Winterversammlung

Landwirte in Ennepetal sind über Stalleinbrüche erbost

Der Landwirtschaftlicher Ortsverband Ennepetal wählt auf der Winterversammlung seine neue Berufsvertretung (von links): Gerhard Michels, Dirk Steimann, Michael Kramer und Sebastian Apitz.

Der Landwirtschaftlicher Ortsverband Ennepetal wählt auf der Winterversammlung seine neue Berufsvertretung (von links): Gerhard Michels, Dirk Steimann, Michael Kramer und Sebastian Apitz.

Ennepetal.   Die Bauern klagen über die Aktionen einiger Tierrechtsorganisationen. Der Landwirtschaftsverbands informiert über die Nachhaltigkeitsoffensive.

Alle drei Jahre wählen die Landwirte ihre ehrenamtlichen Vertreter im Bauernverband – nun auch im Landwirtschaftlichen Ortsverband Ennepetal. Der Vorsitzende Michael Kramer hatte zur Winterversammlung in das Café Hülsenbecke eingeladen.

Johannes Klewitz von der Landwirtschaftskammer sowie Dirk Kalthaus und Heinz-Wilhelm Büscher vom Landwirtschaftsverband informierten über aktuelle Themen. Besonders bewegen die heimischen Landwirte derzeit die Stalleinbrüche einiger Tierrechtsorganisationen. „Einbrüche sind Straftaten und keine Heldentaten“, sagte Heinz-Wilhelm Büscher vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband und führte weiter aus: „Wer sich ohne Erlaubnis Zutritt zu Ställen verschafft, handelt kriminell und gefährdet bewusst die Tiere.“

Blühstreifenprojekt für Bienen

Weiter informierte Büscher über die Nachhaltigkeitsoffensive des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands. „Wir stellen uns als Bauern unserer besonderen Verantwortung für Boden, Wasser, Luft, Pflanzen und Tiere und arbeiten an konkreten Projekten, durch deren Umsetzung das Wirtschaften auf den Höfen in den kommenden Jahren noch nachhaltiger werden soll“, sagte er. „Um Nachhaltigkeit geht es auch bei unserem Blühstreifenprojekt“, ergänzten die Vertreter vom Landwirtschaftsverband. An möglichst vielen Ackerflächen sollten Blühmischungen das Nahrungsangebot für Bienen und andere Insekten vergrößern, erklärten sie.

Auch die Gefahr durch die von Osten heranrückende Afrikanische Schweinepest (ASP) war ein Thema. „Das ASP-Virus, das für den Menschen ungefährlich ist, hat für Wild- und Hausschweine verheerende Folgen“, sagte Herr Kalthaus, weil die Gefährdung in besonderer Weise von der hohen Wildschweinpopulation ausgehe, appellierte er an die Verantwortung von Landwirten und Jägern gleichermaßen.

Johannes Klewitz von der Landwirtschaftskammer informierte über die neue Düngeverordnung. Diese bringe ein verändertes Nährstoffmanagement mit neuen Sperrfristen mit sich. Die organische Düngung werde vom Herbst stärker in das Frühjahr verlagert. Dieses führe neben dem arbeitstechnischen Druck im Frühjahr möglicherweise dazu, dass die Gülledüngung von der Bevölkerung noch stärker wahrgenommen werde.

Dokumentation sei ein weiteres Schlagwort der neuen Düngeverordnung, teilte Johannes Klewitz mit. „Als Landwirte müssen Sie jetzt noch mehr als bisher schriftlich niederlegen“, sagte er. Das sei beispielsweise im Bereich der Düngebedarfsermittlung der Fall. Nicht zuletzt bringe diese Verordnung deutliche Kosten für die Höfe mit sich.

Wahlen

Gewählt wurden im Landwirtschaftlichen Ortsverband: 1. Vorsitzender Michael Kramer, 2. Vorsitzender Dirk Steimann, Schriftführer Sebastian Apitz, Kassierer Gerhard Michels, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit Dirk Kalthaus, Beauftragter für Milcherzeugung Dirk Steimann, Beauftragter für Veredlung Oliver Rassenhövel, Beauftragter für Pflanzenbau Michael Kramer, Beauftragter für Pferdehaltung Sina Baarts, Vertrauensleute Friedrich Wilhelm Böllhoff und Oliver Rassenhövel sowie als zusätzliche Vertreter zum Kreisverbandsausschuss Oliver Rassenhövel und Dirk Steimann.

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