Prozess

Anklage: Kinder in Schwelm mit dem Tod bedroht

Das Hagener Landgericht beschäftigt sich mit Taten, die zwischen dem 6. Juli 2016 und dem 3. März vergangenen Jahres passiert sein sollen.

Das Hagener Landgericht beschäftigt sich mit Taten, die zwischen dem 6. Juli 2016 und dem 3. März vergangenen Jahres passiert sein sollen.

Foto: dpa

Schwelm.   Anklageschrift wirft psychisch kranken Mann aus Schwelm zehn Taten vor. Gericht muss nun über eine Unterbringung des 34-Jährigen entscheiden.

Ein psychisch kranker Mann (34) bedrohte Kinder mit dem Tod, prügelte Frau und Familie und schlug alles kurz und klein, wenn er seine „Krisen“ hatte, wie es sein Schwager vor dem Hagener Landgericht ausdrückte. Seit Dienstag müssen die Richter über eine Unterbringung des 34-jährigen Schwelmers entscheiden.

Die Anklageschrift wirft ihm insgesamt zehn Taten vor. Hört man seinen Familienmitgliedern zu, spürt man schnell: Das ist nur die Spitze des Eisberges. Aber selbst diese Vorwürfe sind schon beachtlich.

Aggressiv gegenüber seinem Umfeld

Das Hagener Landgericht beschäftigt sich mit Taten, die zwischen dem 6. Juli 2016 und dem 3. März vergangenen Jahres passiert sein sollen. Immer wieder fiel der Mann in dieser Zeit durch aggressives Verhalten in seiner Umgebung auf. Besonders krass waren seine Angriffe, die sich sogar gegen Kinder richteten. Im September 2016 soll er zwei Kinder auf einem Spielplatz in Schwelm angeschrien haben: „Ich töte euch!“ Voller Panik rannten sie weg. Wenige Zeit später warf er einen Stein nach einem Maler, der gerade mit Malerarbeiten an einem Haus beschäftigt war.

Darüber hinaus demolierte er laut Anklage mit Tritten die Briefkästen eines Schwelmer Wohnhauses, in dem sein Schwager wohnt. Dreimal soll er die Schranke zu einem Parkplatz in der Nähe abgebrochen haben.

Als der Vorsitzende Richter Jörg Weber-Schmitz den Angeklagten zu den Vorwürfen befragen wollte, machte der einen verwirrten, aber auch unberechenbaren Eindruck. „Ich will hier raus!“, war alles, was er sagte, und sein Verteidiger Hans-Joachim Konnegen teilte mit, dass sein Mandant schweigen wird.

Schweigen war etwas, das für die beiden Schwager des 34-Jährigen überhaupt nicht infrage kam. Sie schienen froh zu sein, endlich über die diversen Ausbrüche ihres Familienmitglieds berichten zu können. „Er ist nett, aber auch sehr nervös. Kriegt er seine Krisen, schlägt er alles kaputt. Er schlägt Mutter und Frau. Unsere Kinder haben Angst vor ihm“, erzählte einer der beiden Schwager (32). Obwohl nicht Gegenstand der Anklage, berichtete der andere Schwager noch, der Schwelmer habe seine Frau mit dem Messer bedroht. „Sein Problem ist Geld. Gibt man ihm kein Geld, hat man ein großes Problem mit ihm“, fügte er hinzu.

Bei der Polizei ist der Schwelmer ein alter Bekannter. Es kam schon zu einigen Einsätzen. Dazu sagte ein Polizeibeamter aus: „Es war auf der ganzen Wache bekannt, dass es bei ihm immer wieder zu strafbaren Handlungen kam.“

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