist und dessen Betrügereien ihn immer wieder in die Kreisstadt führten, habe Rache an der Schülerin nehmen wollen für die erlittenen Kränkungen wie "Schwabbelbauch" oder "fetter Arsch", so das Gericht.

Rache durch Betäubung mit Chloroform, Rache durch Machtausübung. Dr. Wolfgang Kügler, Leiter des sozialpsychiatrischen Dienstes des EN-Kreises, hatte bereits 1998 eine narzisstische Persönlichkeitsstörung bei T. festgestellt.

Ob eine sexuelle Komponente hinter der Tat gesteckt habe, sei nicht erwiesen, aber wahrscheinlich.

Der Beyenburger hatte während beider Prozesse geschwiegen.

Indizien überführten ihn letztlich. Leichenspürhunde, die in dem Appartement anschlugen, ein späterer Fund von Chloroform bei ihm. Auch hatte er einem Gefängniswärter einmal auf Nachfrage geantwortet: "Wie soll man sich fühlen, wenn man am Tod eines Menschen schuld ist." Verteidiger Harald Benninghoven und Klaus Sewald kündigten erneut Revision an.

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