Vorführungen sehr gut besucht

Kino im Filmriss Gevelsberg erst unterm Dach, dann Open Air

Ein Aushang am Tor verkündet am Freitag, dass die Vorführung statt Open Air im Saal stattfindet.

Ein Aushang am Tor verkündet am Freitag, dass die Vorführung statt Open Air im Saal stattfindet.

Foto: Lilo Ingenlath-Gegic

Gevelsberg.  Der Regen verhinderte am Freitag die Open-Air-Vorführung im Hinterhof des Filmriss-Kinos. So zog man in den Saal um. Am Samstag klappte es aber.

„Wir freuen uns auf vier schöne Kinoabende unter freiem Himmel auf unserem Hinterhof am filmriss kino Gevelsberg“, hieß es in der Einladung. Für den Auftakt am Freitagabend stehen 170 Stühle bereit. Die Leinwand, 7,50 mal 4,50 Meter groß, ist an der Hauswand installiert und die Technik wartet auf ihren Einsatz, doch es regnet in Strömen. Um 17 Uhr müssen Klaus Fiukowski und sein Filmriss-Team entscheiden, dass es heute kein Open-Air-Kino geben wird.

Das bedauern alle sehr, denn die Nachfrage nach diesem Kinoabend war riesig. Die Zuschauer kommen trotzdem: Offenbar haben alle auf ihre Wetter-Apps geschaut und sind davon ausgegangen, dass der Film drinnen im Kinosaal gezeigt wird. Es kommen sogar deutlich mehr Zuschauer, als draußen Platz gehabt hätten. Sie warten gut gelaunt im Café auf den Einlass und haben Glück: Im Kinosaal mit seinen 199 Sitzen finden alle einen Platz, um „Bohemian Rhapsody“ zu sehen. Es ist ein Film über die Band Queen und deren Geschichte, doch vor allem geht es um den Sänger Freddie Mercury. Der Film zeichnet ein Bild der 70er und 80er Jahre und bietet auch „indoor“ einen tollen Kinoabend.

Stimmung ist fabelhaft

Aber Klaus Fiukowski und seinen Mitarbeitern vom Filmriss-Kino Gevelsberg liegt das Open-Air-Kino besonders am Herzen. Seit 26 Jahren zeigen sie Kino an ungewöhnlichen Orten. Ob Kirche, Schwimmbad, Mühle, Freilichtbühne oder Burg: Sie bringen Filme überall hin und sie bringen die Technik und das Know-How mit. 22 Open-Air-Events bestreitet das Team in dieser Sommersaison. An den letzten Wochenenden zeigten sie Filme an der „Xantener Südsee“ und bei den „Zonser Kinonächten“.

Auch in Gevelsberg oder der näheren Umgebung würde „Fiu“, wie er von vielen genannt wird, gern größere Open Air-Kinoevents organisieren: „Die Nachfrage ist so groß, dass sicher auch eine Woche lang Zuschauer kämen. Wir müssen nur einen geeigneten Ort finden“, sagt er. Allerdings sind Open-Air-Kinoabende aufwändig und ohne Sponsoren nicht möglich. So ist Fiukowski froh, dass das Projekt auch in diesem Jahr wieder von der Vollmann Group unterstützt wurde.

Am Samstagabend klappt es dann doch mit dem Open-Air-Kino. Das Wetter ist gut und die ersten Kinobesucher kommen schon um 20 Uhr, um sich Lieblingsplätze zu sichern, obwohl man im Hof wirklich von jedem Platz aus gut sehen kann. Offensichtlich Open Air erprobt tragen die Besucher Pullover und Jacken. Viele bringen auch Decken mit. Bald sind die 170 bequemen Stühle besetzt. Am Catering-Stand kann man sich mit Getränken, Popcorn, Brezeln oder auch Bockwürstchen versorgen. Die Stimmung ist fabelhaft, man trifft Freunde und Bekannte und freut sich auf den Film.

Bevor der läuft, gibt es noch etwas Besonderes: Auf der großen Leinwand erscheinen wunderschöne Bilder. Sie zeigen unterschiedliche Ansichten von Gevelsberg. Im Vorfeld hatte das Filmriss-Kino die Gevelsberger dazu aufgerufen, eigene Fotos zum Thema „Gevelsberger Impressionen“ zur Verfügung zu stellen, um sie mit den Kinobesuchern zu teilen. 84 sehenswerte Fotos von 20 Teilnehmern werden nun nach und nach in einer Diashow präsentiert. Premiere ist beim Open-Air-Kino mit den ersten 40 Fotos und die Zuschauer können sich ab sofort vor jeder Kinovorführung an einigen Impressionen erfreuen. Die Fotografinnen und Fotografen bekamen als Dank für ihre eingereichten Bilder Freikarten, und Fiukowski plant, am Jahresende eine kleine Auswahl als Postkarten herauszugeben.

Hape Kerkelings Kindheitsgeschichte

Dann beginnt die Vorstellung und der Film wird auf die Leinwand im Hinterhof des Kinos an der Rosendahler Straße projiziert. Präsentiert wird die berührende Kindheitsgeschichte von Hape Kerkeling: „Der Junge muss an die frische Luft“. Der Blockbuster, der zu Weihnachten 2018 in die Kino kam, lief im Filmriss-Kino schon vier Wochen lang und begeistert auch heute Abend wieder die Zuschauer. Die „bewegendste deutsche Tragikomödie des Jahres“, wie Kritiker schrieben, zeigt wie aus großer Tragik große Komik entsteht. Ein anrührender Film, bei dem die Zuschauer abwechseln laut lachen, leise weinen und manchmal auch Kindheitserinnerungen mit Hape Kerkeling teilen können.

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