Politik

Jobcenter in Schwelm schlecht erreichbar

Die Erreichbarkeit des Jobcenters an der Berliner Straße in Schwelm war Gegenstand einer im KAMS geführten Diskussion. Mitarbeiter reagierten nicht auf Telefonate und beantworteten keine E-Mail, so der Vorwurf.

Foto: Bernd Richter

Die Erreichbarkeit des Jobcenters an der Berliner Straße in Schwelm war Gegenstand einer im KAMS geführten Diskussion. Mitarbeiter reagierten nicht auf Telefonate und beantworteten keine E-Mail, so der Vorwurf.

Schwelm.   Keine Rückrufe, keine Antwort-Mails. Kritik von Leistungsempfängern und Mitarbeitern der Stadtverwaltung in Schwelm.

In der Sitzung des Koordinierungskreises Ausländischer Mitbürger Schwelm, kurz KAMS genannt, wurde massive Kritik an der Erreichbarkeit des Jobcenters geäußert. Nicht nur für Kunden, sondern auch für Mitarbeiter der Stadtverwaltung Schwelm sind die Mitarbeiter der Behörde, die zur Verwaltung des Ennepe-Ruhr-Kreises gehört, häufig nicht erreichbar. Ganz abgesehen von der telefonischen Erreichbarkeit, blieben selbst E-Mails unbeantwortet, berichteten Mitarbeiter des Fachbereichs Familie und Bildung im Schwelmer Rathaus über ihre Erfahrungen mit der Kreisbehörde.

Diskussion im KAMS

Auslöser dieser Diskussion im KAMS war eine Anfrage aus den Reihen des Gremiums. Ein KAMS-Vertreter berichtete von einer von ihm betreuten Familie, die ein halbes Jahr auf Leistungen hätte warten müssen. Nachfragen seien im Sande verlaufen, Mitarbeiter nicht zu sprechen gewesen, Rückrufe ausgeblieben. Kein Einzelfall, wie sich in der anschließenden Diskussion herausstellte, wie sowohl Angelika Beck (Caritas) als auch die Mitarbeiter der Schwelmer Stadtverwaltung bestätigten.

Die Erreichbarkeit des Jobcenter ist bekanntermaßen für die Leistungsempfänger nicht immer optimal. Doch dass betroffene Bürger mit diesem Problem nicht allein stehen, sondern auch die Schwelmer Verwaltung vor Probleme stellt, war neu. „Wir werden versuchen, das Problem auf höchster Ebene zu diskutieren, sehen aber zurzeit keine Lösung“, so das Resümee aus Sicht der Schwelmer Verwaltung. Nun überlegt der KAMS, Landrat Olaf Schade zu einer Sitzung einzuladen, um ihn persönlich zu sagen, dass „seine Jobcenter grottenschlecht funktionieren“.

„Ja, wir haben personelle Probleme“, gesteht der Leiter der Jobcenter im Ennepe-Ruhr-Kreis, Heiner Dürwald, auf Nachfrage unserer Zeitung ein. Seit November 2017 hätte es im Jobcenter Schwelm personelle Abgänge gegeben, die Stellen seien jedoch nachbesetzt worden. Die Kollegen hätten erst geschult werden müssen, in dieser Zeit habe man sich externer Unterstützung aus anderen Bereichen des Jobcenters versichert. Zusätzlich ist der Leiter der Regionalstelle Schwelm zum 1. Januar 2018 ausgeschieden, die neue Teamleitung fängt zum 1. April 2018 an. „Das ist ein weiterer Meilenstein, die Probleme zu bewältigen. Wir hoffen, dass das Ganze dann wieder rund läuft“, sagt Heiner Dürwald.

Darüber hinaus sei seine Behörde immer erreichbar gewesen. Zwischenzeitlich habe man Prioritäten bei der Bearbeitung von Vorgängen setzen müssen, der Auftragsstau sei weitestgehend abgearbeitet. Heiner Dürwald: „Aus meiner Sicht sind die Probleme deutlich besser geworden, wir werden versuchen, Kontakt mit der Stadt Schwelm aufzunehmen. Wir tun alles, um die Regionalstelle zu stabilisieren.“ Und weiter: „Wenn es Probleme gibt, gehen wir sie an und versuchen, sie zu lösen.“

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